Giselle

Geschichten und Gedichte der Mitglieder
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Re: Giselle -11-

Beitragvon SirHermann » 20. Nov 2014 11:48

„Ah, aber das Nackenfell sträuben kann ich nicht,“ antwortet sie lächelnd.

Innerlich muss ich lachen. Das Bild, das sich jetzt vor meinem inneren Auge formt, ist zu köstlich!

„Nein, das nicht. Die anderen drei Verhaltensweisen kannst du aber doch zeigen! Mir gegenüber solltest du das aber unterlassen, weil du wissen solltest, dass ich zu deinem Wohl handele. Schau mich einfach fragend an, wenn du eine Erklärung brauchst. Gegenüber anderen Doggies kannst du dagegen ruhig auf deine Besitzansprüche bestehen.“

„Damit die Halter beschwichtigend in den Streit eingreifen?“

„In letzter Konsequenz, ja, wenn der Streit eskaliert. Aber zuerst ist abzuwarten, ob die/der andere Doggie Beschwichtigungssignale sendet.“

„Was sind denn aber nun Beschwichtigungssignale?“ fragte sie.

Ich freue mich über ihr Interesse und beginne nun, ihr eine Liste von hündischen Verhaltensweisen aufzuzählen:

„Da gibt es eine ganze Menge. Verwende immer das Signal, das dir gefühlsmäßig am ehesten passt! Im Einzelnen sind das: Einmal den Kopf abwenden, sein Gegenüber nicht direkt in die Augen schauen, den Kopf oft erst zur einen, dann zur anderen Seite wenden. Das tut der Hund, wenn er sich bedrängt fühlt, wenn er z.B. von fremden Leuten gestreichelt wird.

Oder den ganzen Körper abwenden, dem anderen die Seite oder auch das Hinterteil zuwenden. Das tut der Hund, wenn er sich stark bedrängt fühlt, z.B. von kleinen Kindern, die zu heftig mit ihm spielen möchten. Es ist die nonverbale Aufforderung, ihn in Ruhe zu lassen.

Dann sich hinsetzen oder hinlegen, evtl. mit dem Rücken zum Gegenüber. Das tut der Hund zur Deeskalation. Er zeigt dieses Verhalten häufig in Verbindung mit dem Abwenden.

Auch: sich klein machen, ducken. Das tut der Hund zur Abwehr von offener Aggression.

Oder er züngelt, leckt sich über die Nase. Dieses Signal ist oft sehr schnell wieder vorbei und wird deshalb vom Menschen eher selten bemerkt. Man sollte es vom Naselecken nach dem Fressen unterscheiden. Beim Beschwichtigungssignal wird die Zunge nur kurz vorne an der Schnauze sichtbar. Es ist häufig ein Zeichen von Unsicherheit.

Zu den Beschwichtigungssignalen gehört auch auf dem Boden herumschnüffeln, buddeln, im weitesten Sinne ‚sich mit etwas anderem beschäftigen‘. Damit zeigt der Hund, dass er an einer Konfrontation nicht interessiert ist. Er fordert so sein Gegenüber auf, ebenfalls auf aggressives Verhalten zu verzichten.

Oder imaginäre Flöhe kratzen. Das tut der Hund, wenn er sich unsicher fühlt. Er demonstriert damit vorsichtshalber erst einmal seine Harmlosigkeit.

Auch Gähnen: Wer gähnt ist alles, aber jedenfalls nicht aggressiv.

Augen zusammenkneifen, blinzeln, hab ich schon angesprochen. Es ist ein Zeichen der Unsicherheit, oder auch eine Bitte freundlich mit ihm umzugehen.

So auch die Vorderpfote anheben. Dies ist eine deutlichere Bitte um Freundlichkeit. Das nutzt der Mensch beim Kommando PFÖTCHEN.

Ebenso zeigt der Hund durch Erstarren, ‚Einfrieren‘, extrem langsame Bewegungen, dass er harmlos ist. Hunde zeigen das oft fremden Hunden gegenüber, während einer Begegnung. Sie teilen sich dadurch gegenseitig mit, dass sie keine bösen Absichten haben. Vor allem rangniedere Hunde verhindern dadurch Aggressionen des ranghöheren Tieres.

Im Bogen auf den Anderen zulaufen, statt direkt in gerader Linie, dient dem gleichen Zweck. Damit teilt der Hund schon auf große Entfernung mit, dass er nicht aggressiv ist und nur friedliche Absichten hat.

Wenn der Hund seinen Vorderkörper tief stellt und streckt, ist das eine Aufforderung zum Spiel. Das Signal wird oft von charakterfesten gegenüber unsicheren Artgenossen verwendet. Durch die Aufforderung zum Spielen wird die eigene Harmlosigkeit betont.

Das Schwanzwedeln hat sehr unterschiedliche Bedeutungen, aber vor allem in Kombination mit anderen Beschwichtigungssignalen, wie zum Beispiel dem Ducken und den sehr langsamen Bewegungen, wird eine richtige Interpretation möglich.

Es gibt noch weit mehr. Die Liste ist beileibe nicht vollständig. Aber damit hast du schon ein großes Repertoire! Für einen menschlichen Hund, der – einmal in der Rolle – nicht mehr spricht, sondern nonverbale Signale von sich gibt wie sein Vorbild, ist das sicher ein langer Lernprozess, bis er/sie das verinnerlicht hat. Der Weg dahin kann interessant und spaßig sein.“

Es entsteht eine lange Gedankenpause. Dann kam von ihr nur ein „Uff…“

Kurz darauf beginnt Gigi das Gelesene zu rekapitulieren:

„Oh, das Ganze zu verinnerlichen dauert aber bestimmt lange und geht nicht ohne Hilfestellung von dir, Herr!“ spricht sie ihre Gedanken aus.

„Das stimmt, GIGI,“ antworte ich ihr. „Etwas helfen wird dir die Vorstellung, dass ein Schauspieler, ob beim Film oder auf der Bühne – beim Film kann man immer wieder abbrechen und wiederholen, auf der Bühne geht das nicht! – sich ebenfalls in seine Rolle hinein denken muss.“

„Ich bin aber kein Schauspieler?“

„Hast du nie im Kindergarten oder in der Grundschule ein kleines Bühnenstück mit anderen Kindern einstudiert und vor den Eltern aufgeführt?“

„Ja, da war ich aber noch ein Kind!“

„Ah, du meinst, dass ein Erwachsener zu rational sei, um als ‚Häschen’ über eine ‚Wiese’ zu hoppeln bei einem kindlichen Osterstück? Denk mal an die Muppetshow,“ antworte ich ihr grinsend.

„Hör’ mal!“

Oh, Protest? Aufbegehren?

„Du musst einfach deine Phantasie herauslassen, und deine Lebensfreude, GIGI! Wir sind doch unter uns! Niemand lacht dich aus, und ich gebe dir Hilfestellung soviel du brauchst! Sowie Rückmeldung, wie dein Tun bei mir ankommt.

Wichtig ist, dass du dich in die Rolle versenkst und die Mimik und Gestik aus deinem Inneren, aus deinem Gefühl kommt! Sie darf nicht aufgesetzt wirken! Niemand lacht dich jemals aus!!“

„Wie ist das nun: Wenn ich mit einem anderen Doggie auf einer Wiese spiele und wir haben nur ein Spielzeug – sagen wir einen Plüschknochen – und sie lässt mich nicht dran, soll ich nun die Zähne zeigen und knurren, oder soll ich mich abwenden und so tun, als beachte ich sie nicht?“

„Hm, hast du den Knochen und willst alleine damit spielen, würde ich sie an deiner Stelle anknurren. Damit signalisierst du MEINS. Willst du sie mitspielen lassen, musst du zwangsläufig den Knochen fallen lassen, damit sie dran kommt.

Das alleine würde aber bedeuten DEINS. Um ihr zu signalisieren LASS UNS GEMEINSAM SPIELEN, solltest du einen halben Schritt zurückgehen und deine Ellenbogen beugen. Dadurch kommt dein Oberkörper tiefer. Schau sie dabei an, aber NICHT DIREKT in ihre Augen. Das bedeutet KOMM, SPIEL MIT MIR. Sie kann nun den Knochen aufnehmen und ihn dir mit einer Kopfbewegung zuwerfen oder sich damit ein paar Schritte entfernen und mit einem Schulterblick überzeugen, dass du ihr folgst. So könntet ihr über die Wiese ‚jagen’ bis sie ihn dir zuwirft, um danach dir hinterher zu ‚jagen’.“

„Was ist daran falsch, ihr direkt in die Augen zu schauen?“

Schön! Sie ging mit!

