Reiz des Dogplay

Was Dogs UND Owner interessiert
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Reiz des Dogplay

Beitragvon SirHermann » 23. Jun 2014 10:41

Was macht den Reiz des Dogplay aus? Ist es der Übergang vom Mensch zum Tier, der das Ganze für den Einzelnen so interessant und reizvoll macht? Ist es die Rolle als Tieres, mit oder ohne den menschlichen Aspekt? Und wie sieht es mit der Owner-Seite aus?

Das sind Fragen, die sich jeder stellt, wenn er mit dem Thema konfrontiert wird. Eine Theaterschauspielerin sagte einmal, für sie macht den Reiz ihrer Tätigkeit aus, dass sie auf der Bühne den Alltag hinter sich lassen kann. Da sie sowieso ein bisschen verrückt sei – sagte sie mit einem Augenzwinkern – könne sie dort ihr Innerstes herauslassen, was ihr im Alltag verwehrt sei.

Beim Dogplay verhält es sich ähnlich: Viele Dogplayer haben einen stressigen Alltag mit vielen Pflichten. Das Dogplay bietet ihnen Ausgleich und Entspannung. Natürlich ist es eine zeitweilige Flucht vor der Realität. Daraus darf man keinen Hehl machen. Einmal für ein paar Stunden alle Sorgen und Probleme des wirklichen Lebens vergessen können und den Kopf endlich einmal frei bekommen. Der Übergang von Mensch zu Tier, also sich in der Rolle auch einmal tierisch benehmen zu können, macht sicherlich den Reiz aus.

Aber warum gerade Dogplay? Das Petplay bietet viele verschiedene Tierollen, in die man schlüpfen kann. Man würde sicher nicht etwas sein wollen, was man im Alltag nicht absolut gern hat. Also haben Dogplayer eine gewisse Affinität zu Hunden. Es ist für sie einfach ein schönes Gefühl, diese Rolle anzunehmen. Es macht ihnen natürlich auch unglaublich Spaß, sich mal so richtig tierisch zu benehmen (Tierlaute, tierische Bewegungsabläufe usw.), also alles das tun, was man im normalen Leben nicht darf. Man muss sich endlich einmal nicht so gesittet und anständig verhalten, wie sonst immer in unserer Gesellschaft.

In diesem Zusammenhang eine kleine Begriffserklärung aus der Szene: FURRYS zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine Zuneigung zu ihrem gewählten Tier haben, die meistens zu einer starken Identifikation wird. In Gedanken ist (fühlt, denkt, handelt) man ständig als das Mischwesen, das man darstellt (human animal) - je nach Umfeld mehr oder weniger menschlich. Die optische Erscheinung ist kein definierendes Merkmal. FURSUITTRÄGER sind in der Szene eher eine Minderheit.

Der größte Unterschied zwischen beiden ist, dass man als FUR nicht ständig "in" oder "aus" der Rolle geht, sondern nur das jeweilige Verhalten zeigt, ohne es als solchen Bruch zu erleben.

Wenn man ein Doggie verkörpert, dann ist das eine Rolle, in die man mehr oder weniger bewusst schlüpft und die auch irgendwie zeitlich begrenzt ist. Dagegen ist hündisches Verhalten durchaus etwas, das auch mal im Alltag vorkommen kann und nicht unbedingt bewusstes Handeln ist. Die Übergänge sind fließend.

Hat der Dogplayer (männlich, sowie weiblich) einen Menschen gefunden für die Rolle des Owners und es entsteht eine enge Bindung zwischen Pet und Owner, ist es wunderbar, die Innigkeit und Vertrautheit zu beobachten. Der/die Doggie mag die Interaktion mit dem Owner, die seine/ihre Rolle tiefer gehender macht: Auf seine Anweisungen reagieren, sehen, wie er auf mein Verhalten dann wieder reagiert usw. In die gleiche Richtung wirkt das "Betüddeltwerden" vom Owner: Sein Streicheln, aus seiner Hand ‚fressen’, in einem sanften Ton mit dem Doggie sprechen, ... Als Doggie ist es schön zu wissen, dass der Owner sich die Mühe macht, einen nicht nur zu trainieren, sondern sich umfassend zu kümmern.

Von Ownerseite her steht der/die Doggie in dem Moment im Mittelpunkt – nicht er selbst! Ideal ist es dann, wenn für den/die Doggie umgekehrt das gleiche gilt. Hier kommt dann die oben genannte tiefgehende Interaktion in Gange!

Und ganz wesentlich ist für viele der wohl entscheidenste Aspekt: Mal die Verantwortung abgeben und sich voll und ganz auf seinen Owner verlassen können, dass er sein Doggie beschützt, in jeder Situation im Griff hat und immer darauf achtet, dass sein Doggie sich wohl fühlt und ihm nichts passiert.

Von der Seite des Owners, kann man behaupten, dass das Dogplay nicht den sonst üblichen BDSM-Regeln folgt, weil der Halter für sein Tier da zu sein hat. Zuerst kommt das Doggie, dann der Halter/die Halterin! Da es Fürsorge vom Halter bzw. der Halterin für sein Doggie bedeutet, ist die klassische Hierarchie durchlässig, jedoch nicht völlig aufgehoben. Dies gilt für alle Humantierarten, wenn diese absolut das sind und sein dürfen, was sie sein wollen.

Reale Hunde werden über Belohnungen erzogen, nicht über Strafe! Dasselbe gilt auch für Menschen, für die Doggies, nur dass die Belohnungen andere sind, was die ganze Sache sehr interessant macht.

Aber wie gesagt, das sind nur einige der sehr, sehr vielen Motive, die für das Dogplay so reizvoll machen. Weniger wichtig ist es, dass man möglichst genau wie ein Hund aussieht, obwohl solch ein Anzug bei eventuellen Begegnungen mit Passanten schon hilfreich ist. Stichwort: Anzeige, wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses.
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