Chico

Geschichten und Gedichte der Mitglieder
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Chico

Beitragvon SirHermann » 23. Jul 2014 14:25

Mein Name ist Leonie Berger, das heißt, ich wurde auf den Namen Leon getauft, weil jeder das Zipfelchen zwischen den Beinen sehen konnte und vom Ansehen her auf ‚männlich‘ tippte. Ich war aber immer etwas zurückhaltend bei Spielen mit Gleichaltrigen und ‚nahe am Wasser gebaut‘. Meinem Vater gefiel mein Wesen gar nicht und so erhielt ich eine strenge Erziehung, um einen härteren Charakter zu entwickeln.

Was muss das ein Schock für ihn gewesen sein, als mein Körper in der Pubertät kleine Brüste entwickelte. Erst tippte er auf Östrogen im Hühnerfleisch beim Mittagessen, bis der Arzt ihm offenbarte, dass ich transsexuell wäre. Er hatte ein Kind groß gezogen, wie es nur einmal unter 3,5 Millionen Geburten passieren konnte. Er brauchte eine ganze Zeit, sich daran zu gewöhnen, dass sein Leon sich die Haare wachsen ließ, sich schminkte, die Fingernägel lackierte und Kontakte zu Jungen suchte.

Allerdings begann damit auch ein Spießrutenlauf für mich. Wurde ich früher nur hinter vorgehaltener Hand als ‚Mädchen‘ verspottet, war ich jetzt ganz offen der ‚Transvestit‘ oder die ‚Transe‘. Dass die Öffentlichkeit da einiges in einen Topf warf und die Gleichaltrigen mich nun ganz unverhohlen beleidigten, nahm meine Mutter seelisch sehr mit. Schließlich zog mein Vater mit uns in einen anderen Stadtteil und meldete mich auf einer neuen Schule an. Das Standesamt stimmte der leichten Namensänderung zu und endlich konnte ich mein Leben so gestalten, wie ich es mochte.

Mit 23 Jahren zog ich zuhause aus und mietete mir ein kleines Appartement. Ich hatte eine Banklehre beendet und verfügte nun über genügend Geld, selbständig leben zu können. Mit Männerbekanntschaften hatte ich allerdings ständig Pech. Nicht dass ich keine Männer kennenlernen würde. Sie umschwirrten mich manchmal wie Fliegen, wenn es dann aber intimer wurde, zogen sie angesichts meines Unterleibes Einer nach dem Anderen den Schwanz ein und gaben Fersengeld unter den verschiedensten Ausflüchten.

Um nicht einsam zu sein, holte ich mir eine Hündin aus dem Tierheim. Die ‚Lara‘ war ein ängstliches Tier. Wer weiß, was sie früher unter Menschen erleben musste. In dieser Zeit lernte ich Thomas kennen. Er erzählte mir nach mehreren Monaten, dass er regelmäßig Swingerclubs besucht und lud mich ein, einmal mitzukommen. Was ich dort sah, faszinierte mich. Auch ich war bald der Star des Clubs. Dass Thomas dort nur mit anderen Frauen rum machte, störte mich allerdings gewaltig, denn auch zuhause wurde er selten intim. Seltener jedenfalls als im Club. Ich hatte bald den Eindruck, dass er die Clubbesuche brauchte, um sich auszutoben. Aber warum nicht mit mir? Hatte er Angst vor mir? Vor einer Frau mit Penis?

Ich begann bald, Männer im Club anzusprechen. Männer, die mich ansprachen, weil sie sahen, dass mein Begleiter mich allein ließ, wollten mich meist als exotisches Spielzeug. Dafür war ich mir zu schade! Aber es gab da auch eine Sorte Männer, die sich gerne führen ließen, die gerne Sexspielzeug sein wollten.

Als ich 28 Jahre alt war, starb Lara und ich holte mir einen männlichen Welpen aus einer Zucht. Ich nannte ihn ‚Sky‘ und erzog ihn. Er erfreute mich an jedem Tag, den wir gemeinsam verbringen durften, bis er mit 15 Jahren starb.

Fünf Jahre davor war mein Vater gestorben und hatte mir ein kleines Vermögen vererbt, das mir im Jahr als Sky starb, ausgezahlt wurde. Mutter als Vorerbin hatte Vater gerade um fünf Jahre überlebt und starb an gebrochenem Herzen. So hatte ich in diesem Jahr zwei Beerdigungen zu organisieren.

In der Zwischenzeit hatte ich bei der Bank gekündigt, und mich mit zwei Frauen aus dem Swingerclub selbständig gemacht. Wir sagten uns, dass mit Sex mehr Geld zu machen sei, als es je in Büros zu verdienen gibt. Wir nahmen die Männer, mit denen wir uns bisher im Club trafen, in unsere Kundenkartei auf und gaben ihnen Gratisabende für jeden Neukunden, den sie uns brachten.

Bald machten sich meine Freundinnen in anderen Städten selbständig und ich nahm drei junge Frauen als Angestellte auf.

Als Mutter starb und ich das kleine Vermögen auf der Bank sah, überlegte ich mir, ob es nicht günstiger wäre einen Bauernhof im Umland zu kaufen. Durch das Hofsterben waren die Anwesen billig zu erwerben. Ich beauftragte einen Architekten mit der Suche und dem Umbau. In die Wirtschaftsgebäude wurden Gästezimmer eingebaut. Für die Ordnung und Sauberkeit waren meine Angestellten ebenso zuständig, wie für den Umsatz. Ein Internet-Auftritt sorgte für einen zusätzlichen Bekanntheitsgrad.

Bei diesen Aufenthalten im Internet, auf der Suche nach neuen Tätigkeitsfeldern, entdeckte ich Fetisch-Seiten und dabei las ich mich in die Petplayer-Szene ein. Was wäre, wenn ich Hundehaltung und eine dauerhafte Beziehung zu einem Mann miteinander verbinden konnte? Komischerweise gab es auf diesen Seiten mehr ‚Hundehalterinnen‘ als ‚Hundehalter‘ und fast ausschließlich ‚Hunde‘. Es gab nur wenige ‚Hündinnen‘ und die tendierten eher zu ‚Halterinnen‘ als zu ‚Haltern‘.

Ich schaute mir die dazugehörigen Chaträume an und begann Gespräche. Bald bot sich mir ein Mann als Doggie an. Ich wechselte mit ihm in einen privaten Chatraum und begann mit ihm ein Rollenspiel, bei dem ich ihn als Puppy – zu Deutsch ‚Welpe‘ - erziehen sollte.

Das Spiel machte mir richtig Spaß. Daher freute ich mich jeden Abend darauf. Das war besser als die langweiligen Fernsehfilme. Ich nannte ihn Chico und stellte ihm Aufgaben, die er alle sehr gewissenhaft erfüllte, bzw. zu erfüllen versuchte. Er tat diese Dinge auch tatsächlich real, also nicht nur virtuell gespielt, sagte er mir. Das konnte man so oder so sehen, denn kontrollieren konnte ich es ja nicht.

Eines Tages dann verlor ich ein Wort über mein Domina-Studio draußen auf dem Land. Er war gleich Feuer und Flamme und bearbeitete mich so lange, bis ich ihm die Adresse gab.

Als er mich schließlich besuchte, bekam ich erst einmal einen Schock. Mein Chico war ein schmächtiger langhaariger 19jähriger Bengel.

*


Es war an einem Samstagvormittag. Auf dem Parkplatz im Innenhof standen drei PKW. Meine Mädchen hatten sich mit ihren Kunden auf die Zimmer zurückgezogen. Ich saß am Fenster und schaute zur Einfahrt des Parkplatzes. Dort begann der Wirtschaftsweg, der zur Landstraße führte. An der Einmündung in etwa hundert Metern befand sich eine Bushaltestelle.

Chico schrieb gestern Abend, dass er mit dem Bus um 10:34 dort ankommen wollte. In der Ferne sah ich bald einen Bus halten. Etwa eine Minute nachdem der Bus weitergefahren war, erkannte ich eine Gestalt auf den Hof zu wandern. Je näher die Gestalt kam, desto unsicherer wurde ich. Das sollte Chico sein?

Ich wartete, bis der Junge den Hof erreicht hatte und sich suchend umsah. Ich stand auf und verließ das Haus, um ihn draußen in Empfang zu nehmen.

„Hallo, du bist das erste Mal hier?“ fragte ich ihn und bot ihm meine Hand zum Gruß.

„Ja,“ antwortete er.

Seine Augen waren geweitet. Man sah ihm an, dass er am liebsten auf dem Absatz kehrt machen oder im nächsten Mauseloch verschwinden wollte. Der nächste Bus hielt hier aber erst in einer Stunde. Schließlich fasste er sich ein Herz.

„Ich wollte zu Madam Estelle…“

„So,“ lächelte ich ihn an. „Du hast einen Termin bei Madam? Kannst du sie denn auch bezahlen?“

Ich hatte mich zum Haus umgewandt und machte die ersten Schritte zurück. Er folgte mir. Jetzt blieb er abrupt stehen.

„Ich habe kein Geld dabei. Sie hat mir erlaubt, sie zu besuchen…“

„Oh,“ machte ich. „Du hast Kontakt mit ihr? Ihr kennt euch? Bist du ein Neffe von ihr?“

Er holte tief Luft.

„Ja, ich chatte schon länger mit ihr, bin aber nicht verwandt!“

Ich wandte mich nun voll zu ihm um.

„Chico, ich wusste nicht, dass du noch so jung bist! Du bist noch Schüler oder schon in Ausbildung?“

„Sie sind Madam Estelle?“ brach es aus ihm heraus. Ich hatte den Eindruck, als schlotterten ihm die Knie.

„Ja, Chico. Nun komm erst einmal herein und setz dich.“

Ich drehte mich wieder der Eingangstüre zu, drückte sie auf und ließ ihn hindurch gehen. Drinnen im Treppenhaus wandte ich mich meiner Wohnungstür zu und ließ ihn auch dort hindurch. Im Wohnzimmer bot ich ihm stilecht Platz auf einem Kissen neben der Couch an. Widerspruchslos ließ er sich im Schneidersitz darauf nieder. Ich füllte zwei Gläser Cola in der Küche und reichte ihm eins davon.

„Ich fragte dich, was du zur Zeit machst,“ erinnerte ich ihn an meine Frage.

„Ich bin in der letzten Klasse. Im Sommer habe ich mein Abitur,“ antwortete er.

„Oh, dann hast du sicher schon einen Ausbildungsvertrag,“ vermutete ich.

„Leider nicht, Madam,“ gab er zu.

„Hast du denn kein gutes Zwischenzeugnis, oder woran liegt’s?“ wollte ich mehr wissen.

„Naja, berühmt ist es nicht,“ druckste er mit gesenktem Kopf herum.

„Versuche es weiter, mein Junge,“ machte ich ihm Mut. „Und komm gerne an den Wochenenden regelmäßig her. Du kannst dir etwas hinzu verdienen. In den Außenanlagen gibt es immer genug zu tun! Aber du musst dann pünktlich mit dem Bus um 8:34 hier auftauchen – Samstags wie Sonntags! Verstehst du?“

„Ja, Madam Estelle,“ lächelte er zu mir hoch.

„Sollte es nicht klappen mit einem Ausbildungsvertrag, werde ich einspringen. Du bist dann offiziell mein Auszubildender für Garten- und Landschaftsbau.“

„Vielen Dank, Madam,“ sagte er nun.

„Komm mit,“ forderte ich ihn auf. „Ich zeige dir schon mal deinen Wirkungsbereich.“

Ich stand nun auf und ging zur Terrassentür. Neben der Fensterfront befand sich ein leerer Innen- und Außenzwinger mit großer Hundetür in der Wand. Beim Verlassen des Wohnzimmers wäre er beinahe mit dem Rahmen der Terrassentür kollidiert, wenn ich ihn nicht an der Schulter gefasst hätte. Er konnte den Blick nicht vom Zwinger nehmen. Gut, der Zwinger hatte eine zentrale Rolle in unserem Internet-Rollenspiel gehabt.

„Haben Sie einen Hund, Madam Estelle?“ fragte er mich, als wir auf der Terrasse standen, und sah mich treuherzig an.

Ich lächelte zurück und antwortete: „Ja, und er heißt Chico.“

„Sie meinen MICH?“ Er versteift sich.

Ich nicke ihm aufmunternd zu.

„Du wirst erst einmal deine Ausbildung beenden, dann sehen wir weiter! Bis dahin bist du jeden Abend über den Chat mein Chico.“

Der Junge gewinnt seine unbekümmerte Lockerheit allmählich zurück, während wir durch den Park hinter dem Haus gehen. Aufmerksam schaut er sich um.

Wir verlassen die Terrasse nach rechts und gehen an der Rückwand des Hauses entlang. Ich öffne eine breite Stahltüre und zeige ihm den Raum dahinter.

„Hier findest du alles, was du brauchst, um im Garten arbeiten zu können! Auch eine Werkbank für kleinere Reparaturen an den Werkzeugen. An die Elektrik gehst du mir nicht ran! Geht der Rasenmäher oder anderes Großgerät nicht mehr, kommt ein Mechaniker raus!“

„Geht klar, Madam Estelle!“

„Gut, mein Junge, dann zeige ich dir jetzt das Gelände.“

Ich schließe die Tür des Gerätekellers wieder und wir gehen geradewegs in den Park hinein.

„Die Wiese wirst du kleinhalten und im Frühjahr kahle Stellen ausbessern. Wiesenkräuter und –blumen brauchst du nicht jäten. Dies ist kein Rasenteppich, sondern eine Wiese! Du wirst nur darauf achten, dass die Gräser und Kräuter die Ränder nicht überwuchern.“

„Okay.“

„Der Busch in der Mitte braucht auch keine regelmäßige Form zu haben. Du solltest nur darauf achten, dass er nicht in den Himmel wächst.“

„Das schaffe ich wohl.“

„Gut, wir gehen weiter.“

Hinter der Wiese hatte ich mehrere Baumgruppen mit Laubbäumen anlegen lassen, aufgelockert durch niedriges Gebüsch und Beerensträucher.

„Im Herbst wirst du hier mit einem Laubsauger hindurchgehen! Aber nicht, um den Wald zu fegen! Der Sauger häckselt gleichzeitig alles und das Häckselgut verteilst du danach mit dem Rechen gleichmäßig über die Fläche.“

„Okay, Madam Estelle.“

Wir kamen zu dem künstlichen See, den ich anlegen gelassen hatte. Dahinter stand eine hohe Hecke als Sichtschutz zum Wirtschaftsweg, der meine Grundstücksgrenze bildete.

„Den See,“ sagte ich zu dem Jungen, „ wirst du von Laub, und was sonst alles an der Oberfläche schwimmt, ständig freihalten. Ab und zu musst du das Wasser durch einen Algenfilter pumpen,“ ich zeigte auf einen Deckel über einer Betonröhre, die im Boden eingelassen war, „und denke daran: wenn etwas ausfällt, sage mir Bescheid und ich rufe den Mechaniker!“

„Das geht klar, Madam Estelle!“

„Die Hecke muss nach der Wachstumsphase ebenfalls geschnitten werden. Dazu stellst du zwei Klappleitern auf und legst ein Brett von einer Leiter zur anderen! Du hast doch keine Höhenangst?“

„Aber nein, Madam! Außerdem sind das doch nur zwei Meter!“

„Du musst die elektrische Heckenschere bedienen. Die kann ganz schön schwer werden, bis die Hecke fertig ist!“

„Das schaffe ich schon!“

„Sag mal, Chico! Du tust gerade so, als könntest du alles… Ich werde an den kommenden Wochenenden ein Auge darauf haben, das sage ich dir!“

Er legte den Kopf schief und schaute mich so treuherzig an, dass ich lachen musste.