„Das wäre ein widersprüchliches Signal in der Hundewelt! Menschen, die sich direkt anschauen, signalisieren damit Aufmerksamkeit. ‚Sie wenden sich dem Gegenüber zu.’ In der Hundewelt darf nur das Alphatier den anderen direkt anschauen. Eine Warnung, auf die der andere mit einem Beschwichtigungssignal reagiert, wie zum Beispiel mit dieser Spielaufforderung. ‚Wer spielt, hat keine Aggression vor.’
Das ist dann aber Deeskalation und keine echte Spielaufforderung!“

„Aber wenn ich ein Alphatier wäre, was ich nicht bin. Aber mal angenommen?“

„Und du würdest bei der Spielaufforderung, dein Gegenüber fixieren? Dann würde die Spielaufforderung als Beruhigungssignal im Rudel gewertet. Ein aufgeregtes Rudel würde sich allmählich beruhigen. Als nächstes würde der Rudelführer sich den Mitgliedern seines Rudels nähern und ihnen seinen Kopf auflegen zum Beispiel. Sie würden das mit abgewandtem Blick zulassen. Das Kopfauflegen ist eine Dominanzgeste.“

„Oh.“

Wieder entsteht eine Gedankenpause. Ich lasse sie ihr. Dann sagt sie:

„Du weißt aber eine Menge über Hunde…“

„Wie sonst könnte ich dir Hilfestellung in deiner Rolle geben?“ schrieb ich ihr zurück. Ich wollte jetzt nicht weitergehen, sondern ihr Zeit für weiteres Reflektieren geben.

Dann kommt auch schon ihre nächste Bemerkung:

„Dann hast du gesagt, der Hund züngelt. Er leckt sich über die Nase. So eine lange Zunge habe ich aber nicht…“

„Das macht der Hund, wenn er sich unsicher fühlt. – Hunde haben eine längere Zunge, die sie auch zum Greifen oder Schöpfen nutzen können. Das fehlt naturgemäß dem Menschen. Leck’ dir einfach über die Lippen aus Unsicherheit!“

„Wenn ich recht überlege, passiert mir das manchmal auch so. Aber auch, wenn ich hochkonzentriert bin.“

„Siehst du! Zu dieser Geste hast du also einen einfachen Zugang.“

„Wenn Hunde die Zunge auch zum Schöpfen nutzen, Menschen das aber nicht können, dann gibst du mir aber kein Wasser im Napf zum Trinken?“

Lächelnd antwortete ich ihr auf den Zwischenruf:

„Ich habe dir Getränke bisher immer aus der Flasche zu trinken gegeben. Manchmal kann ich dir auch ein Glas an den Mund führen. Dich aus dem Napf Getränke aufnehmen lassen… Dann würdest du zuwenig Flüssigkeit aufnehmen und mit der Zeit dehydrieren. Das wäre gegen mein Verantwortungsgefühl!“

„Ich habe das aber schon bei anderen gesehen!“

„Ich auch, Gigi. Auf Bildern. Bilder sind oft gestellt. Auf jeden Fall sind es Momentaufnahmen. Siehst du es real, dann kannst du davon ausgehen, dass die Doggie ohne Publikum normal wie ein Mensch trinkt.

Hast du noch weitere Fragen zur Mimik und Gestik?“

„Wenn wir draußen einmal einem echten Hund begegnen, der Gassi geführt wird, was muss ich dann beachten?“

„Komm auf die andere Seite von mir, dass du mich zwischen dir und ihm hast! Meist wird in der Hundeschule gelehrt, dass man den Hund an der linken Hand führt. Dann hast du immer beide Halter zwischen dir und dem anderen Hund bei der Begegnung. Aber es kann ja vorkommen, dass der andere Hund auf dich zukommt, bellt und an der Leine zieht…

Dann heißt es weggucken! Niemals dem anderen Hund direkt in die Augen schauen! Du kannst auch die Leinenlänge ausnutzen, wenn der Weg es zulässt und Abstand schaffen. Auch kannst du dich in Zeitlupe bewegen. Ist der andere Hund auf dich zugesprungen, beuge die Ellenbogen, lege den Kopf auf deine Vorder‚pfoten’ und wende deinen Blick ab.

Hat der andere Hund dich erreicht und bellt weiter: Ruhig bleiben! Er wird allenfalls seinen Kopf auf dich legen wollen. Vielleicht bellt er dich aber auch nur aus, sprungbereit um weg zu kommen, falls du aktiv wirst – Aber ich denke, der andere Halter wird seinen Hund zurückziehen, sofern er ihn in der Gewalt hat.“

„Das Szenario ließe mich vor Schreck erstarren. Ich würde alles vergessen und mit schreckgeweiteten Augen den angreifenden Hund anstarren…“

‚Oh, jetzt muss ich beruhigen, aber nicht das Blaue vom Himmel herunter holen…‘ fährt mir durch den Kopf.

„Hey, GIGI, nicht zittern!" sage ich deshalb und streichele sie über die Wange. "Erstens, der echte Hund, der uns da begegnet und so reagiert, ist verwirrt und will nur sein Herrchen/Frauchen verteidigen. Dazu nutzt er einen SCHEINANGRIFF. Erst in allerletzter Konsequenz würde er beißen. Dann nämlich, wenn du keine Beschwichtigungssignale sendest – und dieses Beißen entpuppt sich bei nüchterner Betrachtung eher als ein Kneifen, als Drohung. NICHT SCHARFGEMACHTE HUNDE sind soziale Wesen! BEISSER werden erst durch den Menschen zum dem, was sie sind!

Zweitens kannst dich immer hinter mir verstecken! Komm einfach auf meine, dem echten Hund abgewandte Seite und wende dich ebenfalls von ihm ab!“

„Ja, das würd ich dann sicher machen: Abstand gewinnen und auf die andere Seite gehen…“

„Wichtig ist es aber auch dann, ihn nicht verschreckt mit großen Augen ansehen, sondern abwenden, in eine andere Richtung schauen!“

„Okay, Herr, weißt du: Mein Herz klopft ganz wild im Moment…“

„Ach, GIGI. Ich bin bei dir, du gehst nie alleine draußen herum!“

„Und wenn der ANDERE Hund frei herum läuft? Kein Herrchen weit und breit?“

Ich muss wohl tiefer in die Materie einsteigen…

„Du musst einfach ruhig bleiben und Beschwichtigungssignale senden!“ sage ich. „Das ist genauso, als wärst du im Ausland und würdest dich mit einem Menschen dort in seiner Sprache unterhalten; als würdest du dich mit einem Taubstummen mittels Gestik und Mimik unterhalten.“

„Dein Wort in Gottes Ohr. Der fremde Mensch will mich sicher nicht beißen!“

Jetzt muss ich lachen. Ich antworte:

„Hör mal, GIGI: Wenn du dir vor deinem geistigen Auge einen wilden Wolf vorstellst – welches Bild hast du vor Augen?“

„Ein Horror! Eine blutrünstige Bestie…“

Hm, die irrationalen menschlichen Urängste…
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Re: Giselle -12-

Beitragvon SirHermann » 22. Nov 2014 14:01

„Da liegt der Hase im Pfeffer!“ stelle ich fest. „Werwölfe sind Ausgeburten menschlicher Angstphantasien! Echte Wölfe sind scheu. Sie machen einen so großen Bogen um den Menschen, dass er sie so gut wie nie zu Gesicht bekommt. Wenn zufällig doch, dann schauen sie kurz und verschwinden wieder im Gebüsch.

Hunde sind genauso wie Wölfe soziale Wesen, die nach dem Motto leben, ‚Tu mir nichts, dann tu ich dir auch nichts’. Hunde werden erst durch die Erziehung durch den Menschen scharf gemacht.“

„Wie erkennt man aber, ob der streunende Hund scharf gemacht wurde oder nicht?“

„Hunde, die in einem Zwinger gehalten werden oder auf einem mit Maschen- und Stacheldraht umzäunten Grundstück herumlaufen und sich zähnefletschend gegen den Zaun werfen, wenn wir daran vorbeigehen, sind meist scharf. Dieser Gegend muss man sich ja nicht ohne Not nähern. So ein Hund wird uns auch kaum als Streuner draußen begegnen!

Noch einmal: Beherrschst du eine Fremdsprache und du spürst, dass du verstanden wirst, macht es dir zunehmend Spaß, dich in der Fremdsprache zu unterhalten!

Deshalb werde ich jetzt aber nicht hingehen und noch einen echten Hund ins Haus holen, damit du einen Gesprächspartner bekommst! Mir macht es Spaß, dich zu trainieren und das Ergebnis des Trainings im Alltag sehen zu können. Also bei zufälligen Begegnungen mit Hunden sehen zu können, dass du dich zu verständigen weißt. Eigentlich sollst für mich zur nahezu perfekten Hündin werden, und im Normalfall nicht mit echten Hunden zusammen kommen!“

„Du sagst immer, niemals den anderen Hund anschauen. Das interpretiert das Tier als Aggression…“ stellt Gigi fragend fest. Noch ist für sie das Thema nicht erschöpfend behandelt.

