TPE-Beziehung - Dominanz und Unterwerfung

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TPE-Beziehung - Dominanz und Unterwerfung

Beitragvon SirHermann » 25. Dez 2014 22:21

Wenn jemand danach fragt, was "Dominanz und Unterwerfung“ ist, wird er fast so viele Antworten erhalten, wie Menschen gibt, die es praktizieren. Aber die meisten würden zustimmen, dass D/s auf einer einvernehmlichen Beziehung basiert, rund um einen Machtaustausch zwischen zwei Menschen. Der Eine führt und hat die Kontrolle; der andere wird geführt und steht unter der Kontrolle des Einen. Der unterwürfige Part gibt ein gewisses Maß an "Macht" über sein Leben an den dominanten Part ab. Das können schon die täglichen Kleidungsvorschriften sein, oder so tiefgreifend, dass der dominante Part um Erlaubnis gebeten werden muss, ob man den Raum verlassen darf. Wichtig hierbei ist, dass wir hierbei über einvernehmliche Beziehungen sprechen. Die Rechte des submissiven Parts werden ihm nicht genommen, sondern er/sie gibt sie freiwillig über einen Zeitraum ab, der vorher festgelegt wird.
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Total Power Exchange

Der "Gipfel" der D/s-Beziehung ist eine Total Power Exchange (TPE)-Beziehung, in der der unterwürfige Part alle Kontrolle an den dominanten Part abgibt. Das bedeutet, dass der dominante Part jeden Aspekt des Lebens des submissiven Parts kontrolliert, was er/sie anzieht oder isst, wo er/sie hingehen und wer er/sie treffen darf. Es sollte betont werden, dass dies die Idealvorstellung einer TPE-Beziehung beschreibt! Theorie, die der gelebten Praxis selten standhält. Die andere Seite der Medaille ist, dass jede TPE-Beziehung nur so gut ist, wie viel Macht ausgetauscht wird.
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Einige Begriffe
Bevor wir weiter gehen, definieren wir ein paar Begriffe, die im D/s Lebensstil existieren:

Dominanter Part - Die Person, der ein gewisses Maß an Kontrolle über den unterwürfigen Part übergeben wurde. Andere Begriffe sind Dom (mask.) und Domme (fem.).
Submissiver Part - Die Person, die ein gewisses Maß an Kontrolle an den dominanten Part abgibt. Andere Begriffe sind Bottom, Pet und Sklave.
D/s - Dominanz und Unterwerfung. Eine Machtaustauschbeziehung.
Vanilla - eine Nicht-D/s-Beziehung.
24/7 - Leben in einer D/s-Beziehung 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Um es anders auszudrücken, sind beide Partner immer in einer Beziehung mit Machtgefälle.
Szene/Session - Der beste Weg, dies zu beschreiben ist es, an eine "Szene" aus einem Film zu denken. Dies ist eine Interaktion zwischen einem Dom und einem Sub. Es muss nicht sexuell sein; alles, was erforderlich ist, dass ein Machtaustausch stattfinden kann. Diejenigen, die nicht in einer 24/7-Beziehung leben, neigen dazu "Szenen" zu haben, wo der Machtaustausch passiert. Selbst Personen in 24/7-Beziehungen können Szenen haben, in denen der Austausch tiefgreifender wird. Anderes Wort ist Session.
Top - Eine Person, die nur für die Dauer einer Szene (Session) dominiert. Dies bedeutet nicht, dass der Top unbedingt ein "Dom" sein muss, sondern dass er/sie in dieser einen Szene dominiert.
Bottom - Eine Person, die nur für die Dauer einer Szene unterwürfig ist. Dies bedeutet nicht, dass die Person immer unterwürfige ist, sondern dass er/sie in dieser einen Szene unterwürfig ist. Siehe "Top".
Switch - Jemand, der zwischen der dominanten und devoten Rolle wechselt. Entweder innerhalb einer Session oder von Session zu Session, je nach Belieben. Meist stehen die Rollen vor einer Session fest.
Safewörter - Das sind Worte, die der Bottom verwendet, um die Aktion zu verlangsamen, oder eine Szene ganz zu stoppen. Es bedeutet, wenn etwas passiert (Kreislauf), sie aus der Session aussteigen oder mindestens eine Pause machen können.
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Ein paar Märchen

TPE passt nicht zu Missbrauch!
Obwohl bereits gesagt, es ist wichtig zu betonen, dass es hier um einen einvernehmlichen Machtaustausch geht. Was auch immer mit dem unterwürfigen Part gemacht wird, muss er/sie dem vorher zugestimmt haben. Wenn nicht, er/sie also unter Zwang lebt, dann ist es eine gewalttätige Beziehung und nicht die Art von Beziehung, von der hier die Rede ist.

Subs sind nicht immer Frauen
Es gibt im Alltag eine große Anzahl von männlichen Subs!

Subs sind nicht schwach
Wenn jemand denkt, Leute, die jemand Anderen ihr Leben bestimmen lassen, müssen schwach sein, ist das falsch! Viele Subs sind im Alltag sehr mächtig außerhalb ihrer TPE-Beziehung: Rechtsanwälte, Manager, Geschäftsleute, Polizisten, Soldaten und so weiter. Für einige gilt, dass für sie das Ausleben einer submissiven Neigung zuhause oder auch nur im Schlafzimmer ein Ausweg aus den normalen Druck des Daseins ist.