„Okay, Chico, wir werden sehen, wie du dich machst! Ich werde unseren Mechaniker nächsten Samstag her bestellen, damit er dir die Handhabung der Geräte erklärt!“

Wir gingen zum Haus zurück und über die Terrasse wieder zu unseren Sitzplätzen im Wohnzimmer.

„Madam Estelle…“ begann er schüchtern.

„Jaaa?“

„Der Zwinger…“

„… steht einstweilen zur Ansicht hier und wird abends im Chat virtuell von dir benutzt,“ sagte ich.

Er sackte ein wenig in sich zusammen.

„Du wärest gerne auch real mein Doggie, Chico?“

„Dann würde sich eine große Sehnsucht erfüllen!“ Sein Rückgrat ist wieder gerade aufgerichtet und er schaut mir fest in die Augen.

„Hm,“ mache ich. „Während deiner möglichen Ausbildung bei mir, falls du keine andere findest, wäre das nicht gut!“

„Bitteee…“

„Chicooo…“ Ich lache. „Du kannst meinetwegen in kurzen Sessions – hier und da mal einen Abend – in die Rolle schlüpfen.“

„Vielen, vielen Dank, Madam Estelle! Vielen, vielen Dank!“

Er strahlt über sein ganzes Gesicht. Die Augen blitzen und die Mund scheint von Ohrläppchen zu Ohrläppchen zu reichen.

„Hm,“ sage ich mit einen Blick auf die Uhr. „Dein Bus ist eben durch. Wann wolltest du wieder zuhause sein?“

„Ich habe kein Limit,“ antwortet es mit treuherzigem Lächeln.

„Du bist ein Schlingel, Chico! Na gut, du bleibst zum Mittagessen und fährst heute Nachmittag wieder zurück nach Hause!“

*


Mein Name ist Justin Winkler. Ich bin sehr klein und zierlich. In der Schule war ich der Kleinste in meiner Klasse. Aber komischerweise war ich dadurch nicht benachteiligt. Jedesmal wenn ein größerer Junge sich an mir abreagieren wollte, stellten sich zwei Freunde von mir dazwischen und nicht selten fingen die Jungs eine von meinen Freunden. Bald ließ man mich in Ruhe. Aber dann wurde ich hinter der Hand als ‚Schwuli‘ verunglimpft, wohl auch, weil ich mit einem der beiden Großen nach der Schule die Nachmittage verbrachte. Wir zockten am Computer. Bald spielten wir online.

Später, als ich mich für Mädchen zu interessieren begann, erntete ich von den meist Größeren viel Nichtbeachtung. Ich war wohl zu unscheinbar – irgendwie nicht männlich genug. Meine schüchternen Annäherungsversuche waren nie so recht von Erfolg gekrönt.

Als Jugendlicher ging ich jeden Mittwochabend ins Pfarrheim. Dort wurde von der Pfarrjugend eine Diskothek veranstaltet von 19 bis 22Uhr.

Die Schwester meines Freundes hat mich letztes Jahr dort auf der Tanzfläche stehen gelassen, als ein Anderer zur Tür herein kam. Das musste anders werden, dachte ich mir. Ich surfte also im Internet. Die dunkle Seite des Sex‘ im Internet faszinierte mich anfangs. Alles war neu.

Aber ich suchte weiter. Meine Neugier war geweckt. Da fand ich sogenannte Fetisch-Seiten. Mein Gott, was es nicht alles gibt! Was Menschen alles erregen kann, das erstaunte mich sehr und ich las, was die Leute darüber schrieben. Bald entdeckte ich die Pet-Player im Netz. Zusätzlich zu deren Internet-Auftritt treffen sie sich in allen größeren Städten regelmäßig zu Stammtischen. Dorthin zu gehen in unserer Stadt, traute ich mich aber nicht. Ich begann bald den Chat mitzulesen.

Bei dieser Gelegenheit sprach mich eine Madam Estelle an und lud mich in ihren privaten Chatraum ein. Sie fragte mich um Informationen zu meiner Person und meinen Neigungen. Letzteres konnte ich ihr nicht beantworten, nur dass ich begierig war, Neues zu lernen.

Sie modifizierte ihre Frage und textete dann, welche Sehnsüchte und Phantasien ich denn hätte, wenn ich lese, was die Anderen auf der Site schreiben. Damit konnte ich mehr anfangen. Ich erzählte ihr also, dass ich gerne mal ein Pet wäre. Sie fragte mich dann, welches Pet mir am ehesten liegt. Ich antwortete ihr, Schwein und Kuh passt irgendwie nicht. In Fabeltiere und Zwitterwesen könne ich mich nicht so hinein denken.

Sie lachte mit einem Smilie und sagte, dass dann ja nur noch Ponyplay, Dog- bzw. Puppyplay und Catplay übrig bliebe.

‚Hm,‘ schrieb ich zurück. ‚Mit Ponyplay kann ich irgendwie nichts anfangen. Das Cat, sagt man, hat keinen Herrn, sondern einen Diener. Das Cat ist ein eigenwilliger Charakter. Ich glaube, ich könnte mich eher in ein Doggie hineindenken.‘

Sie fragte mich nun, ob ich vielleicht devot und/oder maso sei.

Mit ihrer Fragerei setzte sie bei mir einen Denkprozess in Gang. So tief war ich bis dahin noch nicht in das Thema eingedrungen. Nun musste ich mich mit meinem Innersten auseinander setzen, Licht in das Dunkel meiner Seele bringen. Ich tat mich schwer, eine korrekte Antwort zu formulieren.

‚Also, wenn maso bedeutet, dass ich Schmerz brauche um erregt zu werden, um mich quasi von meinen Gefühlen davontragen zu lassen, dann bin ich nicht maso! Devot bedeutet unterwürfig, dienstwillig. Ich weiß nicht recht, Madam Estelle…‘

‚Es gibt bei echten Hunden, die zu mehreren von Menschen gehalten werden, innerhalb des Rudels Rangabstufungen. Der Mensch ist das unangefochtene Alphatier! Dann hat jedes Rudel noch mindestens ein Führungstier und sonst sogenannte Arbeitstiere.
Will ein Mensch wissen, welchen Charakter der Hund hat, für den er sich interessiert, gibt es einen Test: Eine Person versteckt sich. Der Hund bekommt einen Suchauftrag. Findet der Hund die Person und kommt zum Menschen zurück, um ihn zum Fundort zu führen, hat man es meist mit einem Arbeitstier zu tun. Will der Hund das Versteck selbständig öffnen und gräbt daran unter bellen herum, ist es ein Führungstier. Ein zweiter Test: Geht man mit dem Hund Gassi und das Tier bleibt hinter oder mindestens an der Seite des Menschen, ist es ein Arbeitstier. Will der Hund ständig vor dem Menschen her laufen und möglichst auch noch die Richtung bestimmen, ist es ein Führungstier.
Wenn du dir das überlegst, wo würdest du dich einordnen?‘

‚Hm, wahrscheinlich würde mir die Rolle des Arbeitstieres eher zusagen.‘

‚Okay, wenn du magst, machen wir ein Rollenspiel. Immer wenn wir uns hier im Chat treffen bist du mein Rüde Chico und durchläufst ein Hundetraining. Wäre das fesselnd?‘

‚Oh ja, Madam Estelle, das wäre steil!‘ schrieb ich ihr begeistert zurück.

Von diesem Tag an stellte sie mir Aufgaben aus dem Petplay und fragte mich jedesmal danach, wie ich darüber dachte, was ich während des Tuns fühlte.

So musste ich mir sehr schnell ein Hunde-Halsband besorgen und während des Chats tragen oder mein Abendessen auf einem Teller vom Boden weg ohne Besteck und ohne Hände essen. Es faszinierte mich und so tat ich das auch alles, wie mir befohlen wurde. Ich schrieb ihr nicht bloß, dass ich das tun würde.

*
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Re: Chico

Beitragvon SirHermann » 23. Jul 2014 14:28

Ich machte uns beiden eine heiße Schokolade in der Küche und brachte sie Justin an den Couchtisch.

„Schau mal, Chico. Ich habe hier ein Halsband, an dem per Druckknöpfen eine Maske befestigt werden kann,“ nahm ich das Gespräch wieder auf.

„Eine Maske?“

Justin schaute erstaunt. Ich zog, nicht ohne Mühe, einen Hundekopf aus rötlichbraunem Leder aus einem Plastikbeutel. Justins Miene hellte sich auf.

„Die ist cool! Darf ich die mal anprobieren?“

„Gern, Chico,“ antwortete ich ihm und übergab ihm das Halsband mit der Maske.

Dann half ich ihm beim Anziehen und hielt ihm einen Handspiegel vor, der neben der Tüte auf dem Beistelltisch gelegen hatte.

„Drückt sie?“ fragte ich ihn besorgt.

Er schaute sich ausgiebig im Spiegel an und drehte den Kopf in verschiedene Richtungen.

„Ein wenig schon,“ gab er zur Antwort.

„Sie soll ja schon fest sitzen – aber drücken nicht!“ sagte ich und nahm eine Tube Creme zur Hand.

Ich löste die Druckknopfverbindungen, nahm ihm die Maske ab und übergab ihm die Tube.

„Creme dich damit dick ein und setze die Maske dann wieder auf!“

Dann nahm ich ihm die Maske wieder ab und schaute hinein. Die farbige Creme hatte deutliche Flecken hinterlassen.

„Dort lasse ich sie weiten, Chico!“ sagte ich und zeigte ihm die Spuren. „Geh nun ins Badezimmer nebenan und wasche dich!“

Nach wenigen Minuten folgte ich ihm und fragte:

„Was hattest du eigentlich heute Morgen gedacht – oder besser: gehofft, als du dich auf den Weg machtest?“

„Ich weiß nicht…, Madam,“ zog er die Antwort in die Länge.

„Die Abende im Chat endeten meist so, dass ich dich ‚ins Körbchen‘ brachte und dich in den Schlaf streichelte…“

„Ja,“ seine Augen leuchteten.

„Wenn du willst, spielen wir das einmal real durch…“ schlug ich ihm vor.

„Sehr sehr gerne!“

Er zitterte wie Espenlaub. Sein ganzer Körper war Erwartung pur.

„Komm mit, mein Junge! Zieh’ dich aus und knie’ dich vor das Bett!“ sagte ich also und führte ihn ins Schlafzimmer.

Er folgte meiner Anweisung und ich nahm einen Plug mit einem buschigen Schweif aus einer Schublade. Er folgte meinem Tun mit den Augen.

„Leg‘ dich mit dem Oberkörper auf das Bett!“ wies ich ihn nun an. „Beine breit!“

Er machte es und ich schob ihm den Plug vorsichtig in den Anus. Dann schlug ich ihm leicht auf die Po-Backen und das Ding saß. Er verdrehte sich, um den Schweif sehen zu können und wackelte dafür mit seinem Hintern. Der Schweif geriet in Bewegung und er grinste zu mir hoch.

„Jetzt bin ich ihr Hund, Madam Estelle!“

Ich lächelte zurück und sagte: „Leg‘ dich nun auf das Bett! Ruhig seitlich, denn die Rückenlage wird so sicher unbequem sein.“

Er tat es und ich setzte mich neben ihn. Dann begann ich, ihn zu streicheln. Plötzlich schüttelte er sich und sagte: „Es kitzelt.“ Aber schlagartig stand sein Penis.

„Oh, wow,“ kommentierte ich das.

Nun beugte ich mich über ihn. Meine Lippen näherten sich den Seinen und meine Zunge forderte Einlass in seinen Mund, während meine Hand zart über seine Brust strich. Sein Herz pochte fühlbar. Meine Hand wanderte sanft tiefer und umkreiste seinen Bauchnabel. In dem Moment zog er die Bauchmuskulatur an und meine Satinhose war reif für die Waschmaschine.

„Hey,“ sagte ich lachend. „Habe ich dir die Erlaubnis gegeben?“

„Sorry, Madam Estelle,“ antwortete er leise. „Ich konnte nicht mehr. Es spritzte einfach so…“

„In Zukunft fragst du mich um Erlaubnis, wenn du spürst, dass es dir kommt!“

„Okay, Madam Estelle. Ich versuche es.“

„Gut, das werden wir trainieren, Chico!“

Ich setzte mich auf und zog mir Oberteil, die Pumps und die Hose aus, dann schwang ich mich wieder zum ihm herum. Er hatte sich halb aufgesetzt und stützte sich auf einem Ellenbogen ab. Ich öffnete mir den BH und schob den Slip tiefer. Justin bekam große Augen. Er wich eine Handbreit zurück.

Ihn anlächelnd fragte ich:

„Hast du so etwas noch nicht gesehen, Chico?“

Er schüttelte nur leicht den Kopf.

„Was bist du?“ begann ich nun die bekannten W-Fragen, die wir im Chat geübt hatten.

„Ihr wohlerzogener Rüde, Madam Estelle,“ antwortete er nach einer kleinen Pause.

Das war jetzt nicht das eingeübte Ritual, was mir zeigte, wie durcheinander er war. Also wandelte ich den Dialog ebenfalls ab und verkürzte ihn.

„Du gehörst mir also voll und ganz?“

„Ja, Madam Estelle, voll und ganz!“

Seine Stimme schwankte immer noch etwas. Ich fasste sein Handgelenk und führte seine Hand an meinen steifen Penis. Zögernd fasste er zu. Dann wurde sein Griff fester und er begann langsam seine Hand rhythmisch zu bewegen. Gleichzeitig fasste ich ihn im Genick und führte seinen Mund an meine Brust. Er begann den Nippel mit der Zunge zu bearbeiten und ich ließ sein Genick los, um ihn im Rücken zu stützen. Nun bewegte sich seine Hand unten auch schneller und fordernder. Bald kam es mir und ich legte ihn neben mir ab. Dann kuschelten wir eine geraume Zeit miteinander. Schließlich schaute ich auf die Uhr und sagte:

„Du musst bald gehen! Zieh’ dich wieder an!“

Er sah mich treuherzig aufblickend an.

„Schon?“

Ich lachte, während ich mich anzog und eine neue Hose aus dem Schrank fischte.

„Du warst heute noch nicht wirklich mein Hund, denkst du? Keine Angst, das kommt noch! Den Zwinger lernst du auch noch real kennen…“

*


Madam Estelle hatte mir im Chat auf mein eindringliches Betteln hin ihre Adresse genannt. Ich wollte unbedingt wissen, wer mir die Gelegenheit bot, meine Sehnsüchte auszuleben. Vielleicht konnte ich sie dazu bewegen, aus dem Virtuellen etwas Reales werden zu lassen.

Dann war der Tag gekommen, an dem ich sie treffen durfte. Die Nacht davor hatte ich unruhig geschlafen. Beim Frühstück hatte ich wenig Hunger. Schließlich musste ich zum Bus. Eine halbe Stunde später erreichte der Bus die Zielstation, die mir Madam Estelle genannt hatte. Ein paar Meter zurück war eine Einmündung. Dort endete eine Zufahrtsstraße, die zu einem Bauernhof führte, wie ich sehen konnte. Ich schlug den Weg ein und wanderte auf den Hof zu. Dort angekommen, sah ich ein paar Autos auf dem Parkplatz stehen, der an drei Seiten von Häusern umgeben war.