„Ja, denn nur der Ranghöhere darf unter Wölfen und Hunden den Rangniederen mit Blicken fixieren! Alle anderen schauen aneinander vorbei.

Betrachten wir einmal das Kleinrudel Mensch-Hund: Der Mensch sollte für den Hund das Alphatier sein. Doch ist das wirklich immer so?“

„Hm…“ macht sie.

„Szenario Eins: Der bettelnde Hund am Esstisch schafft es, halb verhungert auszusehen, blickt treuherzig in die Augen seines Menschen und wedelt freundlich mit dem Schwanz.“

„Ja, und??“

Gigi runzelt die Stirn.

„Da stimmt etwas mit der Rangordnung nicht!“ sage ich. „Der Hund bettelt nicht, er fordert! Nur für den Menschen sieht es aus, als blicke der Hund ihn treuherzig an. Das direkte Anschauen ist ein Alarmzeichen: Der Hund wähnt sich als Chef!

Zweites Szenario: Der Hund springt sein Herrchen, das gerade nach Hause kommt, freudig an…“

„Er liebt sein Herrchen halt und freut sich, jetzt nicht mehr allein zu sein…“ meint Gigi dazu.

„Das Anspringen ist kein Ausdruck der Zuneigung oder Freude, sondern eine Forderung, sich JETZT SOFORT mit dem Hund zu beschäftigen, Gigi!“ erkläre ich ihr.

„Also wieder Dominanzverhalten?“

Sie schaut mich erstaunt an.

„Das Verhalten kommt aus der Zeit, als der von der Jagd zurückkehrende erwachsene Wolf von den Welpen an der Schnauze angestupst wurde, damit er Fleisch hervor würgt. Beim Menschen ist der entsprechende Körperteil nur so weit oben, dass er eben nur mit Springen zu erreichen ist!“

„Aber das ist doch nichts schlimmes! Dann würde ich dem Hund sofort etwas zu fressen geben und gut ist…“

„Und über die Jahre bestimmt der Hund, was das Herrchen tut und nicht umgekehrt. Ein Hundehalter darf niemals inkonsequent sein! Das würde der Hund für sich nutzen. Nicht von jetzt auf gleich, aber diese Umkehrung der Rangordnung schleift sich allmählich in die Beziehung ein!“

„Hm…“

„Drittes Szenario: Anstupsen mit der Schnauze oder der Pfote…“

„Ja, und??“

„Das ist ein Überbleibsel aus der Welpenzeit, als der Hund dadurch dafür sorgte, dass die Milchquelle nicht versiegte. Auch der erwachsene Hund verwendet diese Geste, um Forderungen zu stellen. Da der Mensch dieses Verhalten oft als Ausdruck von Zuneigung versteht, bekommt der Hund meist, was er auf diese Weise einfordert. Also wird er es immer wieder tun!“

„Oh…“ macht Gigi nun.

„Viertes Szenario: Die Spielverbeugung. Der Hund legt Oberkörper und Vorderpfoten flach auf den Boden, während das Hinterteil in die Luft zeigt. Damit fordert der Hund nicht nur Artgenossen, sondern auch seine Menschen zum Spielen auf.“

„Aber du hattest doch mal gesagt, das ist eine Beschwichtigungsgeste: ‚Wer mit mir spielt, tut mir nichts…“

Jetzt hatte ich sie wohl verwirrt.

„Ja, aber schau dir den Hund ganzheitlich an!“ sage ich. „Was tut er noch? Fixiert er sein Gegenüber oder schaut er woanders hin? Wenn der Hund sein Gegenüber mit Blicken fixiert, ist auch dieses Verhalten ein Alarmzeichen, das mit der Rangordnung etwas nicht stimmen könnte, denn das würde wieder nur das Alphatier des Rudels so tun!

Eben habe ich vom Betteln bei Tisch erzählt: Der Hund wedelt freundlich mit dem Schwanz, aber fixiert dabei sein Gegenüber. So wird aus dem Beruhigungssignal ‚Schwanzwedeln’ eine dominante Forderung.“

„Ah…“

„Und noch dieses Szenario: Kopfauflegen und Aufreiten. Hund und Mensch liegen entspannt auf der Couch. Der Hund legt seine Schnauze auf das Knie des Menschen und schaut ihn ‚treuherzig’ in die Augen. Unter Hunden ist das Kopfauflegen eine Dominanzgeste, die man sich von seinem Hund nicht gefallen lassen sollte - wehret den Anfängen! Sonst setzt man eine Spirale in Gang…

Eine Steigerung dessen ist das Aufreiten. Es ist kein Ausdruck fehlgeleiteter Sexualität eines einzeln gehaltenen Tieres, sondern ebenfalls eine Dominanzgeste: Nur der Rudelführer darf bei einem Rudelmitglied aufreiten!“

„Und all das soll ich also bei dir tunlichst unterlassen?“ fragt Gigi leise mit abgewandtem Blick.

Schmunzelnd antworte ich:

„Ich denke, wenn ich dir das alles jetzt nicht erklärt hätte, hättest du nicht gewusst, warum ich dies oder das nicht als Wohlverhalten mir gegenüber werte. Aber du sollst ja wissen, was die Fremdsprache, die du lernst, bedeutet. Du sollst erkennen, was angemessen ist und was nicht! Es reicht einfach nicht, dich nur einseitig zu lehren – meine Meinung…“

Eine Zeitlang ist Gigi still. An mich gekuschelt arbeitet es in ihrem Kopf. Dann fragt sie:

„Wie erkennt man aber, ob ein Hund sich als Chef, als Alphatier begreift?“

„Da gibt es verschiedenes,“ antworte ich. „Erstens, wenn der Hund an der Leine geht, zieht er dann? Läuft er voraus und hat es den Eindruck, dass er seinen Menschen führt? Oder läuft er brav BEI FUSS oder bleibt gar etwas zurück? Hieraus kannst du schon Schlüsse ziehen.

Ein weiterer Test bei echten Hunden: Er bekommt ein getragenes Kleidungsstück zum Schnüffeln. Die Person, der das gehört, versteckt sich. Der Hund bekommt den Auftrag SUCH. Ein normaler Hund würde beim Aufspüren der Person Laut geben und zurückkommen, das Herrchen hinführen. Ein Hund, der sich als Alphatier begreift, würde sich zu der Person begeben, auch wenn Hindernisse weggeräumt werden müssten – sofern er das schafft. Er würde nicht erst seinen Herrn zu der Stelle führen.“

„Das Zweite kann man aber sicher nicht auf human Doggies anwenden?“

„Nein, GIGI, dazu ist der Geruchssinn des Menschen nicht geeignet! Aber das Erste ist durchaus übertragbar. Ich habe auch schon von mehreren männlichen Doggies, die sich mir anboten, die Bemerkung gehört: ‚Ich ziehe aber an der Leine…’ Sie haben wohl Spaß daran, einen ständigen Kampf um die Vormacht zu führen, wollen ständig wissen, wer ‚der Herr im Haus’ ist. Das artet auf die Dauer aber in Stress aus. Das mag ich nicht, weil der Spaß dann abhanden kommt.“

Wieder entsteht eine Gedankenpause. Dann schaut sie mich unnachahmlich unter den Augenlidern hervor an und sagt:

„Duuu, hast du nicht Hunger bekommen, Herr?“

Ich muss lachen und entgegne ihr:

„Okay, die ‚Vorlesung’ war etwas lang. Das jetzt umzusetzen, wird Wochen oder gar Monate dauern.“

Ich stehe auf und gehe hinüber in die Küche, um uns etwas zu zaubern. Im Stillen denke ich, dass ich nun wohl inkonsequent war, denn nicht ich habe entschieden, dass es nun etwas zu essen gibt. Aber niemand ist perfekt – und manchmal ist es geradezu menschlich, und damit sympathisch, auf seine Devota einzugehen…

Gigi kommt aus der SITZ-Stellung hoch und streicht mir um die Beine, während sie mich in die Küche begleitet. Schnell habe ich etwas zubereitet und auf Teller und Napf verteilt. Wir essen und danach reinige ich ihr, wie üblich, sanft ihre Mund- und Kinnpartie.

*


In den folgenden Wochen steht das Trainieren des Hundeverhaltens auf dem Programm. Ich lockere das Training auf, indem ich zwischendurch immer wieder Kommandos abfrage und sie für korrekte Ausführung lobe.

Das ist jedoch nicht alles. Entspannung muss genauso sein! So fahren wir zu umliegenden Seen, um dort am Ufer zu liegen und Gigi die Möglichkeit zum sinnfreien Herumtollen zu geben, vier- aber auch zweibeinig, je nachdem ob Passanten zugegen sind oder nicht.