TPE passt nicht zu abartigem Sex
Sicher, oft haben TPE-Paare „versauten“ Sex. Genauso gilt das aber auch für Vanilla-Paare, und anders herum: Blümchensex gleich Vanilla, und „versauter“ Sex gleich TPE, ist ein Mythos.
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Eingehen einer TPE-Beziehung

Wenn zwei Menschen eine TPE-Beziehung einzugehen bereit sind, ist der erste Schritt Verhandlungen zu führen. Dies ist eine Zeit, in der kein Machtgefälle besteht. Die Parameter der Beziehung werden diskutiert. Über wieviel Macht wird der dominante Part verfügen? Welche Tätigkeiten üben beide zueinander aus? Was werden die Sicherheitswörter sein? Welcher Zeitraum wird für die Beziehung vereinbart?
Oft wird nach den Verhandlungen ein Vertrag ausgearbeitet, in dem alle diskutierten Parameter aufgeführt sind. Auf diese Weise kann es keine Missverständnisse geben. WICHTIG: Dieser Vertrag ist rechtlich ungültig, kann also vor keinem Richter eingeklagt werden! Er ist nur eine Niederschrift der Vereinbarungen, an den sich beide Vertragspartner moralisch gebunden fühlen sollen, um dem Anderen eine gewisse Sicherheit zu bieten – eine Vertrauensbasis.
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Halsbänder

In den meisten westlichen Ehen sind die Symbole der Ehe die Trauringe. Dem entspricht in einer TPE-Beziehung der Kragen, engl. Collar, oder Halsreif/Halsband, wenn es in einer TPE-Beziehung auch eher üblich ist, dass nur der Bottom einen Collar trägt, um zu zeigen, dass er/sie sich im Besitz von oder zu einem Dom fühlt.
Halsbänder gibt es in allen Größen und Formen, von einem Lederhalsband, das bemerkenswert ähnlich wie bei Haustieren getragen wird, bis hin zu eleganten Halsketten, die in der nobelsten Gesellschaft auf einem Ball getragen werden könnte. Ein Halsband ist ein Symbol, und ist damit so individuell wie der dominante und der devote Part innerhalb des TPE-Beziehung.
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Warum in aller Welt würdest du das alles auf dich nehmen?

Es scheint eine TPE-Beziehung ist eine Menge Arbeit, nicht wahr? Verhandlungen, Verträge, Sicherheitswörter, bevor du solch eine Beziehung eingehst. Ja, es ist eine Menge Arbeit, aber sie kann sich lohnen.
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass eine TPE-Beziehung nicht jedermanns Sache ist. Die meisten Beziehungen, auch Vanilla, enthalten Machtgefälle. In manchen Beziehungen ist ein Partner immer dominant, in anderen Beziehungen ändert es sich fast ständig. Das aber bedeutet nicht, dass die ganze Beziehung TPE werden soll. Einige Paare üben TPE nur im Schlafzimmer, andere in der (meist außereuropäischen) Heimat aus, andere wieder die ganze Zeit und einige garnicht.
Wie in allen Beziehungen, ist eine gute Kommunikation untereinander notwendig, um eine TPE-Beziehung auf Kurs zu halten. Der Unterschied hier ist, dass für den Erfolg einer TPE-Beziehung Vertrauen äußerst wichtig ist. Es ist DIE Grundlage eines TPE-Beziehung. Es ist nicht nur das Vertrauen, dass der Partner nie betrügt, sondern eine Art tiefes Vertrauen, in denen die Partner sich gegenseitig mit dem Leben vertrauen. Der/die Devota muss ihre körperliche und geistige Gesundheit dem dominanten Part anvertrauen können, darauf vertrauen, dass der dominante Part seinen/ihren Lebensweg begleitet und beschützt. Für den dominanten Part bedeutet es, darauf zu vertrauen, dass der unterwürfige Part vollkommen offen und ehrlich zu ihm/ihr ist, indem er/sie alle Informationen bkommt, die er/sie benötigt, um gute Entscheidungen zu treffen.
Während die Kommunikation läuft und das Vertrauen wächst, wird die ganze Beziehung tiefer und erfüllender. Dies gilt natürlich auch für eine Vanilla-Beziehung, aber dort entstehen nicht unbedingt die gleichen Impulse, um eine solche emotionale Tiefe und Nähe zu erzeugen.
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Fallen und Stolpersteine

Der unterwürfige Part ermächtigt den dominanten Part. Das bedeutet, der unterwürfige Part öffnet sich so weit, dass ein dominanter Part mit schlechtem Charakter den/die Devota leicht missbrauchen könnte. Dieses Risiko lässt sich verringern, wenn man folgendes im Auge behält. Es sind auch für Vanilla-Beziehungen keine schlechten Richtlinien:

•Vertraue nicht zu schnell. Vertrauen muss verdient werden. Bevor jemand Macht übertragen bekommt, sicherzustellen dass er/sie vertrauenswürdig ist. Nimm dir Zeit, soviel wie möglich über die Person zu erfahren.
•Langsam vorgehen. Nicht ungeduldig sein, sondern in kleinen Schritten vorgehen.
•Ehrlich sein. Nicht nur Dinge ansprechen, um dem Partner zu gefallen. Wenn Einem etwas nicht gefällt, oder man sich nicht sicher ist, muss es angesprochen werden, genauso, wenn man etwas mag.
•Wenn die kleinste Spur von Missbrauch erkennbar wird, ABBRUCH. Egal wie gut der Partner in anderen Bereichen ist, wenn man sich missbraucht fühlt, muss man die Beziehung beenden (dies gilt nicht nur für sexuellen Missbrauch). Fühlt man sich nicht selbst dazu in der Lage, HILFE SUCHEN!
•Denke daran, jeder Mensch kann Fehler machen. Fehler dürfen die Beziehung nicht ruinieren, sondern müssen offen angesprochen und versucht werden, etwas daraus zu lernen, um in der Beziehung zu wachsen.
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