Ich drehte mich einmal, um mich zu orientieren. Da öffnete sich eine breite Tür im rückwärtigen Gebäude und eine aufregend aussehende Frau in hohen Schuhen, angetan mit einem Hosenanzug, kam die Stufen hinunter und auf mich zu.

Sie begrüßte mich und bat mich hinein. Dabei gab sie sich als Madam Estelle zu erkennen. Mein Herz klopfte wie wild als ich ihr folgte. Dabei versuchte ich, möglichst cool zu bleiben. Drinnen besprachen wir so einiges, dann wollte sie mir den Garten zeigen, um den ich mich in Zukunft kümmern sollte, wenn ich keinen anderen Ausbildungsplatz bekommen sollte.

Ich muss sagen, ich hatte kein gutes Zwischenzeugnis. Einen Ausbildungsplatz zu finden, war da schon schwer. Jetzt aber sagte ich mir, ich setze alles daran, dieses Angebot zu erhalten!

Beim Verlassen des Hauses hinten heraus, entdeckte ich einen Innen- und Außenzwinger mit großer Hundeklappe in der Wand dazwischen. Das Teil hatte in unserem Rollenspiel eine zentrale Bedeutung. Ich sprach sie vorsichtig darauf an und fand meine Sehnsucht bestätigt. Es sollte allerdings noch eine Ewigkeit dauern. Schließlich hatte ich sie soweit, dass ich wenigstens ab und zu kurzfristig real in meine Rolle schlüpfen durfte.

Nachdem wir den Garten besichtigt hatten, – der ist vielleicht riesig! – kehrten wir in Madam Estelles Wohnung zurück. Dort zeigte sie mir Assessoirs fürs Dogplay und passte mir eine Hundemaske an.

Dann durfte ich ihr Schlafzimmer betreten! Ich glaube, ich hatte Beine aus Gummi, so aufgeregt war ich. Dann sollte ich mich ausziehen und sie befestigte einen buschigen Schweif in meinem Hintern.

„Jetzt bin ich ihr Hund, Madam Estelle!“ sagte ich und ließ das teil in meinem Hintern wackeln, damit ich es beobachten konnte beim Verdrehen meines Oberkörpers.

Dann erlaubte sie mir, mich auf ihr Bett zu legen! Sie setzte sich neben mich und begann mich zu streicheln. Boah, war ich aufgeregt und mein Schwanz begann ein Eigenleben zu führen! Sie tat sehr erstaunt und streichelte mich weiter. Schließlich konnte ich nicht mehr und spritzte.

Oh, schämte ich mich nun, vor allem, weil ich Madam Estelles Hose versaut hatte. Aber sie kümmerte sich nicht weiter darum. Sie ermahnte mich und begann sich auszuziehen. Nun bekam ich den nächsten Schock! Madam Estelle, diese aufregende Frau hatte einen Penis zwischen den Beinen!

Erschrocken wich ich etwas zurück, aber sie redete beruhigend auf mich ein und führte meine Hand an das Teil. Zögernd fasste ich zu. Madam Estelle begann nun, mich mit ihrem Mund und Zunge am Oberkörper zu berühren. Ich wurde immer erregter und fasste fester zu. Ich begann langsam meine Hand rhythmisch zu bewegen und ihren Penis steif werden zu lassen. Bald verlor ich meine Scheu und bewegte meine Hand bei ihr unten schneller und fordernder. Es wurde feucht zwischen meinen Fingern und wir kuschelten dann eine Zeit miteinander. In diesem Moment war ich glücklich. Glücklich von solch einer Frau begehrt zu werden – oder was war sie nun eigentlich? Egal, sie war die Madam, einfach meine Madam!

Auf einmal sagte sie, es sei Zeit aufzustehen, damit ich meinen Bus nicht verpasse. Traurig sah ich sie an, aber auch sie begann sich nun anzuziehen. Seufzend setzte ich mich auf und tat es auch. Zum Abschied küsste sie mich und drückte mich an sich, dass ich ihre Brüste fühlte.

„Du würdest alles dafür tun, um in meiner Nähe sein zu dürfen?“ fragte sie.

„Ja, Madam Estelle,“ konnte ich nur noch hauchen.

„Dann komm gut nachhause und heute Abend im Chat treffen wir uns ja schon wieder! Wirst du dort sein?“

„Ja, Madam!“

Beschwingt, fast schwebend, verließ ich den Hof. Immer wieder musste ich mich umdrehen und jedesmal winkte sie mir hinterher, bis ich sie nicht mehr erkennen konnte. Da sah ich den Bus in einiger Entfernung heran nahen. Ich lief das letzte Stück. Zum Glück hatte der Busfahrer das gesehen und wartete die paar Minuten auf mich, bis ich ihn atemlos erreichte und mich in eine freie Sitzbank fallen ließ.

Die nächsten Wochen vergingen wie im Rausch. Bis nachmittags war ich in der öden Schule, dann abtauchen in die Phantasiewelt mit Madam Estelle im Chat. An den Wochenenden hinaus fahren zum Bergerhof von Madam Estelle und die Beschäftigung im Garten, wofür mir Madam jedesmal einen Fuffi zusteckte. Anfangs war ein Mann dabei. Zuerst sollte ich ihm nur zuschauen. Dann sollte ich für ihn kleine Handreichungen machen. Später durfte ich die Gerätschaften bedienen, während er mir nur über die Schulter schaute, meine Haltung korrigierte und verschiedene Tipps gab. Schließlich kam er nur noch raus, wenn eins der Geräte streikte.

Dann, es sind wohl vier Monate vergangen, hatte ich endlich mein Abi hinter mir. Beruflich hatte sich bei mir nichts getan. Ich war auch nicht sehr engagiert, wusste ich doch, dass Madam Estelle mich auffangen würde.
Und so kam es auch. Madam bot mir einen Ausbildungsvertrag und ich nahm selbstverständlich an.

In den vergangenen Monaten hatten wir regelmäßig Kuschelsex bevor ich wieder den Bus nachhause nehmen musste an meinen Wochenenden auf dem Hof. Manches Mal, wenn ich zu sehr drängte, legte sie mir meine Maske und das Halsband an, führte mir den Schweif ein und führte mich an der Leine durch den Garten. Dabei trug ich auch Knieschoner und Pfotenhandschuhe. Mit diesen Teilen war es mir unmöglich, irgendetwas zu greifen. Das musste ich dann mit dem Mund tun, aber dafür musste sie mir die Maske abnehmen.

Dieses besondere Verhältnis zu Madam Estelle brachte es mit sich, dass ich immer versuchte, die Aufgaben, die sie mir übertrug zu mehr als hundert Prozent zu erledigen. Man konnte wohl sagen, dass ich mich in eine regelrechte Gefallsucht hinein steigerte. Ich wollte sie mit einem guten Abschluss erfreuen! Auch die Noten in der Berufsschule waren plötzlich andere als früher in der Schule.

Sie lobte mich auch immer wieder, aber sie gab mir doch immer noch mehr Arbeiten, die dann kaum noch was mit dem Berufsbild gemein hatten. So bestimmte Sie, was ich anzuziehen hatte. Sie ging sogar immer wieder mal mit mir einkaufen. Dafür kürzte sie mir die Mittagspause und verlängerte meine Arbeitszeit fast immer auf 10 Stunden am Tag. Sie ließ mich neben der Gartenarbeit putzen, kehren und das Geschirr abspülen.

Damit ich dabei nicht verkrampfte, führte sie zum Arbeitsbeginn, zur Mittagspause und zum Feierabend hin eine 15-minütige Gymnastik ein. Kleine Aufmüpfigkeiten, zu viele Rückfragen oder Fehler bei der Ausführung der mir übertragenen Arbeiten brachten mir noch am gleichen Tag weitere Überstunden ein.

Jedoch war mir das alles egal. Hauptsache, ich konnte in Ihrer Nähe sein, ihr gefallen, sie durch Gehorsam erfreuen und stolz auf mich machen. Diese Spirale drehte sich immer weiter, da es mir Spaß machte. Ich hatte in ihrer Nähe Schmetterlinge im Bauch.

Ich erlebte ein Zuckerbrot-und-Peitsche-Dasein. Sie bestrafte mich für Versäumnisse und offensichtliche Faulheit, und belohnte mich für meinen Fleiß, wobei das erste sicherlich wesentlich häufiger eintrat.

Am Ende meiner Ausbildung und bestandener Prüfung sagte Madam Estelle dann überraschenderweise, das müsse gefeiert werden. Ich fiel total aus den Wolken und war bereits Tage vorher hypernervös und aufgeregt.

Am folgenden Wochenende kamen in kurzen Zeitabständen gegen Abend vier Kleintransporter an. Aus ihnen entstiegen drei Paare und eine einzelne Frau in festlicher Kleidung, Anzug und Abendkleid. Alle gingen sie zuerst an die Hecktüre oder an eine seitliche Schiebetür und dort verließ je ein Doggie den Wagen.

Ich zitterte vor Aufregung. War das heute der Einstand als Madams Doggie für mich? Der offizielle Aufhänger des heutigen Abends war ja wohl meine bestandene Prüfung!

Madam Estelle begrüßte die Gäste und die Doggies, drei männliche und ein weibliches, schauten interessiert.
Die drei Angestellten von Madam hatten heute frei. Männerbesuche waren abgesagt worden. Stattdessen hatten sie Dienstmädchen-Kleidung an und bedienten die Gäste.

Wir Doggies hielten uns während des Essens neben unseren Herren und Herrinnen auf und hatten stilecht Näpfe an unseren Plätzen stehen.

Plötzlich regte sich bei mir die Blase. Ich sah zu Madam hoch und rieb mich an ihrem Bein. Sie unterbrach ihr Gespräch jedoch nicht, sondern tastete nach mir und begann mir den Nacken sanft zu massieren. Ich kräuselte die Stirn und überlegte. Was würde ein echter Hund in dieser Situation machen?

Ein Gedanke zuckte auf und ich lächelte. ‚Ja, so mache ich es!‘

Ich stand auf, drehte mich zur Garderobe und fasste dort meine Leine mit dem Mund. Sie lag auf dem niedrigen Schränkchen, leicht auf allen Vieren zu erreichen, wie ich vorhin gesehen hatte. Mit der Leine lief ich zurück zu Madam und stupste sie treuherzig schauend an. Sie sah zu mir herunter, lachte kurz auf und sagte zu einem ihrer Angestellten:

„Marina, geh mit Chico Gassi!“

Die junge Frau, nicht wesentlich älter als ich, setzte ihr Tablett ab, nahm mir die Leine aus der Hand und machte wie selbstverständlich den Karabinerhaken an meinem Halsband fest. Dann ging sie mit mir zur Terrassentür und öffnete sie. Draußen steuerte sie gleich den Busch inmitten des Rasens an. Das Ganze war mir etwas peinlich, auch weil sich alle Gäste zu mir umwandten. Die Geräuschkulisse des Gesprächs war erstorben. Jeder achtete auf mich.

Draußen goss ich den Busch mit dem Hinterteil zur Terrasse. Zuviel sollten die fremden Leute nicht sehen! Als wir wieder zurück im Wohnzimmer waren, durfte ich mich auf meine Decke in der Zimmerecke zurückziehen. Mit halb geschlossenen Augen beobachtete ich die Szene weiter und sah, dass nun ein Doggie nach dem Anderen auf die Wiese geführt wurde.

Dann war das Essen fertig. Die Herren und Herrinnen standen auf und gingen mit ihren Doggies im Garten spazieren, während Madam ihre Angestellten dirigierte. Während eine in der Küche verschwand, holte Madam mit den beiden Anderen verschiedene Geräte aus einem Schuppen, was ich an den Geräuschen mutmaßte. Sehen konnte ich das von meinem Platz aus nicht.

Dann aber rief mich Madam „Chico, zu mir!“ und ich sah, dass sie einen kleinen Parcours auf die Wiese gestellt hatte. Nun wartete sie, bis alle Gäste von ihrem Spaziergang zurück waren.

Als alle wieder auf der Terrasse standen, rief sie mich wieder zu sich und sagte: „Bei Fuss!“ Das bedeutete, dass ich im Abstand von etwa dreißig Zentimetern neben ihr her gehen sollte.

Sie steuerte den Parcours an. Als erstes war dort eine Stange locker auf zwei Böcke gelegt worden. Während Madam darüber stieg, musste ich mich flach machen, um ihr ‚bei Fuss‘ zu folgen. Denn die Stange durfte nicht herunterfallen, hatte mir Madam erklärt. Sie wollte wohl den Gästen zeigen, was ich an den vergangenen Wochenenden gelernt hatte.

Dann ging sie zu einem schmalen Brett, das an einen Tisch gelehnt war. Sie blieb neben dem Brett, so dass ich aus meiner Position neben ihr heraus, unweigerlich das Brett erklimmen musste. Madam redete beruhigend auf mich ein und sagte mir, dass ich mich oben auf der Tischplatte drehen sollte und das zweite Brett, das an der gegenüberliegenden Seite angelehnt war, rückwärts herunter krabbeln sollte.

Ich schaffte das mit einiger Mühe und unten angekommen, machte sie eine leichte Kette an meinem Halsband fest. Sie ließ die Kette etwas durchhängen und berührte mich mit dieser Schleife probeweise mal an der rechten, mal an der linken Schulter. Wie sie es mir beigebracht hatte, wandte ich mich mal nach rechts, mal nach links mit diesem stummen Signal.

Dann gingen wir zu einer Gruppe von Fähnchen, die in die Wiese gesteckt waren. Bald hatte ich erkannt, dass ich an einem roten Fähnchen rechts und an einem weißen Fähnchen links vorbei sollte. So gingen wir den Parcours ab und kamen schließlich wieder an der Terrasse an.

Nun mussten auch die anderen vier Doggies mit ihren Herren oder ihrer Herrin den Parcours abgehen, während die Begleiterinnen der Herren alles von der Terrasse aus beobachteten und kommentierten.

Danach besprach Madam Estelle mit ihren Gästen noch verschiedene Dinge. In der Zwischenzeit hatten Marina und die anderen beiden Angestellten von Madam drei Zimmer hergerichtet für die Gäste mit dem weitesten Anfahrweg. Dann verabschiedete sich das Paar, das heute Abend noch nach Hause fuhr und alle gingen schlafen.

Nach dem Frühstück am nächsten Vormittag, einem Sonntag, verabschiedeten sich auch die anderen Gäste und ich war wieder mit Madam Estelle allein.

„Wie gefiel dir der gestrige Tag, Chico?“ fragte sie mich.

Ich strich ihr um die Beine und rieb meinen Hals an ihr.

„Ah, es gefiel dir also. Du darfst sprechen! Was gefiel dir besonders?“

„Es war, weil ich gefordert wurde, Madam Estelle. Weil ich den Abend nicht auf meiner Decke oder im Zwinger untätig verbringen musste!“

„Ich weiß: Langeweile tötet jedes Engagement, Chico. Ich werde dich an den nächsten Wochenenden außerhalb deiner Gärtnertätigkeit trainieren und bald machen wir dann eine Woche Urlaub auf einem anderen Bauernhof. Dort findet ein Wettbewerb statt. Der Sieger bekommt einen Pokal oder so etwas ähnliches. Es ist allerdings ein Wanderpokal! Beim nächsten Mal kann er wieder abgegeben werden müssen. Was dir bleibt ist die dazugehörende Urkunde!
Du wirst dein Jugendzimmer bei deinen Eltern als Nächstes auflösen und bei mir einziehen! Kontakt zu Familie, Verwandten und engen Freunden darfst du natürlich beibehalten und zu Geburtstagsfeiern und ähnlichem hingehen.“

„Danke, Madam Estelle,“ sagte ich freudig.