Da lese ich auf der Internetseite für Petplayer, dass der Organisator des Stammtisches in Bad Kreuznach mit einem Bauern vereinbaren konnte, ein Dog-Agility-Wochenende zu veranstalten. Ich mache mich schlau, überweise auch hier einen Unkostenbeitrag und dann fahren wir hin.

Freitags abends kommen wir an und parken im Innenhof eines U-förmigen Gebäudekomplexes zwischen anderen PKWs. Ich steige aus, öffne die Heckklappe und den Transportkäfig und hebe Gigi vorsichtig aus dem Auto. Der Boden des Parkplatzes hat einen Splitbelag. Sie würde möglicherweise kleine Schnittverletzungen oder Hautabschürfungen davontragen. An der Mauer der Wirtschaftsgebäude entlang hat man eine Sisalteppichbahn verlegt. Dort setze ich Gigi ab. Dann gehen wir zum Hauptgebäude im Hintergrund.

Sie schaut mich glücklich lächelnd an und reibt ihre Flanke sanft an meinen Beinen, während sie neben mir her geht.

In der Mitte des Hauptgebäudes ist eine zweiflügelige Eingangstüre, die wir über eine fünfstufige Treppe erreichen. Ein Lederkissen an der Klinke hält den einen Flügel offen. Ich drücke die Tür auf. In dem Moment schaut eine junge Frau von einem Computerarbeitsplatz auf, den man im Entree eingerichtet hat und begrüßt uns.
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Re: Giselle -13-

Beitragvon SirHermann » 23. Nov 2014 19:33

„Guten Tag. Darf ich nach ihrem Namen fragen?“

Ich gehe auf sie zu. Sie ergänzt:

„Hatten Sie eine gute Anreise?“

Ich bestätige ihr das lächelnd und nenne meinen Namen. Sie schaut auf ihren Bildschirm, nickt und übergibt mir lächelnd einen Zimmerschlüssel mit den Worten:

„Hier die Treppe hinauf geht es zu den Gästezimmern. Schauen Sie sich um und nehmen Sie ihr Zimmer schon mal in Beschlag. Um 20:30 Uhr lädt sie der Chef zu einem kleinen Lichtbildvortag über den Ablauf des Events ein. Es folgt ein Abendessen und danach haben sie Zeit, sich alles anzuschauen. Morgen nach dem Frühstück beginnt unsere Hofolympiade.“

Sie deutet auf eine zweiflügelige Glastüre links von uns, als sie den Vortrag anspricht. Ich nicke ihr zu, nehme den Schlüssel an mich und wende mich zur Treppe ins Obergeschoss. Gigi macht während des kurzen Gesprächs selbständig SITZ neben mir vor dem Schreibtisch und hört aufmerksam zu. Als ich zur Treppe gehe, folgt sie mir und klettert auf allen Vieren die Stufen hoch.

Oben angekommen sehe ich einen langen Gang über der Halle, wo der Vortrag stattfinden soll, mit einem Fenster am Ende und einer Reihe von Zimmertüren rechts und links. Ich schaue auf unseren Schlüssel und gehe zur Tür mit der gleichen Nummer.

Wir treten ein. Das Zimmer ist mit einem Kleiderschrank, einem breiten Bett, einer Couch und – einem Käfig ausgestattet. Auf dem Käfig liegt eine Holzplatte mit Deckchen und Pflanzen. Eine Türe in der Seitenwand erregt meine Neugier. Ich öffne sie und stecke meinen Kopf in den Raum nebenan. Es zeigt sich ein geräumiges Badezimmer mit großer Dusche. Da wir noch vierzig Minuten Zeit haben, ziehe ich mich geschwinde aus, sage BEI FUSS und gehe zusammen mit Gigi unter die Dusche. Eine Viertelstunde später sind wir wieder unten im Entree. Ich frage die ‚Empfangsdame’, wo man mit dir kurz spazieren gehen könnte. Sie weist zu einer Tür, die der Eingangstür gegenüberliegt.

„Nehmen Sie die Hoftüre,“ antwortet sie.

Ich bedanke mich höflich und wende mich der Türe zu. Als wir hinaustreten, stehen wir auf einem kleinen Sandplatz. Der feinkörnige Sand, der unter meinen Schuhen knirscht, setzt sich rechts und links fort und bildet einen drei Meter breiten Streifen über die gesamte Hausbreite. Dann folgt eine Grasfläche mit drei Büschen. Den Abschluss bildet ein Wandelgang, der aus Pflanzen zu bestehen scheint. Neugierig überquere ich den Sand und die Wiese und schaue mir an, was da wächst.

Ich habe angenommen, dass es eine Rankhilfe aus Metall mit Kletterpflanzen ist. Als wir nun dort sind und darunter hindurch gehen, sehe ich, dass einzelne Weiden den Wandelgang zur angenommenen Grundstücksgrenze blickdicht abschließen. Als Jungpflanzen muss man sie anscheinend miteinander verflochten haben. Zum Haus hin stehen weitere Bäume in größerem Abstand und über uns vereinigen sich die Kronen. Ein lebender Säulengang! Ich bin beeindruckt.

Wir gehen den Gang entlang bis zum Ende, drehen um und gehen bis zum anderen Ende. Gigi hält sich an meiner Seite und staunt. Sie kann es sich nicht verkneifen, an einer der Weidenstämme ein Bein zu heben. Ich nehme ein Feuchttuch aus meiner Gürteltasche und reinige sie. Das Tuch kommt in einen Plastikbeutel – man soll ja nicht denken, dass ein Halter nicht für alle Eventualitäten ausgerüstet ist! Sonst hätte ich damals nicht auch die Joggerin verarzten können!

Dann ist es auch schon Zeit in die Halle zu gehen. Wir begegnen draußen noch drei anderen Owner-Doggie-Paaren und zusammen machen wir uns auf, um pünktlich zum Vortrag unsere Plätze einzunehmen. Drinnen halte ich die Tüte in der Hand und schaue die ‚Empfangsdame’ fragend an. Sie deutet auf ihren Papierkorb, in den ich den Abfall versenke.

Ich bedanke mich, dann folgen wir den Anderen, die wir draußen kennen gelernt haben, in die Halle. Dort stehen zwei lange Tische etwas schräg angeordnet. Ich suche mir einen Platz und setze mich voller Erwartung. Gigi macht neben mir SITZ und schaut zu mir hoch. Spontan streichele ich ihr über ihr Haar.

Kaum sitzen wir alle und erste Gespräche mit den Tischnachbarn haben begonnen, als ein Mann hinzutritt und die Versammelten begrüßt:

„Herzlich willkommen, mein Name ist Alex Buchner. Mir gehört dieses Anwesen, auf dem wir Events veranstalten und auch Ferienzimmer vermieten für Leute wie Sie, die über einen längeren Zeitraum in Ruhe ihrem Fetisch nachgehen möchten.

Sie sind hier, um ein Dog-Agility-Wochenende zu erleben. Für diejenigen, die zum ersten Mal an solch einem Wochenende teilnehmen, habe ich eine Ton-Bild-Schau zusammen gestellt aus vergangen Events. Für die Anderen unter Ihnen ist es sicher interessant, solch ein Event einmal von der Warte eines Zuschauers zu erleben…“

Eine halbe Stunde lang referiert der Bauer und zeigt dabei mittels eines Projektors Bilder, dann schließt er seinen Vortrag und eröffnet das Abendessen. Er wünscht uns einen Guten Appetit und schon wird ein mehrgängiges Landmenü aufgetragen. Für die Doggies gibt es Näpfe, die wir von den Vorlegeplatten füllen, nachdem wir die Nahrung mundgerecht zerteilt haben. Zu trinken gibt es Getränke in Flaschen. Ich nehme mir einen Fruchtsaft, fülle mein Glas und halte Gigi die Flasche hin.

Nach dem Essen fragt mich meine Tischnachbarin, die mit einem Doggierüden hier ist, ob wir uns zusammen die Bilder an der Wand anschauen möchten oder uns zurückziehen wollen.

„Nein,“ antworte ich ihr. „Wir schauen uns gerne noch etwas hier um.“

Wir stehen also auf, nehmen unsere Gläser in die Hand und gehen an der Wand der Halle entlang. Bald entstehen so Grüppchen von Haltern im Smalltalk miteinander vertieft, während die Doggies dabei stehen auf allen Vieren, oder hin und wieder in SITZ-Stellung gehen. Ab und zu schaue ich zu dir hinunter und sehe, dass deine Aufmerksamkeit nicht den Gesprächen der Halter gilt, sondern der Umgebung.

Der Rüde der Halterin am Tisch neben mir hat scheinbar deine Aufmerksamkeit erregt, teilweise auch die anderen Doggies. Bestimmt findet es Gigi aufregend, so viele Doggies um sich zu haben! Der Rüde der Halterin ist vielleicht erst zwanzig oder so, aber er scheint seine Rolle ernst zu nehmen, in ihr regelrecht aufzugehen.

Ich schaue bald auf meine Armbanduhr und entschuldige mich dann bei der Frau. Danach verlassen wir die Gesellschaft und gehen die Treppe hinauf zu unserem Zimmer. Gigi folgt mir und erklimmt die Treppe auf allen Vieren. Wir erreichen das Gästezimmer und sie macht vor der Tür SITZ. Ich öffne die Tür und halte sie für Gigi auf. Sie läuft ein paar Meter ins Zimmer, dreht sich dann zu mir um und macht erwartungsvoll SITZ.

Nachdem ich die Tür geschlossen habe, gehe ich zum Bett, schlage die Decke zurück und ziehe mich aus. Dann lege ich mich ins Bett, hebe ihr einladend die Decke hoch und sage HOPP.

Sofort nimmt Gigi die Einladung freudig an und springe ins Bett. Das Gestell erzittert und sie fällt vom Schwung halb auf mich.

Darüber muss ich schmunzeln und tätschele ihre Kehrseite. Sie ist mit den Beinen zum Kopfende, mit den Schultern auf meinen Oberschenkeln zum Liegen gekommen und dreht sich nun kichernd.

Ich knie mich im Bett auf und lasse mich auf die Hände in den Vierfüßlerstand fallen. Die Arme rechts und links neben ihren Schultern. Dann beuge ich mich zu Gigi hinunter. Sie beginnt zu zappeln und versucht tiefer zu rutschen, wohl um unter mir weg zu kommen, was ich zu verhindern weiß. Schließlich lässt sie sich zurücksinken und gibt jeden Widerstand auf.

Zuerst streiche ich ihr sanft eine Strähne aus dem Gesicht, beuge mich zu ihr und gebe ihr einen Kuss. Sie hat den Mund leicht offen und lässt meine Zunge nach der ihren suchen. Die Augen schließend, berühren sich unsere Zungen…

Nach einer Weile frage ich Gigi leise: „Das gefällt dir so, gell?“

„Hmm,“ macht sie, lächelt mich an und verdreht die Augen. Dabei drängt sie sich dichter an mich.

Ich beuge mich nun wieder zu ihr hinunter und beginne sanft an ihrem Ohr zu knabbern. Dann arbeite ich mich mit Lippen und Zunge weiter zu ihrem Nacken vor und den Hals hinunter zu ihren Schultern.

„Hmmm…“ macht sie dabei wieder.

Plötzlich aber bewegt sie sich heftig unter mir. Die Entspannung ist weg. Sie kreischt lachend auf:

„Whaa, das kitzelt!“

„Tatsächlich?“ frage ich, süffisant grinsend. „Na, wenn das so ist, dann wird es dir gleich noch mehr gefallen…“

Vorsichtig, aber bestimmt, übe ich Druck auf ihren Kopf und die Schultern aus und bringe meinen Mund näher an ihren Hals. Sie versteift sich und wartet darauf, was nun passieren wird… Das gefällt mir. Ich lasse mir Zeit.

Als ihre Anspannung leicht nachlässt, hauche ich ihr sanft in den Nacken. Sofort ist ihre Anspannung wieder da.

Dann berühren meine Lippen ihren Hals in der Nähe eben jener Stelle. Gigi versucht sich aufzubäumen, aber ich habe sie fest im Griff. Sie schnauft ein wenig, als ich sie an der empfindlichen Stelle küsse. Nun lasse ich meine Zunge auf der Stelle und in deren Umgebung tanzen.

„Iiiih!“

Sofort bricht Gigi in eine Mischung aus Schreien und Lachen aus! Sie bewegt sich wild in dem Käfig aus meinen Armen und Beinen, niedergehalten mit dem Gewicht meines Körpers, um dem Reiz in ihrem Nacken ein Ventil zu verschaffen. Ich allein kann entscheiden, wie lange die ‚Folter’ dauert…

Dann, mit einem Mal lasse ich von ihr ab. Sie atmet tief ein und entspannt sich langsam. Ich rolle mich von ihr herunter und lege mich neben sie. Mein Arm liegt über ihrer Schulter. Sie dreht sich um zu mir und rutscht tiefer, während ihre Zunge meine Brust massiert, dann deinen Bauchnabel umkreist und darin gräbt. Dabei spüre ich mein Teil hart werden. Gigi umfasst die Spitze mit den Lippen und massiert sie mit der Zunge.

Ich lasse sie machen und huii… verdrehe meine Augen einen Moment… Bevor ich abspritze, drücke ich sie von mir weg, lege meinen Finger unter ihr Kinn und ziehe es hoch. Sie streckt den Kopf und schaut zu mir auf.

„Komm hoch,“ flüstere ich zärtlich.

Gigi krabbelt nun wieder hoch und öffnet ihre Beine. Ich massiere sanft die Haut zwischen ihren Oberschenkeln und lege mich dazwischen, um in sie einzudringen. Dort bleibe ich bis sie stöhnt und sich meinen Stößen entgegen wirft. Das Bett ist auch wieder vollkommen nass. Ich bin in ihr gekommen und ziehe mich aus ihr zurück, um mich neben sie zu legen und sie streichelnd nur langsam zur Ruhe kommen zu lassen.

Mit pochendem Herzen kuschelt sie sich erschöpft an dich.

Ich stehe noch einmal kurz auf und entferne das nasse Laken. Ich tausche es mit Hand- und Badetüchern aus dem Bad aus, dann streichele und küsse ich sie sanft in den Schlaf.

Als ich am Morgen aufwache, finde ich Gigi noch schlafend mit einem feinen Lächeln um den Mund. Ich schaue ihr zuerst noch eine Zeitlang beim Schlafen zu, dann beginne ich sie sanft zu streicheln. Als ich die Stelle in ihrem Nacken berühre, wacht sie auf. Sofort schließe ich ihren Mund mit einem Kuss. Ihre aufgerissenen Augen entspannen sich wieder und sie erwidert den Morgenkuss.

„Herr, diese Nacht war himmlisch! Wieviel Uhr ist es?“ fragt sie schließlich.
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Re: Giselle -14-

Beitragvon SirHermann » 27. Nov 2014 11:13

„Frühstück soll es in einer dreiviertel Stunde etwa geben. Gehen wir erstmal duschen!“ antworte ich ihr, ohne sie auf ihre Eigenmächtigkeit aufmerksam zu machen.

Gigi krabbelt aus dem Bett, geht auf allen Vieren durch die offene Badezimmertür und macht vor der Dusche SITZ. Ich folge ihr und öffne das Duschventil. Dann temperiere ich das Wasser, halte ihr die Glastür auf und sage HOPP. Sie klettert über den Rand der Duschwanne und ich seife sie ein.

Ich sehe wie sie es genießt, von mir massiert und anschließend trocken gerubbelt zu werden. Ihre Nippel fühlen sich wieder steif an.

Danach ziehe ich mir ein Land- oder Forstarbeiter-Outfit an und Gigi erhält ein Riemchen-Outfit über die nackte Haut. Dann klicke ich den Karabinerverschluss der Leine an ihrem Halsband fest und gehe zur Zimmertür. Dort habe ich eine Laufleine hingehängt, die ich fürs Erste an meinem Gürtel befestige. Dann gehen wir hinunter in die Halle zum Frühstück.

Bald werden wir wieder von Herrn Buchner, dem Bauern begrüßt:

„Guten Morgen, meine Damen und Herren. Ich hoffe, Sie hatten eine wunderbare Nacht in unserem Haus. Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Frühstück. Während Sie es sich schmecken lassen, gehe ich schon mal vor und bereite die Parcours auf der Wiese hinter dem Haus vor. Also bis gleich.“

Lächelnd verabschiedet er sich mit einer Handbewegung und dann hören wir ab und zu Baugeräusche durch die aufgekippten Fenster hereinschallen.

Nach dem Frühstück bleibe ich noch etwas sitzen und bestelle einen Espresso. Andere machen es mir gleich. Nur zwei Owner/Doggie-Teams stehen auf und gehen sich schon draußen umsehen.

Nicht lange danach stehen wir nacheinander auf und treten als Gruppe vor die Hintertür. Der Aufbau der Parcours ist beinahe beendet. Der Bauer rät uns, die Doggies aufzuwärmen: Wir sollen hintereinander die Wiese im leichten Trab mehrfach umrunden, immer am Rand entlang. Auf einem Tisch an der Tür liegen Decken. Diese können wir über den Tag gerne nutzen, um die Doggies zwischendurch warm zu halten, bietet er an.