In den kommenden zwei Wochen bis zum nächsten Monatsersten brachte ich Koffer für Koffer, Tüte für Tüte, meine Sachen zum Bergerhof.

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Re: Chico

Beitragvon SirHermann » 23. Jul 2014 14:32

Ich war selber überrascht, wie selbstverständlich Justin sich in die Rolle des Chico hineinfand. Mein Traum Hund und Mann in einer Person zu finden, hatte sich mit dem Jungen wohl erfüllt. Er hatte von Anfang an keine Probleme mit meiner Transsexualität, auch wenn er anfangs Ressentiments zeigte. In Gegensatz zu gleichaltrigen oder älteren Männern, die mich als ihr Sexspielzeug ansahen, als exotisches Ausstellungsstück bei Vorführungen – oder sich klammheimlich davonmachten, blieb der Junge bei mir. Mein Körper war ihm bald so vertraut wie sein eigener.

Gleich zu Beginn hatte ich ihm eine Probezeit vorgeschlagen und ein Codewort, mit dem er alles hätte stoppen können. Ich gab ihm von Anfang an das Gefühl, dass ich ihn als Person auch in seiner Rolle achte und wertschätze, so dass er mir bald voll vertraute. Natürlich lud ich mir damit eine große Verantwortung auf. Das wusste ich und dazu stand ich!

Es stellte sich schnell heraus, dass er sehr devot war, und doch die weitreichenden Konsequenzen verstand, die eine Beziehung zu mir haben würde.

Aber wie das eben bei einem jungen Hund so ist, kommen auf den Halter natürlich auch einige Probleme speziell am Anfang zu, jeder Hundebesitzer unter den Lesern wird mir das jederzeit bestätigen können. Das heißt, wenn man als Halter nicht sehr konsequent ist und seinen Hund nicht erzieht, bekommt man ein gewaltiges Problem! Der Hund beginnt dann eigene Regeln aufzustellen und versucht selbst Rudelführer zu werden. Der Hund folgt dann nicht dem Halter, sondern der Halter ihm. Damit das nicht passiert, muss man schon zu Beginn der Ausbildung Konsequenz zeigen.

Ich denke, bei Justin und seinem doch recht trägen Temperament war es wirklich auch von Nöten. Nicht dass ich viel die Peitsche benutzt hätte! Da gibt es andere Methoden. Die positive Verstärkung, zum Beispiel: Dabei fördert man erwünschtes Verhalten mittels Lob und Belohnung, korrigiert unerwünschtes Verhalten und wiederholt immer wieder unermüdlich.

‚Chico‘ musste schon ständig angetrieben und auch immer wieder gemaßregelt werden, da er sonst entweder den ganzen lieben langen Tag faul auf seiner Decke verbracht hätte oder sich in seine Hütte im Außenzwinger zurückgezogen und geschlafen hätte.

Aber wie er die Rolle des Hundes vom ersten Tag an angenommen hatte, umgesetzt und gelebt hatte, war schon phänomenal. Ich möchte das auch bitte nicht falsch verstanden wissen, aber ein Hund, ob tierisch oder menschlich, macht auch einen Haufen Arbeit und die blieb naturgemäß an mir hängen.

Nur mal ein paar Beispiele: ich musste ständig mit ihm raus und Gassi gehen, das Essen zubereiten, ihn sauber machen usw. Auf der anderen Seite darf ich mich auch nicht beschweren, denn ich hatte es ja so gewollt, oder hat jemand schon mal einen Hund gesehen, der für sich selbst kocht? Aber die schönen Zeiten überwogen für mich und so nahm ich die Mehrarbeit noch heute gerne in Kauf. So hatte ich, was ich mir immer gewünscht hatte, beides in einem: Hund und Partner und noch dazu ein sehr gescheiter.

*


An meinem ersten richtigen Wochenende als Rüde von Madam Estelle schickte sie mich zur Erkundung in den Zwinger, den ich bisher ja nur virtuell aus dem Chat kannte. Der Zwinger war in einen Außen- und Innenzwinger geteilt, verbunden durch eine Klapptür in der Hauswand, die Madam fixieren konnte. Im Innenzwinger lag eine Matratze und ein Ball. Durch eine Lücke im Gitter konnte ein Napf herein geschoben werden. Es stand auch ein Napf mit Schokochips innen an dieser Öffnung. Eine Flasche mit Saugrohr war außen am Gitter befestigt, in der sich sicher Limonade befand. Der Zwinger war so niedrig gehalten, dass ich absolut keine Chance hatte aufzustehen.

Ich stupste die Klapptür auf und erkundete nun den Außenzwinger. Ich hatte ja schon eine Hundehütte darin gesehen. Sie war auch so eingerichtet war, wie bei unserem virtuellen Internetspiel. Auch in ihr lag eine Matratze. Die Hütte konnte man nur auf allen Vieren betreten. Sie war außerdem so eng, dass ein Drehen und Wenden kaum möglich war. Dafür war sie aber doppelt so lang wie normale Hundehütten und sie hatte an der gegenüberliegenden Schmalseite ebenfalls eine Öffnung. So kam ich ohne gymnastische Verbiegungen einfach wieder hinaus.

Ich kroch nun wieder aus der Hütte und fand auch hier am Außenzwinger eine Gittertür. Madam Estelle war inzwischen durch die Terrassentür nach draußen getreten und fuhr die Markise aus. Sie nahm meine Sachen auf ihren Arm, die sie eben auf dem Terrassentisch abgelegt hatte und kam zur Gittertür, um sie mir zu öffnen.

„Na, wie gefällt er dir?“ sprach sie mich lächelnd an.

Dann hielt sie mir meine Sachen hin und meinte nur, es sei OK, wenn ich nun Nein sagen würde, mich anziehen würde und einfach ging. Sollte ich mich jedoch fürs Bleiben entscheiden, würde sie mich nur noch einmal nach einer vierwöchigen Probezeit fragen, ob ich gehen will und wenn ich dann wieder mit Ja antworten würde, wäre mein Schicksal auf Jahre hin besiegelt.

Ich schluckte und war schon sehr hin und her gerissen, wie sollte ich mich entscheiden, was sollte ich tun? Aufstehen und einfach gehen oder bleiben und ein menschlicher Hund werden? Beziehungsweise, aufstehen und mein früheres Leben wieder aufnehmen oder bei dieser aufregenden Frau bleiben?

Sie kraulte mir meinen Nacken und meinen Kopf, anschließend beugte sie sich zu mir herunter und küsste mich auf die Wange. Sofort waren alle Zweifel vergessen und ich war wieder total verliebt in meine Herrin. Ja, mir wurde immer bewusster, dass es genau das war, was ich wollte: ein Hund sein, IHR Hund sein! So wie ich es virtuell schon lange war.

Instinktiv und leicht verlegen drehte ich mich von ihr weg, nicht ohne ein letztes Reiben an ihrem Bein, und trottete zurück durch die kleine Tür in meinen Zwinger. Ich verzog mich in die linke hintere Ecke. Madam ließ mich gewähren. Sie spürte wohl, dass ich nun meine Ruhe haben wollte, um über alles nachzudenken.

So in Gedanken versunken, ließ ich mir nochmals alles durch den Kopf gehen und überlegte, was ich nun tun würde. Aber mein Entschluss war längst klar, war längst gefasst.

„Ich bleibe bei Ihnen, Madam, und bitte Sie unterwürfigst, von Ihnen als Hund ausgebildet zu werden. Ich bitte unterwürfigst darum, ihr Hund sein zu dürfen!“ waren dann auch meine ersten Worte, als Madam Estelle nach mir endlos lang erscheinender Zeit wieder vor dem Zwinger auftauchte und mich fragte, wie ich mich denn nun entschieden hätte.

„Okay?“ sagte sie, „dann wollen wir mal langsam mit deiner Ausbildung beginnen. Komm nach vorne durch die Tür!“

Während ich mich nun auf allen Vieren einigermaßen schnell zum Ausgang bewegte - wie gesagt ein aufrechter Gang war im Zwinger nicht möglich und wird von Madam sowieso nicht gewünscht - bekam ich schon etwas Bammel, wusste ich doch überhaupt nicht, was mich nun da draußen außerhalb meiner ‚Schutzzone‘ erwarten würde.

Ich zwängte mich durch die Öffnung, die sie mir aufhielt und landete vor ihren Füßen. Während sie mir dabei die Laufkette löste und mir eine Hundeleine anlegte, versuchte ich natürlich immer wieder, meinen Kopf an ihren Beinen zu reiben und immer wieder Zärtlichkeiten zu erlangen, bis sie plötzlich ein klares und strenges „Aus! Mach Platz!“ ausstieß. Sofort schreckte ich zurück und legte mich irgendwie ab.

Nun lachte Madam Estelle und sagte: „Das üben wir noch.“

Dann zog sie mich an der Hundeleine ins Haus und somit ins Wohnzimmer, wo ich den ganzen restlichen Tag ´Sitz`, `Platz` und `bei Fuß` üben durfte.

Das `Platz`-Machen war dabei mit Sicherheit am schwersten, musste ich mich doch hierbei auf den Bauch legen, meine angewinkelten Beine spreizen und mich nicht mehr bewegen.

Das `Sitz`-Machen wollte sie folgendermaßen sehen: Ich gehe dabei auf die Knie, drücke die Oberschenkel nach außen und halte die Hände gestreckt vor meinen Körper.

Oder das `Bei-Fuß`-Gehen: Hierbei muss ich beachten, dass ich immer an der rechten Seite laufe, einen Spielraum von einem Meter einhalte, den ich vor oder zurück bleiben darf, aber keinesfalls mehr als 30 cm von ihrem Bein wegbleiben soll.

Als sie mit mir zufrieden und keine Korrektur mehr nötig war, erhielt ich ein Leckerli und sie drückte mich an sich, streichelte und knuddelte mich kräftig durch. Sie lobte mich, was mir heute noch immer runter geht wie Öl.

Wir übten stundenlang immer wieder das gleiche, `Platz, Sitz, Fuß‘. Vor allem beim Befehl `bei Fuß` hatte ich so meine Schwierigkeiten, aber Madam zeigte eine unendliche Geduld. Dann wurde es Abend und ich durfte wieder zu Madam ins Bett. Gegen Mittenacht schickte sie mich aber in meinen Zwinger und ich schlief dort in meiner Hütte selig ein.

Meine erste Sommernacht als Hund in einem Zwinger! Das war irgendwie schon ein seltsames Gefühl, das mir jedoch gefiel, das mich im Innersten erregte.

Als ich frühmorgens aufwachte, wurde mir eigentlich erst so richtig bewusst, was gestern alles geschehen war. Ich trug noch immer dieses Halsband und habe den Plug mit dem buschigen Schweif in meinem Hintern. Ansonsten liege ich nackt in dieser Hundehütte und werde als Hund gehalten, als Hund einer wirklich scharfen Frau! Auch wenn da etwas zwischen ihren Beinen hängt. Das macht die ganze Sache aber noch erregender!

‚Träume ich oder bin ich wach? Das kann doch alles nicht wahr sein,‘ dachte ich mehrere Male. Nach dem dutzendsten Kneifen und Zwicken akzeptierte ich dann aber doch meine etwas andere Situation.

Bald kroch ich dann aus der Hütte hervor. Ich sah, dass nicht nur die Sonne bereits aufgegangen war, sondern dass auch die Hundeklappe offen stand, die ins Haus führte. Ich bewegte mich also auf allen Vieren zu der Klappe, kroch durch die Öffnung in den Innenzwinger. In der linken Ecke stand ein Napf, reichlich gefüllt mit Tomatenstückchen, Paprikas und Möhrchen. In der rechten Ecke des Zwingers befand sich ein Hundeklo.

Ich stillte erst einmal meinen Hunger und an der Saugflasche an den Gitterstäben meinen Durst, als plötzlich Madam vor der inneren Zwingertür stand und sie öffnete. Freudig kroch ich ihr entgegen. Beim Verlassen des Zwingers befestigte sie wieder die Hundeleine an meinem Halsband.

Sie ging mit mir ‚bei Fuß‘ zur Couch, setzte sich dort und kraulte mir meinen Nacken und meinen Kopf. Anschließend beugte sie sich zu mir herunter und küsste mich auf die Wange. Dann hob sie meinen Kopf mit dem Zeigefinger unter dem Kinn und küsste mich mit Zunge. Mir wurde heiß und ich spürte, wie er zwischen meinen Beinen steif wurde. Mir wurde immer bewusster, dass es genau das ist, was ich wollte: ein Hund sein, ihr Hund sein.

Dann aber begann sie, Leine und Halsband zu lösen und den Hundeschweif zu entfernen.

„Justin,“ sagte sie jetzt. „Justin, zieh dich an, wir wollen frühstücken und dann musst du noch einmal durch den Garten und alles kontrollieren! Nach dem Mittagessen gebe ich dir frei! Du fährst nach Hause. Dort hast du den Abstand, den du brauchst zum Überlegen! Dann sehe ich dich nächsten Samstag früh wieder oder du meldest dich per Telefon und sagst alles ab!“

Nun war ich wieder durcheinander. Nach dem Frühstück schaute ich mich noch einmal auf dem Grundstück um und brachte hier und da ein paar Kleinigkeiten in Ordnung. Dann fuhr ich nach dem Mittagessen nach Hause, nachdem mich Madam Estelle auf das Herzlichste verabschiedet hatte. Nein, ich wollte nicht absagen! Der Plan war, bis zum Schulabschluss an den Wochenenden tagsüber auf dem Bergerhof zu arbeiten und in der restlichen Zeit meiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen, Madams Hund zu sein. Später wollte ich dann bei ihr eine Ausbildung machen und mich nebenbei auch einem Hundetraining zu unterziehen.

Nach meiner Ausbildung wäre ich dann in zwei Funktionen fest bei Madam Estelle angestellt!

Am nächsten Samstag kam ich also wieder am Vormittag mit dem Bus zum Bergerhof und kümmerte mich zuerst wieder um den Garten. Gegen Mittag kam Madam mit einem Henkelmann zu mir heraus und ließ mich Gulasch mit Kartoffeln daraus essen. Am Nachmittag, als ich soweit durch war, ging ich zur Terrasse und versuchte die Terrassentür aufzudrücken. Madam Estelle stand in diesem Moment von der Couch auf, legte ein Buch zur Seite und kam mir entgegen.

„Nicht mit der Arbeitskleidung ins Haus!“ sagte sie, als sie durch die Tür ins Freie trat. Sie hatte, während ich im Garten beschäftigt war, die Markise ausgefahren und sagte nun:

„Zieh dich aus und lege deine Sachen auf den Tisch!“

Also zog ich mich vor ihr aus und Madam nahm die Kleidung, um sie zu sortieren. Die Gummistiefel waren schnell gereinigt, da das Wetter trocken war. Meine Hose trug sie in die Waschküche und den Rest nahm sie mit nach drinnen. Ich stand derweil ein paar Minuten wie bestellt und nicht abgeholt nackt auf der Terrasse, bis sie mit den Hundeassessoirs zurückkam.