Ich sage nun also BEI FUSS zu GIGI und gehe hinter den ersten Teams her, die damit begonnen haben, die Wiese zu umrunden. Erst langsam, dann in der zweiten Hälfte der Runde etwas schneller.

Schon nach der ersten Runde schaut Gigi zu mir auf und macht ein gequältes Gesicht.

‚Hm, okay,’ denke ich mir, nehme eine Decke, werfe sie über sie und zupfe sie zurecht. Sie hat selbständig PLATZ gemacht und ich lasse mich neben ihr im Gras nieder. Andere machen es uns gleich. Zwei Teams, die eine zweite Runde begonnen haben brechen ab und kommen quer über die Wiese auf uns zu. So warten wir auf die Freigabe der Parcours.

Gigi brummt leise vor sich hin. Ich beginne damit, sie zu kraulen. Dabei schaue ich den Parcours-Bauern zu. Von meiner Position sieht alles etwas verwirrend aus.

Der Bauer tritt zu uns und erklärt:

„Wir haben die ersten beiden Parcours fertig. Wir wollen es so machen, dass die Teams nach jedem Parcours warten bis alle hindurch sind, bevor die Ersten sich an den nächsten Parcours wagen. Die Startnummern werden alphabethisch vergeben. Während Sie den zweiten Parcours durchlaufen, bauen wir den Ersten schon ab und an dessen Stellen den Dritten auf, und so fort… So, dann wünsche ich Ihnen viel Glück!“

Wir stehen auf und lassen uns von einem Mitarbeiter des Bauern den Ersten erklären. Es ist ein Labyrinth. Wir sollen jeweils zwischen zwei mit Sand gefüllten, großen Trinkbechern durchgehen. Welcher rechts und welcher links von uns sein sollte, erkennen wir an roten und grünen Fähnchen. Manchmal stehen gelbe Fähnchen genau dazwischen. Dann soll der Owner durch die eine Hälfte des ‚Tores’ gehen, während Doggie durch die andere Hälfte gehen soll. Im Parcours ist immer jeweils ein Team, das von dem Mitarbeiter des Bauern beobachtet wird, der sich Fehler notiert. Verlangt wird, dass die Owner Richtungsänderungen per ‚Kettensignale’ an ihre Doggies übermitteln: RECHTSRUM bedeutet, ich muss die Leine durchhängen lassen und Gigi damit an der rechten Schulter berühren. Bei LINKSRUM entsprechend anders.

Das klappt ganz gut. Nur ein paar Mal habe ich Probleme bei der stummen Kommandoübermittlung. Erreichen wir ein Tor mit gelbem Fähnchen, gehe ich entgegen dem Kommando, das ich Gigi übermittelt habe, an der anderen Seite des gelben Fähnchens vorbei. Die Becher sind nummeriert, so dass wir uns im Labyrinth nicht verirren. Am Ende des Parcours setzen wir uns wieder und warten bis das letzte Team durch ist.

„Pfuu,“ macht Gigi, als wir durch sind.

Ich schaue zu ihr herunter. Sie schaut zu mir auf und streicht mit einer ‚Pfote‘ über ihren Mund. Ich lächele und sage:

„Du darfst reden.“

Sie meint, begleitet von einem Seufzer:

„Das war jetzt aber gar nicht so einfach. Man muss sich ganz schön konzentrieren!“

„Es sollen sich ja auch Rangfolgen ergeben! Da darf es nicht zu einfach sein, GIGI,“ antworte ich ihr.

„Wir haben sicher ein paar Mal Fehler gemacht…“

„Ja, warum denn nicht?“ sage ich. „Niemand ist perfekt! Du musst das Ganze sportlich sehen: Dabei sein, ist alles! Eine schöne Erinnerung ist die Teilnahme-Urkunde, die heute Abend jedes Team bekommt! Der Pokal wäre natürlich schöner, wichtiger aber ist die schöner Erinnerung später – und für jetzt: Der Spaß an der Sache.“

Dann ist das letzte Team durch den ersten Parcours. Auch die Beiden sollen sich erstmal etwas ausruhen. Dann werden wir zum zweiten Parcours gerufen, während der Erste schon abgebaut wird. Der zweite Parcours ähnelt dem ersten. Auch hier gibt es nummerierte Tore, doch sind sie nur halb so breit und zwischen den Bechern mit den Fähnchen befinden sich Hindernisse: Dünne Plastikrohre sollen übersprungen oder unterkrochen werden, oder bilden Leitplanken für enge Durchgänge. Dazwischen wurde ein Tunnel aus einer siebzig Zentimeter durchmessenden Stoffröhre aufgebaut. Wir gehen den Parcours in Begleitung eines Mitarbeiters des Hofes ab. Er erklärt ihn uns. Dann ist auch das letzte Team soweit und der Start wird freigegeben.

Während wir auf unseren Einsatz warten, kommentiert Gigi das Gesehene:

„Ein Hürdenlauf? Ich reiße bestimmt einige Hürden, weil ich auf Händen und Knien schlecht springen kann…“

„GIGI, wie hast du dich beim Kommando HOPP bewegt?“ frage ich sie.

„ZEITLUPE?“ fragt sie zurück und schaut mich dabei direkt an.

„Ja!“

„Ich hebe erst meinen Po. Nur noch Faust‚pfoten’ und Zehen bis Fußballen berühren den Boden. Dann beuge ich die Ellenbogen leicht und stoße mich vorne vom Boden ab. Ähnlich federe ich in den Knien und mache einen Satz nach vorne. Kurzfristig bin ich dann mit allen Vieren in der Luft.“

„Wenn es dir hilft, kommandiere ich laut! Ich laufe ja neben dir her, Gigi.“

„Ja, das würde helfen, Herr.“

Als die Reihe an uns ist, durchlaufen wir auch diesen Parcours. Gigi reißt nur wenige Hindernisse!

„Du siehst, du musst dich nur trauen, mein Mädchen!“ sage ich auf dem Weg zu unserem Sitzplatz am Rand der Wiese.

Wir setzen uns wieder und warten bis auch das letzte Team durch den Parcours ist. Wie vorhin liegt Gigi auch diesmal unter der Decke. In der Zwischenzeit haben die Männer des Bauern zusammen mit ihm einen Balance-Parcours aufgebaut.

Nun aber bittet er uns zuerst zum Mittagessen in die Halle. Danach hätten wir eine Stunde Pause und könnten auf den Zimmern ausruhen oder das Gelände des Hofes erkunden, sagt er. Wir gehen also zum Essen und danach frage ich Gigi, ob sie kuscheln oder den Hof erkunden will.

Gigi schaut erstaunt zu mir auf und zögert. ‚Kein Befehl? Du lässt mir die Wahl?‘ denkt sie bestimmt.

Ich lächele sie an und erkläre:

„Ich lasse dir die Wahl, ja, aber nicht die freie Wahl! Ich gebe dir Alternativen vor zwischen denen du wählen darfst! Der Hintergrund ist der, dass es mir gleich ist. Ich mag genauso gern kuscheln, wie den Hof erkunden. Ich kann aber keine Gedanken lesen, um zu erfahren, was du magst. Darum frage ich…“

„Ich mag das, wofür du dich entscheidest. Du bist der Herr! Wie soll ich deine Autorität anerkennen, wenn du dich immer nach mir richtest?“

„Ich richte mich aber durchaus NICHT IMMER nach dir! Ich gebe die globale Richtung vor, sage, was anliegt. Aber ich möchte dich bei meinen Entscheidungen ‚mitnehmen’! Du sollst nicht völlig ‚hinterher dackeln’, sondern das Gefühl haben, bei mir geht es dir gut. Ich entscheide zu UNSEREM WOHL und nicht bloß zu meinem Spaß!

Oft genug habe ich dir gesagt, du bist für mich KEIN Spielzeug, das man hervor holt, bespielt, wegstellt, nicht mehr beachtet, bis man wieder spielen mag – und schließlich entsorgt… Du bist für mich ein fühlendes Wesen, für das ich sorge, um das ich mich kümmere. Dafür behalte ich mir das LETZTE WORT vor. Danach gibt es keine Diskussion, nur noch Gehorsam! Vorher aber kannst du Anteil an meinen Entscheidungen nehmen. Du kannst aber sicher sein, dass ich mich durch deine Wünsche NICHT von meiner globalen Linie abbringen lasse!

Nur, wann ich mein Ziel mit dir erreiche, hast du so natürlich bedingt in der Hand! Verzögerungen lasse ich also zu, weil ich weiß, dass jeder unterschiedlich viel Zeit braucht. Und diese Zeit lasse ich dir! Zwang tötet das Interesse, die Neugier, das Vertrauen! – Meine Meinung!

Also erkunden wir das Gelände nach dem Mittagessen!“

„Nach dem Mittagessen gehen wir wieder raus auf den Rasen?...“ fragt Gigi zurück.

„Nein,“ sage ich. „Wir kennen bis jetzt das Haupthaus so einigermaßen – noch nicht die Nebengebäude, die den Innenhof mit dem Parkplatz rechts und links begrenzen. Da gehen wir hin.“

Dazu verlassen wir das Haus durch den Haupteingang, gehen die Treppe hinunter und wenden uns zuerst dem Nebengebäude zu, vor dem mein Auto steht. Es gibt dort verschiedene Eingänge. Ich rüttele an der Klinke des ersten Eingangs.

Die Tür öffnet sich und wir stehen in einem großen Raum mit Gehegen. Dort sind einige wenige Hunde, Katzen und eine Reihe von Kaninchen und Nagetiere untergebracht. Eine junge Frau kommt uns entgegen, schaut kurz zu dir hinunter, dann spricht sie mich an:

„Guten Tag, Sie wollen doch sicher nicht ihr Doggie in Pension geben, während Sie eine Reise unternehmen müssen??“

Ich lache: „Nein, wir waren nur neugierig und wollten die Mittagspause für eine kleine Erkundung nutzen. Das hier ist also auch eine Tierpension?“

„Aber ja,“ antwortet die Mitarbeiterin. „Aber dieser Hof hat noch mehr zu bieten! Schauen Sie sich gerne um, aber halten Sie Abstand – besonders zu den Landmaschinen. Nicht, dass Sie sich noch verletzen, oder ihr Doggie.“
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Beitragvon SirHermann » 1. Dez 2014 22:03

Ich zeige auf die Treppe, die seitlich ins Obergeschoss führt: „Wohin führt die Treppe, wenn ich fragen darf?“

„Oben ist das Futter- und Heulager für die Tiere,“ gibt die Mitarbeiterin bereitwillig Auskunft.

„Ahso,“ entgegne ich und wende mich wieder zu der Tür, durch die wir herein gekommen sind.

Die junge Frau legt zur Seite, was sie gerade in der Hand hält und fragt: „Darf ich Sie führen?“

„Aber gern,“ antworte ich ihr.

Wir verlassen den Gebäudeteil und sie geht mit uns etwa zehn Meter weiter zur nächsten Tür. Sie ist zweigeteilt: Entriegelt man den oberen Teil, dann lässt er sich öffnen, während der untere Teil noch geschlossen bleibt. Ich zeige darauf und sage fragend: „Der Pferdestall?“

Unsere Führung lächelt und erklärt: „Das war mal einer. Heute können hier Leute im Stroh übernachten!“

Ich muss wohl etwas dumm aus der Wäsche geschaut haben, denn sie öffnet die Tür mit einem hellen Lachen. Wir sehen einen gekachelten Gang, der von einer im Boden verschraubten Holzbohle über die gesamte Raumbreite begrenzt wird. Dahinter liegt Stroh auf dem Boden bis zur gegenüberliegenden Wand. Die Halme sind akurat ausgerichtet, als habe man den Boden frisch belegt.

„Hier können Fahrradwanderer ihre Schlafsäcke ausbreiten. Ein Gemeinschaftswaschraum mit Einzelduschen gibt es im Obergeschoss, erreichbar über diese Treppe. – Im Vertrauen: Hier haben auch schon Petplayer übernachtet, die hinter dem Gebäude eine Suhle aus Heilerde nutzen. Durch die Tür dort, geht es dahin…“

„Oh,“ mache ich.

Dann sage ich nach einer kurzen Pause, in der ich mich umsehe: „Das wäre dann also dieses Gebäude. Was finden wir gegenüber?“

Die Hofmitarbeiterin antwortet: „Der Abschluss dieses Gebäudes bildet eine Fahrradgarage. Drüben haben Sie eine Halle mit Sandboden. Dort trainieren Ponyplayer das Ziehen von Sulkys. Es können dort auch Wettbewerbe stattfinden bei schlechtem Wetter. Aber auch anderes Training ist möglich. Hinter dem Gebäude finden sie einen Sandplatz, auf dem das alles dann bei schönem Wetter – wie dieses Wochenende – stattfinden kann.“

„Und hinter den Fenstern darüber?“ frage ich.

„An der rückwärtigen Gebäudewand finden sie einen angebauten überdachten Gang, den sie über eine Freitreppe an der Schmalseite erreichen. Dort haben wir weitere Gästezimmer.“

„Ah,“ mache ich und ergänze: „Interessant.“

Wir überqueren den Innenhof und schauen auch dort hinter die Tür. Dann gehen wir zum Hauptgebäude zurück.

Gigi trottet still neben mit her, so dass ich mich genötigt sehe, sie nach ihren Empfindungen zu fragen.

„Ich bin ganz erschlagen von dem, was der Hof bietet…“ antwortet sie.

Wir durchqueren die Eingangshalle und treten nach draußen hinter das Hauptgebäude. Anscheinend sind wir die Letzten, die den Rasen wieder betreten. Inzwischen sind dort neue Parcours aufgebaut. Als wir uns zu den anderen Dogplayern gesellen, beginnt der Bauer mit der Erklärung der neuen Wettbewerbe:

Als erstes soll Gigi mit den Knien voraus unter einem leichten Plastikrohr hindurch, ohne das Rohr zu reißen – eine Art Limbo. Dann soll sie im Vierfüßler-Stand versuchen ein schwingendes Teil mit dem Mund zu schnappen. Dann löst sich eine Leine, das Teil fällt und Gigi hat den Punkt. Zwischen den Aufgaben soll sie von Klingelzeichen zu Klingelzeichen in PLATZ-Stellung verharren. Dann soll sie einen Becher ‚apportieren’: Sie soll einen mit Wasser gefüllten Becher vom Start zum Ziel bringen. Dort soll ich ihn ihr abnehmen und den Inhalt in ein Messgefäß füllen. Insgesamt sind es fünf Becher. Die eine Hälfte der Owner füllt die Messbecher, die andere Hälfte versucht den Becher mit sehr weichen Bällen abzuwerfen. Dann werden die Gruppen gewechselt. Gemessen wird jeweils die Menge Wasser im Ziel.

Nachdem alle da hindurch sind, ist Dog-Dancing angesagt: Ich soll mich mit Gigi nach Musik bewegen, wobei sie auf allen Vieren bleibt, mich anschaut und Hunde-Kommandos ausführt.

„Oh, das wird bestimmt lustig…“ kommentiert Gigi, als denke sie laut.

„Das ist es ja, Gigi!“ sage ich. „Solch ein Event soll Spaß und Lust auf mehr machen! Das Dog-Dancing sieht ziemlich knuffig aus. Es unterscheidet sich vom Agility, weil auf Geräte verzichtet werden kann und Musik benutzt wird, der Owner kann vorher mit seinem Doggie zuhause eine Choreographie einstudieren. Es sieht leicht und locker aus.“

„Das ist interessant!“ meint sie.

In der Zwischenzeit hat der Bauer mit seinen Mitarbeitern einen Grillplatz aufgebaut. Es dämmert bereits. Nach dem Dancing sollen wir erstmal ausruhen. Als dann das erste Grillgut gar ist, hole ich uns etwas und wir essen gemeinsam. Dabei lasse ich Gigi bei mir abbeißen. Auch lasse ich sie aus meiner Flasche trinken.

Schließlich bittet der Bauer um Gehör und beginnt mit der Preisverleihung. Wir bekommen eine Urkunde auf der einer der mittleren Plätze eingetragen wurde. Die Ownerin mit ihrem Rüden bekommen die Skulptur eines human Doggies auf einem Sockel auf dem der erste Platz eingraviert wurde. Dann klingt der Abend aus. Als kein Grillgut mehr da ist, gehen wir auf unsere Zimmer.

Gigi macht einen erschöpften, aber zufriedenen Eindruck. Ich gebe ich ihr wieder eine kühle Dusche und eine Körper-Massage mit dem Frottee. Dann gehen wir zu Bett. Während ich meine Finger gedankenverloren hauchzart über ihren Körper wandern lasse, frage ich:

„Wie fandest du das Wochenende? Was sind deine Eindrücke, Gigi?“

Sie scheint aus einem Traum zu erwachen.

„Das finde ich so gut von dir, Herr!“ sagt sie, irgendwie ohne Zusammenhang.