„Chico, mach ‚Sitz‘,“ war das erste, das nun aus ihrem Mund kam. Ich ging nun also in die Knie, wie ich es gelernt hatte. Sie befestigte Halsband und Plug und zog mir Pfotenhandschuhe und Knieschoner an. Am Halsband befestigte daran eine lange Laufleine, so dass ich überall auf der Wiese hin kam. Ich konnte überall hin laufen, nur nicht ins Haus zurück. Soweit reichte meine Leine leider nicht.

Schon bald verspürte ich einen immer stärker werdenden Drang in meiner Blase. Ich musste mich dringend erleichtern. Ich flüsterte, weil ich zu dieser Zeit noch nicht wusste wie ein Hund mitteilt, dass er aufs WC muss.

Aber Madam Estelle zeigte nur rüber zum Zwinger, in dem sich ja in der hinteren Ecke mein Hundeklo befand. Doch das wollte ich damals noch nicht wirklich. Ich konnte das einfach nicht. Ich schämte mich. Madam Estelle ging ohne mich weiter zu beachten ins Haus zurück und ließ mich allein mit meinen Sorgen, mit meinem Drang. Ich war nun zwar alleine und könnte so meinem Drang auf dem Hundeklo nachgehen, aber ich sah das Ding durch die Stäbe nur zweifelnd an.

Nach einiger Zeit kam sie zurück in den Garten, sah mir ins Gesicht und sagte:

„Na gut, wenn du nicht auf dein Hundeklo möchtest, dann gehen wir eben Gassi.“

Sie ging mit mir hinter den Busch, so dass ich vom Haus aus unbeobachtet war. Ich war wahrscheinlich noch nie so gut `bei Fuß` gelaufen. Dort angekommen, zeigt sie auf den Busch. Ich dachte mir noch, ‚du spinnst ja, ich kann mich doch hier nicht erleichtern,‘ spürte aber dann wieder meinen unverminderten Drang.

Es blieb mir also letztlich nichts anders übrig, als mich dort zu erleichtern. Ich hatte fieberhaft überlegt, wie ich mich dabei verhalte, um mich nicht zu besudeln. Ich lehnte mich also an das Bein von Madam und hob das andere Bein. Dann ließ ich es nur so plätschern. Ja, man hätte glauben können, ich wollte einen neuen Baggersee anlegen, so lief es an mir runter. Natürlich traf ich mich teilweise auch selbst.

Zurück beim Haus, nahm Madam also den Gartenschlauch und begann mich abzuspritzen. Ich zog mich immer weiter zurück, aber es nutzte nichts. Dann aber trocknete sie mich mit einem warmen, flauschigen Tuch sehr zärtlich ab und redete beruhigend auf mich ein.

Dann ging für mich das Training weiter. Ich bekam eine Augenbinde um. Diesmal sollte ich das ‚Schnüffeln‘ üben, Kopf runter und mit der Nase über den Boden. Was habe ich niesen müssen, bei dieser Übung!

Nun ließ mich Madam immer schön im Kreis laufen, mal links rum, mal rechts rum. Das ging solange, bis ich irgendwann vollkommen die Orientierung verloren hatte, wegen meiner Augenbinde. Man weiß irgendwann überhaupt nicht mehr, wo vorne und wo hinten ist.

Nach einiger Zeit durfte ich dann endlich Platz machen und Madam Estelle sagte zu mir:

„Wenn du heute etwas Frisches und Warmes essen möchtest, wirst du es dir mit deiner Nase und deinen Ohren suchen müssen.“

Einen kleinen Tipp gab sie mir noch: „Es steht in Richtung Zwinger.“

Dieses Spiel ging den ganzen Tag über so, ich bekam nur das zu fressen, was ich mit meiner Nase erschnüffelt hatte. Zu meinem Glück ließ Madam Müsli und sonstiges schwierig für mich aufzunehmende Futter weg und begnügte sich mit Hundestickern und sauren Gurken in meinem Fressnapf, wobei das letztere auch nicht so mein Fall ist, aber immer noch besser als echtes Hundefutter oder was es sonst noch so alles gab.

Immer wenn ich meinen Napf leer gefuttert hatte, viel war selten drin, füllte mein Frauchen ihn wieder und stellte ihn an eine andere Stelle im Garten und ich durfte mich dann anschließend wieder auf Schnüffeltour begeben.

Am Nachmittag wurden auch `Platz`, `Sitz` und `bei Fuß` geübt, bis sie für heute zufrieden war. Ganz besonders zu schaffen machte mir das `Bei Fuß`-Gehen, weil ich es selten geschafft hatte, die richtigen Abstände einzuhalten.

Als sich mein Trainingstag so langsam zum Ende neigte, schickte sie mich endlich zurück in den Zwinger, nicht ohne mich vorher mit dem Wasserschlauch abzuspritzen, trocken zu rubbeln und ausgiebig zu knuddeln. Es dauerte nicht lange, bis ich in meiner Hundehütte einschlief.
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Re: Chico

Beitragvon SirHermann » 23. Jul 2014 14:34

Ich träumte von schönen Landschaften, blühenden Wiesen und sah mich in Hundegestalt - mein ganzer Körper war zum Hundekörper mutiert, außer mein Kopf - der hatte sich nicht verändert - über Felder toben. Ich war richtig glücklich. Auch Madam Estelle konnte ich erkennen, die genauso glücklich war wie ich. Wir tollten ewig lange auf den Wiesen herum. Ich lief wie ein stolzer Rüde auf allen Vieren neben ihr her. Sie streichelte und knuddelte mich heftig, warf ein Stöckchen, das ich natürlich sofort und schnell zu ihr zurückbrachte und sie warf es erneut in hohem Bogen in die Wiese.

Doch wie das mit Träumen oft so ist, wurde ich durch ein Geräusch geweckt. Madam schob gerade den Napf in den Zwinger. Ich freute mich tierisch sie zu sehen! Das heißt, nicht tierisch weil ich ein Hund war, sondern eben tierisch im übertragenen Sinn.

Ich verspürte einen ungeheuren Hunger nach etwas Essbarem. Ich erhob mich, streckte mich verschlafen und kroch zu dem Napf, der diesmal mit frischem Gemüse gefüllt war. Ratzeputz war der Napf geleert, so hungrig war ich. Dabei bemerkte ich gar nicht, wie sehr ich mich schon an das Hundedasein gewöhnt hatte: Ich benutzte, während ich frühstückte, nicht einmal meine Hände - äh Pfoten.

Dann öffnete sie den Zwinger und ließ mich herauskommen. Auf dem Tisch lag meine Arbeitskleidung und die Stiefel standen davor. Ich sollte alles anziehen und vor dem Mittagessen nochmal im Garten nach dem Rechten sehen. Danach musste ich die Arbeitskleidung wieder ausziehen. Es gab Mittagessen und danach holte Madam mich wieder in ihr Schlafzimmer, bevor ich – angezogen mit meiner Alltagskleidung – zum Bus ging und nach Hause fuhr.

An den darauffolgenden Wochenenden war alles ähnlich wie bisher. Es entwickelte sich so eine feste Struktur heraus, in der ich mich geborgen fühlte. Morgens kam ich im Bergerhof an und zog mich im Geräteschuppen um. In Arbeitskleidung ging ich, bewaffnet mit Gartengerät, in den Park und arbeitete dort bis in den Nachmittag. Madam Estelle brachte mir am Vormittag ein paar belegte Brote mit einer Thermosflasche Tee an meine Arbeitsstelle. Dabei informierte sich über den Fortgang meiner Gartenarbeit und machte mich auf Sachen aufmerksam, die während der vergangenen Woche geschehen waren. Ich kümmerte mich dann darum und am frühen Nachmittag durfte ich bei ihr Mittag essen, nachdem ich mich wieder umgezogen hatte. Dann begann mein zweites Leben als Madams Hund.

Zuerst wiederholten wir das, was ich am vorherigen Wochenende gelernt hatte, dann kam jedesmal eine neue Lektion dran. Danach gab es ein leichtes Nachtessen und ich durfte Madams Bett teilen. Ich schwebte jedesmal in himmlischen Sphären. Dann schlief ich in der Hütte in meinem Zwinger und träumte regelmäßig vom glücklichen Hundeleben bei meinem Frauchen. Nach ausgiebigem Knuddeln am Sonntagmorgen musste ich nochmal den Garten kontrollieren. War ich zufrieden, gab es Mittagessen und ich fuhr nachhause.

Während meiner Ausbildung sahen meine Tage auf dem Bergerhof ähnlich aus. Nur dass ich morgens kam und am frühen Abend mit dem letzten Überlandbus nachhause fuhr. Das ging dann allerdings an sieben Tagen in der Woche so! Dafür bekam ich siebzig Tage Urlaub von Madam, die ich an vierzehn Wochen im Sommer und im Winter nehmen konnte. In diesen Urlauben ging ich jedoch an den Wochenenden zum Hundetraining weiterhin zu Madam, außer wenn meine Eltern in Urlaub fuhren. Da begleitete ich natürlich meine Eltern. Aber das waren nur zwei oder drei Wochen im Jahr, die mir Madam Estelle großzügig gewährte.

An einem dieser Wochenenden, es war schon etwas vorgerückt im Jahr, das Wetter war längst nicht mehr so strahlend, fasste Madam in ihre Tasche und hielt mir ein Paprikastück vor die Nase.

‚Oh, gut,‘ dachte ich und wollte sofort zuschnappen.

Aber sie zog das Stück sofort wieder weg und sagte nur: „Sitz.“

Irgendwie hörte sich dieses ‚Sitz‘ von ihr heute sehr, sehr streng an. Ich war ja nun bereits gut trainiert, was den Tonfall ihrer Stimme anbetraf, um zu erkennen, wie sie gelaunt war, so dass ich mich sofort in die geforderte Stellung begab.

Sie hielt mir das Stück dann wieder vor die Nase und ich schnappte wieder danach. Aber wieder war das Stück aus meiner Reichweite. Sie hielt es mir zum dritten Mal unter die Nase und diesmal machte ich nichts, auch nicht als sie mir es genau vor meinen Mund hielt.

„Brav,“ sagte sie nun und dann: „Friss,“ und als ich dann zuschnappte, ließ sie es zu.

Sie hielt mir dann ein neues Stück vor meine Nase. Jetzt wartete ich, bis sie mir es erlaubte! Danach bückte sie sich zu mir herunter, knuddelte mich feste durch und streichelte mich ausgiebig und lang. Das Knuddeln und Streicheln gehört noch heute zu den schönsten Momenten meines Hundedaseins.

Später ging es dann wieder zum Üben auf die Wiese. Leider hatte sich das Wetter verschlechtert. Madam zog sich einen gelben Regenmantel an und mir verpasste sie ein großes Regencape. Ständig auf der nassen Wiese meine Übungen einzustudieren war nicht gerade schön, aber da Madam dabei war, war ich zufrieden, konnte ich doch auf diese Weise ihr ganz nahe sein. Dort hieß es dann wieder ‚Platz‘, ‚Sitz‘, ‚bei Fuß‘, und auch Stöckchen holen war dabei, nur dass sie diesmal so gemein war, das Stöckchen in den künstlichen See zu werfen.

Das erste Mal bin ich noch geschwommen wie ein Mensch, aber sie schimpfte mit mir. Beim zweiten Mal wusste ich dann, wie sie es haben wollte, und ich bin gekrault und gestrampelt wie ein Hund. Das war fürchterlich anstrengend. Man ist nach einer halben Stunde absolut tot, fertig, kaputt und erledigt!

Als ich nach dem zehnten Mal aus dem Wasser kam - zu diesem Zeitpunkt bin ich eigentlich nur mehr heraus gekrochen -, gab es wieder einen dicken Kuss und ihre Streicheleinheiten, die ich mir auch wirklich verdient hatte.

Ich musste mich schütteln, wie ein Hund das macht, dann gingen wir zum Haus zurück und sie spritzte mich warm ab, bevor sie mich trocken rubbelte mit dem schön flauschigen Tuch, dass sie dafür immer verwendete.

Mit mir war an diesem Abend nicht mehr viel los und so schlief ich wie tot ein und träumte wieder meinen Wald- und Wiesentraum.

Am darauffolgenden Samstag, meinem nächsten Trainingstag, regnete es schon wieder. Madam Estelle stellte mir einen Laptop auf die Terrasse, nachdem ich mich im Zwinger auf der Matratze abgelegt hatte. Sie schaltete ihn ein und ging zurück ins Haus. Das nun folgende Video dauerte geschlagene vier Stunden und es ging darin um nichts anderes, als um Hunde, wie sich Hunde verhalten, was sie wann machen und was nicht.

Madam Estelle ließ sich während dieser Zeit nicht ein einziges Mal blicken. Ich hatte echte Schwierigkeiten, mich auf den Film zu konzentrieren, denn erstens regnete es in Strömen und zweitens war der Inhalt äußerst langweilig. Dass der Film für mich pädagogische Konsequenzen haben würde, war mir wohl klar, denn alles was Madam tat, hatte bisher irgendeinen Sinn gehabt. Und daher versuchte ich mir möglichst viele Dinge zu merken, die in diesem Film vorkamen.

Kurz nach Ende des Videos kam Madam endlich wieder zu mir und machte einige Tests, um festzustellen ob ich mir das Video auch genau angeschaut hatte und ich musste ihr zum Beispiel zeigen was ein Hund macht, wenn er sich schämt (Pfoten über die Schnauze und die Augen) oder wie eine Hund seine Demut zeigt (den Hals zeigen), um nur mal zwei Dinge zu erwähnen. Immer wieder spulte sie das Video auf die bestimmte Sequenz und zeigte sie mir noch einmal. Schließlich war sie zufrieden, knuddelte mich und brachte mir das Abendessen.
Das war ein Tag, an dem ich weder aus meinem Zwinger, noch auch nur eine einzige Minute von meiner Laufleine befreit gewesen wäre.

Am nächsten Wochenende war es etwas trockener. Madam machte meine Hundeleine am Halsband fest und ging mit mir hinüber zum Schuppen. Ich lief ‚bei Fuß‘ neben Madam her und war gespannt, was nun folgen würde. Im Schuppen angekommen, musste ich `Sitz` machen. Sie legte mir eine Augenbinde um, so dass ich absolut nichts mehr sehen konnte.

Erst dachte ich: „Aha, wieder das Schnüffelspiel.“

Aber als sie mir dann auch noch eine Nasenklammer auf der Nase setzte, kannte ich mich fürs erste nicht mehr aus. Sie löste dann die Hundeleine vom Halsband, brachte eine Kette daran an und ließ mich mitten im Schuppen einfach sitzen. Ich hörte wie sich ihre Schritte entfernten und sie sich anscheinend mir selbst überließ.

Ich konnte nichts sehen, nichts riechen, meine Hände steckten in Pfotenhandschuhen und waren daher nahezu unbrauchbar. Also hatte ich eigentlich auch keinen gescheiten Tastsinn mehr. Was sollte das alles?

Auf einmal vernahm ich ihre Stimme: „So mein Chico, heute musst du dein Essen mit deinen Ohren finden! Nur da, wo du das Geklapper des Geschirrs hören kannst, ist dein Fressen, nirgends sonst. Wenn du musst, suche die Stellen, wo du den Wald rauschen hörst, denn nur dort ist deine Hundetoilette und nun viel Spaß."

Ich dachte mir zuerst: „Wie stellt sie sich das nun wieder vor?“

Aber von da an waren im Schuppen von überall her Geräusche zu vernehmen - mal laut, mal leise. Je nachdem, wie sie die Boxen eingestellt hatte, kämpfte ich mich durch diesen Lärm. Dann machte sie die Geräuschkulisse wieder so leise, dass ich fast überhaupt nichts mehr hören konnte und ich sehr konzentrieren musste, um überhaupt etwas zu hören.

Irgendwann am späten Nachmittag hatte ich dann mein Fressen gefunden, für mein Geschäft hatte ich allerdings gebraucht, bis es fast dunkel war.

Ich schlich förmlich zurück in meinen Zwinger, so kaputt hatte mich das heutige Training gemacht und schlief auch schon bald ein.

Am nächsten Morgen, als ich erwachte, konnte man hinter ein paar dicken Wolken schon ein bisschen die Sonne hervorschauen sehen.

Madam hatte die Klappe zum Innenzwinger geöffnet. Ich kroch hindurch und sah mein Frühstück dort stehen. Madam sah ich nicht. Nach meinem Frühstück machte ich ‚Platz‘ auf meiner Matratze, als aber eine kleine Ewigkeit verstrichen schien ohne dass Madam Estelle aufgetaucht wäre, stand ich auf und untersuchte das Gitter des Innenzwingers. Ich fand die Zwingertür offen. Da mir fürchterlich langweilig war, kroch ich aus dem Zwinger und begann das Haus zu erkunden, soweit die Türen offen oder nur angelehnt waren.

Nachdem ich dann alle mir zugänglichen Räume erkundet und genauestens inspiziert hatte, fing ich an, übermütig zu werden und ich hatte wohl ziemlichen Mist gebaut.

Im Wohnzimmer stand eine wunderschöne Ledersofagarnitur und ich hatte natürlich nichts Besseres zu tun, als mich auf dem schönen Sofa breit zu machen und das selbstverständlich in Hundemanier. Der Hund liegt hierbei auf der Seite, die Arme und Beine werden hierbei im rechten Winkel abgestreckt.

Als Madam Estelle nach einer Weile ins Wohnzimmer kam und mich so liegen sah, sagte sie zunächst einmal nichts. Stattdessen zog sie einmal stark an meinem Halsband und riss mich fast vom Sofa. Dann sagte sie noch in kurzem, scharfem Ton dazu:

„Runter da und wage es nie wieder, auf dem Sofa zu liegen!“

Aber woher sollte ich es denn wissen? Ausdrücklich erwähnt hatte Madam es nicht und ein Schild auf dem `Betreten verboten` stand, konnte ich auch nicht entdecken.

So zog ich mich erst einmal wieder in meinen Zwinger zurück. Wenn man halt nichts zu tun hat, kann einem eben sehr schnell langweilig werden und man kann dabei auf dumme Ideen kommen. Auch einem jungen Hund wird mal fade.

Dann verzog sie sich wieder in ihr Büro und ließ mich den restlichen Morgen in Ruhe. Ich konnte weiter nichts tun, als so richtig hundefaul herumliegen. So gegen Mittag fiel mir dann auf, dass mein Magen fürchterlich knurrte.

Ich trottete also gemächlich in Richtung Küche und schon von weitem stieg mir der angenehme Geruch von vermutlich feinstem Essen in die Nase. So konnte ich schon von weitem auf jeden Fall Rosenkohl und Sauerkraut riechen und wenn man wie ich eh schon fast auf dem Zahnfleisch daher kommt - will sagen, Einem der Magen knurrt, als hätte man aus Versehen einen ChowChow verschluckt -, dann fliegen die Füße und Hände beinah in Richtung Küche.

Dort schickte mich Madam Estelle erst einmal zurück ins Bad und ins Schlafzimmer, mich zurechtmachen und meine Alltagskleidung wieder anziehen. Zurück in der Küche gab sie mir einen heißen Kuss und tischte mir ein mehrgängiges Menü auf. Sie sagte, sie hätte heute Nachmittag Gäste. Ein paar Bekannte kämen mit ihren human Doggies – aber ich wäre dann sowieso zuhause bei meinen Eltern.

Ob ich die Leute auch irgendwann kennenlernen würde, fragte ich. Madam bestätigte mir das für die Zukunft, wenn ich nach der Ausbildung ganz bei ihr wohnen würde – wenn ich dann noch Interesse daran hätte. Der Gedanke, andere menschliche Hunde kennenzulernen, erregte mich und kroch mir die ganze nächste Zeit durch meine Hirnwindungen.

Ich machte dann - wie geplant – meine Ausbildung bei Madam Estelle auf dem Bergerhof. Drei Jahre später zog ich zu ihr. Meinen Eltern sagte ich, dass ich am besten bei Arbeit wohnen würde, so dass die Fahrzeiten und Fahrkosten wegfallen würden. Trotzdem würde ich den Kontakt nicht abbrechen und gerne zu den Familienfeiern anwesend sein.

Das ständige Wechseln zwischen der Rolle als Mensch und als Hund war zwar anstrengend, es erregte mich aber auch immer wieder, wenn ich auf alle Viere gehen und meine Hütte im Außenzwinger beziehen konnte. Madam Estelle verbrachte sehr viel Zeit mit mir und führte bald ein Programm ein, das sie Dog Agility nannte. Ich musste verschiedene Kunststückchen üben. Das war richtiger Sport und ich war danach regelmäßig total müde. Es gab aber auch etwas Schönes dabei: Das Dog-Dancing!

Dabei bewegte ich mich mit Madam auf einer kleinen freien Fläche und achtete genau auf ihre Bewegungen. Sie hatte mir zu den verbalen Kommandos entsprechende Handzeichen beigebracht, nach denen ich mich nun bewegen musste. Das ganze geschah mit Musikbegleitung und Madam bewegte sich mit mir auf der ‚Tanzfläche‘.

Einige Wochen später legte sie mir die kurze Leine an, mit der ich immer mit ihr ‚bei Fuß‘ ging. Statt in den Garten führte sie mich aber diesmal vorne heraus zu ihrem Auto. Sie zog kurz an der Leine, was soviel hieß wie: `Auf geht‘s, wir gehen! Folge mir!`

Ihr Auto war eine Art Geländewagen. Madam öffnete die Heckklappe und sagte: „Hopp, spring rein, Chico!“

Ich machte einen Satz in Richtung Kofferraum. Drinnen sah ich, dass zwischen mir und dem Fond ein Hundenetz hochgezogen war. Die Fenster hinten waren getönt. Madam Estelle band mich nun relativ kurz an irgendeinem Gestänge im Auto so fest, dass ich nicht schauen konnte, wo wir hinfuhren.

Dann fuhren wir los und als sie wieder anhielt und mich heraus ließ, sah ich, dass wir auf einem anderen Bauernhof angekommen waren. Madam holte noch eine kleine Reisetasche vom Rücksitz und dann begrüßte uns schon ein Mann, der aus dem Wohnhaus getreten war, als Madam mich aus dem Wagen herausließ.

Wir wollten gerade zusammen auf das Wohnhaus zu gehen, als in kurzer Folge weitere Autos eintrafen. Eines davon war ein kleiner Lieferwagen mit der Aufschrift ‚Gartenhof Tierpension‘. Die Leute aus den PKWs traten zu uns und begrüßten uns, während der Fahrer des Lieferwagens dessen Hecktüre öffnete, ein Brett herauszog und anlegte. Danach verließen vier human Doggies den Lieferwagen. Ich machte große Augen!

Die Doggies kamen mehr oder weniger sicher auf allen Vieren zu uns gelaufen und gesellten sich zu den Anderen in der Gruppe, von denen sie zärtlich begrüßt wurden. Ich machte ‚Sitz‘ und schaute in die Runde. Frauen waren hier bei den Hundeführern definitiv in der Überzahl, während bei den Pets die Männer in der Überzahl waren. Nur die Cat war noch weiblich. Die Cat hatte ebenfalls einen Herrn. Ein Mann trat jetzt hinzu und begrüßte unsere Gruppe. Dann führte er uns ins Haus und wies uns unsere Zimmer zu.

Das Zimmer hatte ein großes Bad mit breiter Dusche, Waschbecken, WC und – Hundeklo! Im Zimmer stand ein breites Einzelbett, zwei Sessel ein kleiner Couchtisch, Kleiderschrank und ein – Sideboard – und was für eins! Es bestand aus einem Käfig mit weicher Unterlage und zwei Decken und darüber einem Brett auf dem Deckchen lagen, ein Fernseher und eine Musikanlage stand, sowie eine Vase mit Blumen.

Der Mann, es war der Hofbesitzer, sagte zu Madam:

„Richten Sie sich kurz ein, Frau Berger. Danach möchte ich sie alle zu einem Drink einladen, unten in der Halle. Währenddessen erzähle ich Ihnen etwas zum Dog-Wochenende auf dem Hof – unterstützt mit ein paar Bildern.“

Kurz darauf führte mich Madam die Treppe hinab in die Halle. Nachdem noch weitere zwei Damen mit ihren Rüden hinzugekommen waren, begrüßte uns der Hofbesitzer noch einmal kurz und eröffnete die Ton-Bild-Schau. Er erklärte den Aufenthalt auf dem Hof in kurzen Vorträgen, unterbrochen mit Videoclips von vergangenen Sessions. Dabei machte er auch Werbung für Aufenthalte von ein bis drei Wochen auf seinem Hof.

Nach dem Ende des Vortrages, lud er die Damen und Herren ein sich an den Tisch zu setzen und das Programm für den morgigen Samstag zu besprechen. Der Sonntagvormittag, schlug er vor, sollten die Damen und Herren mit ihren Pets verbringen, wie jeder gerne möchte: Entweder auf dem Zimmer oder für Spaziergänge auf dem Gelände innerhalb der hohen Hecken.

Während dieses Gesprächs trugen er und seine Frau ein üppiges Essen auf. Wir Pets bekamen unsere Portionen in flachen Schüsseln vorgesetzt.
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Re: Chico

Beitragvon SirHermann » 23. Jul 2014 14:37

Nach dem Essen gingen die Damen und Herren ihren Gläsern in der Hand in der Halle umher und sahen sich die Bilder an der Wand an. Dabei machten sie noch einige Zeit Smalltalk in kleinen Grüppchen. Ich blieb an Madams Seite. Ich hatte mich selbständig auf meine Fersen abgesetzt und die Leute beobachtet, wenn Madam stehen blieb, um sich zu unterhalten. Dabei stellte ich fest, dass ich mehr auf die Gesten und Bewegungen der Menschen um mich herum achtete, als auf die Gespräche. Ja, ich bekam eigentlich überhaupt nichts von den Gesprächen mit, obwohl ich mich unmittelbar dabei befand.

Später am Abend ging sie mit mir an ihrer Seite auf die Treppe zu den Zimmern zu. Kurz hinter uns ging ein Mann mit seiner älteren Hündin. Auch sie wollten zu den Zimmern. Unwillkürlich machte ich ein paar größere Sätze auf der Treppe, so dass ich vor Madam kam und die Leine gespannt wurde.

Oben angekommen schließt sich bald die Zimmertür hinter uns und wir sind mit uns alleine. Madam Estelle zieht sich ihr Abendkleid aus und hängt es in den Schrank. Ich habe mich abgelegt und schaue ihr zu. Sie geht zu Bett und hebt mir einladend die Bettdecke hoch. Ich mache einen Satz und liege sofort neben Madam. Dann liegen wir eng aneinander gekuschelt unter der Decke und sie lässt ihree Finger über meine Haut wandern, bis es mir wieder einmal anders wird.

*


Am anderen Morgen kitzelten die Strahlen der Sonne durch die Fenstervorhänge wach. Bald darauf gingen wir zum Frühstück hinunter und setzten uns an den langen Tisch, der schon gedeckt und hübsch dekoriert war.

Nach dem Frühstück führte uns der Hofbesitzer vor die Tür. Ich schaute erstaunt über die Wiese hinter dem Haus. Der Hofbesitzer und seine Mitarbeiter hatten mehrere Parcours aufgebaut.

Als erstes sollten die Herren und Herrinnen mit einem Tennisball, der aber mit Sand gefüllt schien, eine Zielscheibe treffen, erklärte der Hofbesitzer. Wir sollten dann den Ball apportieren. Das Ganze wurde fünfmal wiederholt und die Zeit gestoppt, so dass Rangplätze vergeben werden konnten.

Dann sollten wir gemeinsam mit den Herren und Herrinnen nacheinander auf Zeit einen Slalom-Kurs durchgehen. Wir sollten dabei auf die Handzeichen und Kettensignale achten. Ausgelassene Schleifen des mit Fähnchen auf der Wiese abgesteckten Kurses führten zu Punktabzug.

Zwischen den Disziplinen durften wir uns auf Decken ablegen und eine Viertelstunde ruhen. Die Herren und Herrinnen hatten viel zu lachen und auch ich bekam Madams Fröhlichkeit zu spüren: Sie knuddelte mich oft.

Dann kam eine Art Limbo dran: Die Doggies sollten unter einer Stange durch krabbeln, die frei über zwei Stühlen lag. Nur eine von uns schaffte das, ohne die Stange zu berühren.

Über diesen Spaß verging der Morgen und so kam es, dass das Mittagessen in der Halle erst spät eingenommen wurde. Vorher duschten wir wieder alle auf unseren Zimmern und nachher war eine Stunde Ruhen angesagt.

Am Nachmittag ging es dann wieder vor die Tür. Der Hofbesitzer hatte weitere Disziplinen im Programm, bevor dann in der Dämmerung beim gemeinsamen Grillen die Siegerehrung stattfinden sollte.

Als wir die Wiese wieder betraten, waren dort Balance-Übungen aufgebaut. Wir machten alle Übungen immer als Doggie-Herrin-Team. Zum Beispiel musste ich über ein geschliffenes und lackiertes Holzbrett gehen, das mittig auf einer Stange lag. Als ich die Stange erreichte, schlug das Brett wie eine Wippe hinten hoch und ich konnte im Weitergehen den Grasboden wieder erreichen. Madam war immer neben mir und glich meine Balanceprobleme stützend aus.

Für die nächste Übung wurde das Brett an einen Tisch gelehnt, an dem schon ein anderes Brett lehnte. Hier sollten wir vorwärts über das Brett den Tisch erklimmen, dort drehen und rückwärts über das andere Brett den Tisch wieder verlassen.

Während der folgenden Ruhepause gab der Hofbesitzer schon einmal Zwischenergebnisse bekannt.

Danach war Dog Dancing angesagt. Madam sollte sich mit mir neben den anderen Paarungen aufstellen und etwa anderthalb Meter Platz zum nächsten Pärchen lassen. Während bisher die anderen Teilnehmer die Geräuschkulisse bildeten über Anfeuerungsrufe und anerkennendes Klatschen, schaltete der Hofbesitzer jetzt Musik hinzu. Madam tanzte mit mir zur Musik, indem sie mir kleine Signale für die verlangten Übungen gab, wie während des Slalomparcours am Morgen.

Der Hofbesitzer nahm sich kurzerhand einen der anderen Doggies und führte es uns vor. Das sah recht spaßig aus. Er sagte, dass hierbei nicht Genauigkeit, schnelles Reagieren bewertet werden sollten, sondern der Gesamteindruck. Dafür sollte dann auch nicht nur ein Schiedsrichter bewerten, sondern alle übrigen Gruppenmitglieder, und der Durchschnitt sollte zählen.

Danach ließen wir uns im Kreis auf den Decken nieder und verglichen unsere Bewertungen. Der Hofbesitzer notierte sich alles und errechnete den Durchschnitt. Diese letzte Übung sollte mit fünfzig Prozent in die Gesamtwertung eingehen, sagte er, wegen des Spaßfaktors.

Vor dieser Abschlussbesprechung des heutigen Tages hatte er mit seinen Mitarbeitern den Grill angezündet und mit erstem Grillgut belegt, so dass nun nahtlos der festliche Teil des Tages folgte. Der Tag hatte Spaß und jede Menge Kurzweil gebracht. Er war wie im Flug vergangen. Am meisten hatte mir gefallen, dass die Herren und Herrinnen nicht passive Zuschauer blieben, sondern aktiv mitmachen mussten. So hatten sie einen großen Anteil daran, welchen Platz wir erreichten.

Er gab dann bei einem Umtrunk mit Bier das Ergebnis der Wettbewerbe bekannt und der Sieger – erfreut hörte ich, dass ich mit Madam gesiegt hatte – bekam eine Kette aus kleinen Dauerwürstchen, während Madam eine kleine Skulptur auf einem Sockel mit Messingschild bekam. Die Skulptur stellte einen sitzenden weiblichen Doggie dar und auf dem Schild war zu lesen: „Sieger des Wettbewerbes vom 13. September auf Gut Gartenhof“.

Ich schlief erschöpft in Madams Armen ein, nachdem wir wieder auf unseren Zimmern waren.

Auf dem Weg zum Sonntagsfrühstück am nächsten Morgen trafen wir wieder mit diesem Herrn und seinem weiblichen Doggie auf dem Gang zusammen. Er begrüßte Madam mit den Worten:

„Ah, guten Morgen, Madam Estelle. Hatten Sie auch solch eine himmlische Nacht?“

Madam antwortete spontan:

„Guten Morgen, Sir Alex. Aber ja, mit solch einer lebenden Zudecke!“

Sie begrüßten sich lachend mit Handschlag, dann gingen wir gemeinsam die Treppe hinunter in die Halle. Madam Estelle und der Herr setzen sich an den schön dekorierten und gedeckten Frühstückstisch, den ich auf der Treppe noch überblicken konnte. Hier am Tisch hatten wir unsere Schalen mit Frühstück neben den Stühlen der Halter auf dem Boden stehen. Tücher und Trinkflaschen für uns lagen und standen neben dem Frühstücksgeschirr auf dem Tisch. Wir begannen zu frühstücken und gegen Ende erhob der Hofbesitzer das Wort.

„Ich möchte Ihnen einen guten Morgen wünschen und einen wunderbaren Sonntag! Ich hoffe, Ihnen hat das Wochenende auf dem Gartenhof gefallen und in Ihnen den Wunsch geweckt, es des Öfteren zu wiederholen. Sie sind gerne eingeladen! Bevor Sie nun alle nach Hause fahren, möchte ich Sie auf ein Traberrennen aufmerksam machen: Im Rahmen des Petplay findet draußen auf einer stilechten Trabrennbahn ein Rennen statt, bei dem Ponyplayer ihre Herren und Herrinnen auf speziellen Sulkies über die Bahn ziehen. Der Start ist in wenigen Minuten. Danach folgt ein gemütlicher Nachmittag mit Kaffee und Kuchen. Wann Sie nachhause fahren bestimmen natürlich Sie!“

Nach dem Frühstück spazierten wir noch eine Weile über das Gelände des Hofes. Draußen entdeckten wir unweit der Wiese einen Sandplatz, der halbhoch eingezäunt war. Ein weiterer Zaun trennte die Fahrspuren der beiden langen Geraden des Ovals voneinander.

Dort sah ich Frauen und Männer leichte Pferdewagen ziehen und sich gegenseitig überholen. Die Zug-Pets hatten teilweise Trense und Scheuklappen umgebunden, teilweise richtige Pferdemasken auf den Schultern. Die Männer und Frauen auf den Wagen hielten die Zügel und hatten Peitschen in der Hand, mit denen sie Zeichen gaben durch leichtes Antippen. Es war eine Atmosphäre wie bei einem echten Rennen. Nach einer halben Stunde war es jedoch zu Ende und die Sulkies wurden abgespannt. Dann kümmerten sich die Fahrer um die „Ponys“, verteilten Getränke und führten sie in die Nebengebäude des Hofes.

Schließlich verabschiedete Madam sich und führte mich zu ihrem Auto. Wir fuhren wieder nachhause auf den Bergerhof.

*


Ich hatte von diesem Dogplayer-Wochenende auf einem Bauernhof erfahren und meldete uns dort an, um Chico zum Einen etwas Abwechslung zu gönnen und zum Anderen ihm zu zeigen, dass er nicht allein ist mit seiner Neigung. Die Gesellschaft mit anderen Doggies und das gemeinsame Spiel in größerer Gesellschaft wird ihm gut tun.

Als der Termin da war, ließ ich ihn hinten in den Transportkäfig meines Wagens springen und machte ihn dort in einem Sicherheitsgeschirr fest. Nachdem er sich abgelegt hatte, fuhr ich los. Nach etwa 400 Kilometer kamen wir an. Mit uns waren noch drei weitere Doggies und eine Cat mit ihren Ownern dort.

Nachdem aus einem kleinen Transporter mit der Aufschrift ‚Tierpension Gartenhof‘ vier Pets entstiegen und zu ihren Ownern gelaufen waren, kam ein Mann aus dem Bauernhaus auf unsere kleine Gruppe zu.

Chico war unruhig. Ich strich ihm sanft über den Kopf und sagte zu ihm:

„Chico, sitz!“

Folgsam setzte er sich auf seine Fersen und wartete ab.

Frauen waren hier bei den Hundeführern definitiv in der Überzahl, während bei den Pets die Männer in der Überzahl waren. Nur die Cat war noch weiblich. Sonst waren alle Dogs männlich. Die Cat hatte ebenfalls einen Herrn. Die restlichen drei Doggies waren mit zwei ‚Frauchen‘ und einem ‚Herrchen‘ hier. Die ‚Herrchen‘ kamen zudem in Begleitung ihrer Frauen – so schien es mir.

Der Hofbesitzer begrüßte uns und stellte sich vor, dann führte er uns ins Haus und wies uns unsere Zimmer zu. Ich führte Chico an der Leine ‚bei Fuß‘ die Treppe hinauf in den Korridor mit den Gästezimmern.

Unser Zimmer hatte ein großes Bad mit breiter Dusche, Waschbecken, WC und Hundeklo! Im Zimmer stand ein breites Einzelbett, zwei Sessel ein kleiner Couchtisch, Kleiderschrank und ein Sideboard. Es bestand aus einem Käfig mit weicher Unterlage und zwei Decken und darüber ein Brett auf dem Deckchen lagen, ein Fernseher und eine Musikanlage stand, sowie eine Vase mit Blumen.

Wir sollten unten in der Halle einen Drink erhalten und einem Lichtbildvortrag lauschen. Danach wäre Zeit für einen zwanglosen Abend zum Kennenlernen, hatte uns der Hofbesitzer bei der Begrüßung gesagt. Während ich den Inhalt des Rollenkoffers im Schrank verstaute, sagte ich:

„Musst du nochmal zur Toilette, Chico? Jetzt ist Gelegenheit!“

Er ging folgsam ins Bad, aus dem wenig später ein Fiepen ertönte. Ich schaute hinein und sah, dass Chico fertig war. Mit einem ‚Hakle feucht‘ säuberte ich ihn und schüttete den Inhalt des Hundeklos ins WC. Nachdem ich neues Granulat eingefüllt hatte, sagte ich lobend:

„Du hast vorbildlich reagiert, Chico! Das freut mich. Während des ganzen Aufenthaltes hier gilt ja absolutes Sprechverbot! Zur Kommunikation dürfen nur Gesten, Laute und Mimik genutzt werden. Sprechen ist erst im absoluten Notfall erlaubt!“

Er antwortete mit zustimmendem Brummen und warf mir einen treuherzigen Blick zu. Schließlich gingen wir die Treppe wieder hinunter und setzten uns an den großen Tisch in der Halle. Nachdem noch weitere zwei Damen mit ihren Rüden hinzu gekommen waren, begrüßte uns der Hofbesitzer noch einmal kurz und führte die Ton-Bild-Schau ein. Hier erklärte er den Aufenthalt auf dem Hof in kurzen Vorträgen, unterbrochen mit Videoclips von vergangenen Sessions. Dabei machte er auch Werbung für seinen Hof für Aufenthalte von ein bis drei Wochen.

Nach dem Ende seines informativen Vortrages, lud er die Damen und Herren ein, das Programm für den morgigen Samstag zu besprechen. Der Sonntagvormittag, schlug er vor, sollten die Damen und Herren mit ihren Pets verbringen, wie jeder gerne möchte: Entweder auf dem Zimmer oder für Spaziergänge auf dem Gelände innerhalb der hohen Hecken.

Während des Gespräches trugen er und seine Frau ein üppiges Essen auf. Die Doggies bekamen ihre Portionen in flachen Schüsseln auf dem Fußboden vorgesetzt. Damit Chico etwas essen konnte, entfernte ich ihm die Maske. Auch die Anderen bekamen ihre Masken vorübergehend entfernt.

Nach dem Essen erhoben wir uns und gingen mit unseren Gläsern in der Hand in der Halle umher. Die Skulpturen und Bilder in der Halle interessierten mich. Dabei entstand ein wenig Smalltalk mit den anderen Gästen. Chico blieb währenddessen an meiner Seite.

Irgendwann am Abend sagte ich dann zu Chico:

„Auf!“

Während eines längeren Gesprächs, bei dem wir in einem Grüppchen vor einem Bild an der Wand zusammen standen, hatte er sich selbständig auf seine Fersen abgesetzt und die Leute beobachtet. Nun stand er wieder auf allen Vieren. Ich hatte mich die letzten Minuten mit dem Herrn einer Hündin gesprochen und wollte mich nun von den Leuten verabschieden und auf unser Zimmer gehen.

Ich deutete auf den Herrn und sagte Chico:

„Gib Pfötchen!“

Er schaute zu mir auf, aber mein Gesicht blieb ernst. Also hob er seine rechte Hand in dem Pfotenhandschuh. Der Herr senkte seine Hand lächelnd Chico entgegen. Er legte nun seine Pfote auf die Hand des Herrn und schaute zu ihm hoch. Der Mann sagte, immer noch lächelnd, zu mir:

„Sie haben einen wohlerzogenen Hund!“

„Danke sehr,“ entgegnete ich ihm. „Bis morgen zum Frühstück also! Wir ziehen uns jetzt zurück.“

Zu Chico gewandt, sagte ich noch: „Bei Fuß!“

Dann ging ich auf die Treppe zu den Zimmern zu ohne mich weiter um Chico zu kümmern. Er folgte mir. Zwei Schritte vor uns ging eine Frau mit ihrem Rüden. Dieser versuchte ständig, eine Idee schneller zu sein als seine Ownerin, vor ihr die Treppe zu erklimmen. Ein Beschützerinstinkt oder ein Führungshund?

‚Das werde ich sicher morgen beim Programm erkennen,‘ denke ich mir!

Dazu muss ich erklären, dass echte Hunde, die im Rudel gehalten werden – aber auch Familienhunde, deren Rudel die menschliche Familie ist – aus dem Wolfserbe die beiden Charaktere des Führungstieres und Arbeitstieres behalten haben. Ein Arbeitstier, also einfaches Rudelmitglied, würde Aufträge ausführen, aber die Entscheidungen dem Führungstier überlassen. Ein Führungstier dagegen, würde eigene Entscheidungen treffen beim Ausführen der Aufträge. Beim Fortbewegen würde der Führungshund die Führung einnehmen. Gegenüber einem Führungshund muss der Mensch als Alphatier ständig seinen Status durchsetzen, damit der Hund nicht irgendwann den Menschen dominiert – auch oder gerade in kleinen Dingen.

Auch Menschen haben ein ähnliches Verhalten aufgrund ihrer Evolution. Wenn nun im Petplay einige Menschen das Tier in sich an die Oberfläche lassen, ihre Rationalität in die Tiefen ihrer Seele zurückdrängen und ihre Emotionalität in ihrer selbstgewählten Rolle ausleben, drängt auch diese Charaktereigenschaft an die Oberfläche. Denke ich länger darüber nach, dann spielt die Frau nur die Eigentümerin des Rüden. In Wirklichkeit bestimmt der Rüde, was beide machen oder lassen.

An unserer Zimmertür angekommen, schloss ich auf und ließ Chico durchschlüpfen. Im Zimmer nahm ich ihm wieder die Windhundmaske ab und begann, mich zu entkleiden. Chico hatte sich abgelegt und schaute mir zu. Ich zog mich nun einen Bademantel an und setzte sich in einen Sessel.

„Zu mir!“
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Re: Chico

Beitragvon SirHermann » 23. Jul 2014 14:41

Chico stand auf und kam an meine Seite, um sich dort an mir sanft zu reiben. Ich ließ es eine Weile zu und streichele ihn gedankenverloren. Aus einem Impuls heraus sagte ich:

„Das generelle Sprechverbot hebe ich für die Dauer unseres Gesprächs heute Abend auf, Chico! Ich möchte etwas über deine Eindrücke beim heutigen Abend erfahren.“

„Hm, ich fand die Ton-Bild-Schau sehr interessant, Madam,“ antwortete er mir nach einer kurzen Gedankenpause und ein paar Stimmübungen. „Ich glaube, da regte sich etwas Vertrautes in meiner Seele, dass ich jetzt noch nicht richtig beschreiben kann. Das folgende Abendessen empfand ich als durchaus stimmig.“

„Was verstehst du unter ‚stimmig‘, Chico?“

„Nun ja, dass die Herren und Damen am Tisch saßen und sich beim Essen unterhielten, während die Pets neben ihren Herren und Herrinnen am Boden aus Schüsseln essen und trinken konnten. Ich empfand es in der großen Gesellschaft als eine Ehre, auf diese Weise mit am Tisch neben Madam essen zu können. Es wurde sogar auf die etwas andere Anatomie der menschlichen Tiere Rücksicht genommen, in dem neben Madam ein Tuch auf dem Tisch lag, um mich zu reinigen nach dem Essen. Das zeugt von Achtung vor dem devoten Geschöpf! – Meine bescheidene Meinung…“

Ich nickte und fragte weiter:

„Und wie empfandest du den weiteren Abend?“

„Dazu kann ich jetzt wenig sagen, Madam Estelle. Da war ja nur noch das zwanglose Beisammensein, währenddessen die Besitzer umher gingen, um sich die Bilder an der Wand und die Skulpturen anzuschauen. Dabei blieben die Herren und Herrinnen hier und da in Zweier- und Dreier-Grüppchen stehen und unterhielten sich kurz über das gezeigte Motiv, nehme ich an. Denn ich bekam von den Gesprächen nichts mit.“

„Nichts?“

„Unzusammenhängende Wortfetzen vielleicht, meist wenn dabei mein Name fiel, Madam. Alles andere zog irgendwie an mir vorbei. Dafür war ich aufnahmefähiger für Gesten, Gerüche und – wie würdest du das benennen? – Nebengeräusche… Ja, das ist das Wort: Nebengeräusche! Die Gespräche der Herren und Herrinnen untereinander gingen in den allgemeinen Hintergrundgeräuschen unter!“

„Man könnte also meinen, du hättest eine Metamorphose gemacht. Wie aus einer Raupe ein Schmetterling wird, wurde aus dir unten in der Gesellschaft mit anderen ein richtiger Hund – mental gesehen.“

„Ja, so könnte man es bezeichnen, Madam.“

„Das war allerdings nicht tiefgreifend, denn jetzt hast du wieder zurück geschaltet.“

„Das ist richtig, Madam! Das Zurückschalten geschah allerdings auf deine Anweisung hin.“

„Wie das?“

„Nun, du hast doch gerade das Sprechverbot aufgehoben, um dich mit mir unterhalten zu können. Auch wirst du – wie ich dich kenne – mich in dein Bett holen, statt mich auf meine Schlafstatt zu schicken…“

Beim letzten Satz lächelte er mich spitzbübisch an. Ich lächelte zurück und antwortete:

„Du kennst deine Madam schon ziemlich gut! Komm‘, wir wollen schlafen gehen.“

Ich erhob mich aus dem Sessel und ging zum Bett. Er krabbelte auf allen Vieren unter die einladend hochgehaltene Bettdecke und ich folgte ihm. Dann lagen wir eng aneinander gekuschelt unter der Decke und ich ließ meine Finger über seine Haut wandern, bis er zuckte.

Am anderen Morgen schlief Chico noch als ich erwachte. Ich rutschte sanft aus dem Bett und ging nach nebenan unter der Dusche. Bald darauf hörte ich es tapsen im Bad und ich sah Chico undeutlich durch die Duschabtrennung. Er ging auf das Hundeklo. Ich schaute hinter der Duschabtrennung hervor und forderte ihn auf:

„Wenn du fertig bist, kommst auch unter die Dusche, Chico!“

Wenig später kam er auf allen Vieren zu mir gekrabbelt. Ich stellte den festinstallierten Regenwasser-Duschkopf ab und nahm die Brause in die Hand. Am Ende des Wasserschlauches befand sich eine weiche Bürste, wie man sie für die Fahrzeugwäsche gebraucht. Ich reinigte ihn damit und sagte dann:

„Komm hoch, Chico!“

Er richtete sich nun auf und setzte sich mit gespreizten Knien auf seinen Fersen. Die Arme winkelte er an und hielt die Hände in Höhe seiner Schultern, wie ein Hund, der ‚Männchen‘ macht. Das hatte er wohl gestern Abend in der Ton-Bild-Schau gesehen. Ich strich ihm anerkennend über die inzwischen nassen Haare und holte ihm eine Strähne aus dem Gesicht. Dann reinigte ich ihm Brust- und Bauchbereich.

Sein Penis wurde steif. Plötzlich liefen Schauer durch seinen Körper, er schwankte und knickte ein, doch ich hielt ihn fest. Er spritzte wohl unter der Dusche ab, denn kurz darauf hatte er sich wieder gefangen, während sein Penis erschlaffte.

Dann standen wir noch eine ganze Weile unter dem angenehmen, warmen Wasserstrahl aus der Regendusche, die ich wieder eingeschaltet hatte. Ich streichelte ihn und flüsterte ihm viele zärtliche Worte ins Ohr. Er vergalt mir das, indem er sich an meinen Beinen rieb. Schließlich befahl ich:

„Sitz!“

Er setzte sich ab, nahm nun meinen einladend steifen Penis in den Mund und massierte ihn mit der Zunge. Schließlich stellten wir uns vor das Waschbecken und ich putzte ihm die Zähne und rasierte ihn, was er alles nicht allein tun konnte, da er die Hände in den Pfotenhandschuhen nicht benutzen konnte.

Danach verließen wir das Bad und ich zog mir Hose und Stiefel an für den heutigen Tag im Freien. Seinen buschigen Fox-Tail befestigte ich wieder in seinem Po, begleitet von einem Klaps. Die Windhund-Maske behielt ich noch in der Hand.

Mit einem „Bei Fuß“ öffnete ich jetzt die Zimmertür und ließ ihn hindurch gehen. Draußen wartete er bis ich die Tür geschlossen hatte und mich der Treppe zur Halle zuwandte.

Fast gleichzeitig mit uns ging weiter hinten eine Türe auf und ein Mann kam mit seiner Hündin heraus. Wir begrüßten uns lachend mit Handschlag, dann gingen wir gemeinsam die Treppe hinunter in die Halle. Sir Alex und ich setzen uns an den schön dekorierten und gedeckten Frühstückstisch. Er hatte sich gestern Abend mit mir angeregt unterhalten. Nach uns kamen noch zwei Halterinnen mit ihren Pets, dann war die Tafel komplett.

Nach dem Frühstück erhob der Hofbesitzer das Wort:

„Ich möchte Sie noch einmal alle auf dem Gartenhof begrüßen und Ihnen einen wunderbaren Tag wünschen! Wir haben draußen auf der Wiese eine kleine Olympiade aufgebaut. Dort können Sie mit ihren Doggies an Wettbewerben teilnehmen. Darüber dürfte der heutige Tag wie im Flug vergehen. Um die Mittagszeit wird hier wieder ein Menü serviert und dann ist etwa eine Stunde Ruhepause bis der letzte Teil der Olympiade durchgeführt wird. Den Abschluss bildet ein Grillabend mit Siegerehrung, damit Sie auch etwas Dauerhaftes als Erinnerung an dieses Wochenende mit nach Hause nehmen können!“

Danach bat er uns vor die Tür. Wie gestern Abend besprochen, machten wir eine kleine Olympiade. Der Hofbesitzer und seine Mitarbeiter hatten mehrere Parcours aufgebaut.

Als erstes sollten wir mit einem Tennisball, der aber mit Sand gefüllt schien, eine Zielscheibe treffen. Unsere Pets sollten dann den Ball apportieren. Das Ganze wurde fünfmal wiederholt und die Zeit wurde gestoppt, so dass Rangplätze vergeben werden konnten.

Dann sollten wir gemeinsam mit unseren Pets nacheinander auf Zeit einen Slalom-Kurs durchgehen. Das Handicap war die Geschwindigkeit der Pets auf vier Füßen. Ausgelassene Schleifen des mit Fähnchen auf der Wiese abgesteckten Kurses führten zu Punktabzug.

Es gab viel zu lachen. Zwischen den Disziplinen sollten sich die Pets auf Decken ablegen und eine Viertelstunde ruhen. Diesen Programmpunkt nutzte ich dazu, mich neben Chico zu setzen und ihn zu streicheln und knuddeln. Das genoss er sehr, wie ich sehen konnte.

Auch eine Art Limbo wurde geboten: Die Doggies sollten unter einer Stange durch krabbeln, die frei über zwei Stühlen lag. Nur eine der Doggies schaffte das, ohne die Stange zu berühren.

Über diesen Spaß verging der Morgen und wir Teilnehmer dieses Pet-Wochenendes kamen uns menschlich näher. Es wurden Telefonnummern getauscht.

So kam es auch, dass das Mittagessen in der Halle erst spät eingenommen wurde. Vorher duschten wir wieder alle auf unseren Zimmern und nachher war eine Stunde Ruhen angesagt. Am Nachmittag ging es dann wieder vor die Tür. Der Hofbesitzer hatte weitere Disziplinen im Programm, bevor dann in der Dämmerung beim gemeinsamen Grillen die Siegerehrung stattfinden sollte.

Als wir die Wiese wieder betraten, waren dort Balance-Übungen aufgebaut. Wir sollten unsere Doggies begleiten und sie vor Abstürzen bewahren. Jede dieser Balanceprobleme führte allerdings zu Punktabzug.

So gingen die Doggies über ein geschliffenes und lackiertes Holzbrett, das mittig auf einer Stange lag. Als Chico die Stange erreichte, schlug das Brett wie eine Wippe hinten hoch und er konnte im Weitergehen den Grasboden wieder erreichen. Hier sah ich, wie wichtig es war, dass wir den Parcours zu zweit beschritten und ich ihm Hilfestellung geben durfte.

Für die nächste Übung wurde das Brett an einen Tisch gelehnt, an dem schon ein anderes Brett lehnte. Das jeweilige Doggie sollte vorwärts über ein Brett den Tisch erklimmen, dort drehen und rückwärts über das andere Brett den Tisch wieder verlassen.

Während der folgenden Ruhepause gab der Hofbesitzer schon einmal Zwischenergebnisse bekannt. Danach war Dog Dancing angesagt. Wir sollten uns nebeneinander aufstellen und etwa anderthalb Meter Platz zum nächsten Pärchen lassen. Während bisher die anderen Teilnehmer die Geräuschkulisse bildeten mit Anfeuerungsrufen und anerkennendem Klatschen, schaltete der Hofbesitzer jetzt Musik hinzu. Wir tanzten mit unseren Doggies, indem wir kleine Signale für die verlangten Übungen gaben. Der Hofbesitzer nahm sich kurzerhand einen der Doggies und führte es uns vor. Das sah recht spaßig aus. Er sagte, dass hierbei nicht Genauigkeit, schnelles Reagieren bewertet werden sollten, sondern der Gesamteindruck. Dafür sollte dann auch nicht nur ein Schiedsrichter bewerten, sondern alle übrigen Gruppenmitglieder, und der Durchschnitt sollte zählen.

Dieser letzte Wettbewerb gefiel mir am Besten. Dog Dancing empfand ich als eher leicht und locker. Der Tag hatte Spaß gemacht und brachte jede Menge Kurzweil. Er verging wie im Flug. Dass die Herren und Herrinnen nicht passive Zuschauer blieben, sondern aktiv mitmachen mussten, gefiel mir sehr gut. So hatten wir einen großen Anteil daran, welchen Platz unsere Doggies erreichten.

Danach ließen wir uns im Kreis auf den Decken nieder und verglichen unsere Bewertungen. Der Hofbesitzer notierte sich alles und errechnete den Durchschnitt. Diese letzte Übung sollte mit fünfzig Prozent in die Gesamtwertung eingehen, sagte er, wegen des Spaßfaktors, was wir zustimmend zur Kenntnis nahmen.

Vor dieser Abschlussbesprechung des heutigen Tages hatten er und seine Mitarbeiter den Grill angezündet und mit erstem Grillgut belegt, so dass wir nun nahtlos in den festlichen Teil des Tages hinüber wechseln konnten.

Er gab dann bei einem Umtrunk mit Bier das Ergebnis der Wettbewerbe bekannt und der Sieger – überraschenderweise Chico – bekam eine Kette aus kleinen Dauerwürstchen, während ich eine kleine Skulptur auf einem Sockel mit Messingschild erhielt. Die Skulptur stellte einen sitzenden weiblichen Doggie dar und auf dem Schild war zu lesen: „Sieger des Wettbewerbes vom 13. September auf Gut Gartenhof“.

Nach diesem wunderschönen Tagesausklang gingen wir auf unsere Zimmer. Nachdem ich wieder das Sprechverbot aufhob, fragte Chico:

„Wäre es nicht toll, wenn man sich einfach so in ein Tier verwandeln könnte, wie es Link in Twilight Princess kann? Das wär doch total super, oder?“

„Hm, eine komplette Verwandlung wird dir leider vorenthalten bleiben,“ antwortete ich ihm. „Aber was spricht eigentlich dagegen, in der Welt der Empfindungen und des Denkens einen Schritt auf die Seite zu treten? Im geeigneten Rahmen – wie bisher - einfach Hund zu sein? Du musst einfach deine Erwartungen und Wünsche den Möglichkeiten anpassen. Dann dürfte so einiges möglich sein.“

Er drängte sich an mich und rieb seine Wange an meinem Oberschenkel, was ich mit sanfter Rückenmassage beantwortete.

„Einige behaupten, sie gehen in eine besondere Daseinsform über. Sie nennen das ,Dogspace‘…“ sinnierte ich weiter.

„Was versteht man darunter?“ fragte Chico.

„Ich versuche mal, es zu erklären, Chico: Damit ist der Moment gemeint, in dem die Persönlichkeit kippt, in dem sich der Mensch quasi in die Rolle als Dog fallen lässt.
Ich habe zum Beispiel bemerkt, dass du einen ganz anderen Gesichtsausdruck bekommen hast, anders reagiert hast – irgendwie animalischer, hündischer eben, nicht mehr menschlich. Ab da dürften Dinge gehen, die du als Mensch nicht dulden oder schön finden würdest, das menschliche Denken tritt in den Hintergrund und das Doggie, der Hund in dir, sitzt am geistigen Steuer. Trotzdem bleibt das Pet auch weiterhin ein Mensch!
Du würdest dich sicher nicht in einer kalten Box wohl zu fühlen, dafür fehlt dir einfach das wärmende Fell. Dafür achtest du viel mehr auf Körpersprache und nimmst verbale Kommunikation eher als Hintergrundrauschen wahr.“

„Tatsächlich, Madam. So kann man beschreiben, wie ich mich gefühlt habe! Dogspace ist ein sehr schöner Begriff für das Fallenlassen und Ausblenden des Menschlichen. Wenn der Hund mir das Kommando übernimmt, blende ich das Menschliche einfach aus. Ich sehe alles anders. Ich nehme die Sprache nicht mehr so genau wahr. Das ist bestimmt ähnlich, wie es Schauspielern ergeht, die auf Zeit in ihrer Rolle total aufgehen. Auch dann ist der Alltag weitgehend ausgeblendet.“

„Das sind zeitbegrenzte ‚Sessions‘ – nenne ich das mal. Dann wird zurückgeschaltet in den Alltag… einfach, um dich unter Menschen als Ihresgleichen zu bewegen. Auch jetzt habe ich dich aus dem ‚Dogspace‘ herausgeholt, wie auch gestern Abend, um mich mit dir unterhalten zu können.“

„Ja, richtig, Madam. Im Dogspace haben die menschlichen Gedanken und Eindrücke nichts mehr zu melden…“

„Vorsicht, Chico. Das gilt nur fürs Dogspace gelten!“

Danach schlief er schnell in meinen Armen ein, seinen Rücken an meine Brust gedrückt.

*


Am Sonntagvormittag gab es ein warm-kaltes Brunch-Buffet. Ich gab Chico etwas davon in seine Schale und er frühstückte neben mir. Ich unterhielt sich mit meinen Tischnachbarn und wir ließen uns danach vom Hofbesitzer zu einem Sandplatz führen, der halbhoch eingezäunt war. Ein weiterer Zaun trennte Fahrspuren der beiden langen Geraden des Ovals voneinander.

Wir schauten dort einem Wagenrennen zu im Rahmen von Ponyplay. Es war eine Atmosphäre wie bei einem echten Rennen. Nach einer halben Stunde war es jedoch zu Ende und die Sulkies wurden abgespannt. Dann kümmerten sich die Fahrer um die „Ponys“, verteilten Getränke und führten sie in die Nebengebäude des Hofes.

Nach abschließendem Smalltalk verabschiedete ich mich von den neuen Bekannten und führte Chico zu unserem Auto.

„Sitz, Chico,“ sagte ich dort, nachdem er in den Wagen gesprungen war.

Er setzte mich auf seine Fersen und schaute mich an. Ich öffnete die Schnallen und zog ihm die Hundemaske aus, die man während des Essens auch per Druckknopfverschluss abnehmen konnte. Jetzt jedoch entfernte ich ihm mit Öffnen der Schnallen das ganze Geschirr mit Halsband.

Ich fuhr los. Auf der Autobahn fragte ich Chico:

„Und wie gefiel dir das Dogplayer-Wochenende?“

„Das war für mich eine ganz besondere Erfahrung! Es hat Spaß gemacht und ich konnte ganz in meiner Rolle aufgehen.“

„Das wäre also etwas, was du gerne wiederholen würdest?“

Ich sah im Rückspiel, dass er lächelnd nickte. Dann hingen wir unseren Gedanken nach, während der Bergerhof immer näher kam.
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