Ich frage nach:

„Was findest du so gut, GIGI?“

„Deine ‚gedankenverlorene’ Zärtlichkeiten! Hinter deinem Streicheln steckt also keine bestimmte Absicht, deine Bewegungen sind demnach in intimen Momenten schon mal emotionsgesteuert, nicht intellektgesteuert! Du bist eben NICHT durch und durch rational…“

„Achso, ja, da hast du wohl recht, Gigi,“ bestätige ich. „Ich kann sehr wohl zielgerichtet vorgehen – im rationalen Alltag – und für uns beide das Bestmögliche herausholen. Aber wenn es intim wird, kommt es immer wieder vor, dass meine Gefühle das Steuer übernehmen. Ich sage dir ja AUCH immer wieder: Lass das Tier in dir raus! Sei emotional! Lebe deine Gefühle! Fühle dich frei – befreit, deine Gefühle heraus zu lassen. Ich gebe dir den Raum dazu! Ich lasse dich sein, wie du innerlich bist – und beschütze dich, kümmere mich!“

Eine Weile genießt sie still. Erst dann erhalte ich eine Antwort:

„Du bist so anders!“ Sie lächelt mich an. „Das Wochenende war geil. So etwas möchte ich öfter mitmachen.“

Nachdem ich ihre Erregung über das Streicheln gesteigert habe, komme ich über sie.

*


Tags darauf nehmen wir das Frühstück noch mit. Dann kriecht Gigi in ihren Transportkäfig und wir fahren wieder nachhause in den Hunsrück.

Ich habe mich während des Wochenendes mit der Herrin des Rüden und dem Herrn einer asiatischen Doggie angefreundet, Adressen und Telefonnummern getauscht. Die Frau kommt aus dem Münchener Umland, während das andere Paar aus Thüringen stammt. Dogplayer wohnen schon sehr weit verstreut in Deutschland.

Zwei Monate nach dem Dog-Agility-Wochenende erhalte ich einen Anruf.

„Franck.“

„Hallo Peter, sag mal, hast du irgendwann einmal Zeit uns zu besuchen? Du weißt, wir sprachen darüber…“

„Richtig, ich bin in der glücklichen Lage, spontan an jedem Wochenende losfahren zu können, das du mir nennst!“

„Okay, das ist schön. Wenn du nichts dagegen hast, dann lade ich auch Michelle aus München dazu ein. Danach rufe ich dich zurück und nenne dir den Termin.“

„Genauso kannst du es machen. Ich freue mich!“

„Bis dann.“

„Ja, bis dann,“ lächele ich ins Telefon, dann trennt Markus Rath die Verbindung.

Drei Wochenenden nach dem Telefonat starten wir zu unserer Fahrt nach Thüringen. Michelle Gschwandner wird mit ihrem Chico ebenfalls da sein. Nach anderthalb Stunden Fahrt mache ich die erste Pause. So dauert die Fahrt ganze fünf Stunden bis wir die angegebene Adresse erreichen. Der Navi leitet mich kurz vor dem Ziel auf einen Feldweg an dessen Ende ein einsam gelegenes Haus steht.

Irgendwie wirkt es anachronistisch in der Landschaft, wo man alte Bauernhöfe vermuten würde. Es sieht eher nach einem modernen Stadthaus aus, wie man sie an Stadträndern zwischen Bäumen und Sträuchern sehen kann. Gut, das Haus versteckt sich ebenfalls zwischen zum Teil hoher Vegetation. Es hat große Glasflächen, so dass man sich von drinnen sicher mit zwischen Bäumen und Sträuchern wähnt.

Ich parke vor dem Haus, klingele dort und warte, was geschieht. Nicht lange danach öffnet Markus die Tür. Im Hintergrund sehe ich seine Doggie TAPS neugierig um die Ecke schauen. Wir begrüßen uns freundlich, dann lasse ich Gigi aus dem Transportkäfig und wir betreten das Haus. Es sieht sehr weitläufig und offen aus.

Im großen Wohnzimmer begrüßt mich Michelle ebenfalls. Dann sagt Markus:

„Deine GIGI braucht bestimmt etwas Bewegung. Komm, wir gehen eben mal vor die Tür.“

Er öffnet die Tür zur großen Veranda. Dahinter schließt sich eine weitläufige Rasenfläche an, die von einer Hecke begrenzt wird.

„Oh,“ sage ich. „Das Grundstück ist ja riesig!“

Markus lächelt.

„Hier stand ein verfallener Bauernhof. Ich habe ihn abreißen lassen und neu gebaut. Den größten Teil der Ländereien habe ich verkauft, aber es bleibt noch genügend übrig, um unserem Faible zu frönen.“

Er wirft einen Kunststoffknochen, den er mit hinaus genommen und GIGI und TAPS unter die Nase gehalten hat mit großem Schwung auf den Rasen.

Beide, GIGI und TAPS, starten einen Sprint auf zwei Beinen und tatsächlich erreicht GIGI den Knochen als Erste. Sie nimmt ihn auf und rennt im Bogen zurück, da TAPS das Rennen abbricht und sich GIGI zu nähern versucht. Auf der Veranda steckt sie sich den ‚Knochen‘ in den Mund und nähert sich mir auf Fäusten und Zehen.

Ich gehe zu ihr hin, strecke meine Hand aus und halte sie unter ihr Kinn. Dann sage ich AUS, und Gigi lässt den ‚Knochen‘ in meine Hand fallen, während sie mich erwartungsvoll, triumphierend anschaut.

Lächelnd und mit der anderen Hand durch ihr seidiges Haar streichelnd, lobe ich sie:

„Bist ein gutes Mädchen, GIGI, gutes Mädchen!“

TAPS sitzt inzwischen wieder an Markus Füßen und schaut Gigi an. Ich gebe den ‚Knochen‘ an Markus weiter. Michelle und ihr Chico haben der Szenerie zugeschaut. Sie beugt sich zu Gigi hinunter und befühlt ihre Oberschenkel.

„Stramme Schenkel,“ sagt sie.

Lächelnd schaue ich Michelle an.

„GIGI ist seit Jahren Joggerin!“

„Ah,“ macht sie.
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Re: Giselle -16-

Beitragvon SirHermann » 6. Dez 2014 12:55

„Aber kann sie auch Hundeschwimmen?“ fragt Markus.

„Nnnein,“ ziehe ich die Antwort lang.

„Niemand ist perfekt, und wir haben kein Becken am Haus,“ ergänze ich, während ich den Blick zu seinem Becken neben der Veranda richte.

„Dann los!“ fordert Michelle Markus auf. „Zeig‘ uns, was deine TAPS drauf hat!“

„Kein Problem,“ erwidert Markus lächelnd und ergänzt: „TAPS, BEI FUSS!“

Wir gehen zum Becken an der Hausecke. Markus‘ Doggie begleitet ihren Herrn. Beim Becken angekommen, wirft er den Kunststoff-Knochen ins Becken und sagt HOL.

Taps atmet tief ein, springt ins Wasser und taucht nach dem Gegenstand. Sie greift ihn mit der Hand und taucht auf. An der Wasseroberfläche steckt sie sich den ‚Knochen‘ in den Mund und schwimmt zur schmalen Treppe an der Seite des Beckens, indem sie Arme und Beine wie ein Vierbeiner bewegt. An der Treppe angekommen, krabbelt sie auf allen Vieren aus dem Wasser, schüttelt sich auf der Veranda und lässt den ‚Knochen‘ vor Markus‘ Füssen fallen.

Michelle klatscht und auch ich bin beeindruckt.

„Dann ist jetzt wohl die Reihe an mir,“ sagt Michelle.

Wir schauen sie erwartungsvoll an. Sie schaut Chico an, hebt den Zeigefinger und sagt: „CHICO!“

Ihr Doggie schaut erwartungsvoll zu seinem Frauchen hoch und setzt sich auf die Fersen, denn der erhobene Zeigefinger ist das nonverbale Kommando für SITZ.

Dann hebt sie die flache Hand an, mit den Handflächen nach oben und sagt MÄNNCHEN. Chico kommt in die Senkrechte, steigt mit weit gegrätschten Beinen bis er nur noch auf den Fußballen steht und hebt die Fäuste in Schulterhöhe, seine Ellenbogen am Körper. Immer noch fixiert CHICO sein Frauchen.

Michelle sagt nun: „Guter Junge!“ und beschreibt mit dem Zeigefinger einen waagerechten Kreis. Sofort beginnt Chico, sich in der Position MÄNNCHEN zu drehen wie ein Tanzbär.

Nach zwei vollen Drehungen sagt sie PLATZ und zeigt Chico ihre flache Hand. Chico lässt sich auf Fäuste und Zehen in SITZ-Stellung sinken und knickt in den Ellenbogen ein. Er geht übergangslos in die PLATZ-Stellung.

Nun sagt Michelle ROLL und beschreibt mehrere senkrechte Kreise mit dem Zeigefinger. Chico, immer sein Frauchen fixierend, dreht sich nun auf den Platten der Veranda in der gleichen Geschwindigkeit und Richtung, mit der Michelle ihren Zeigefinger kreisen lässt.

Sie geht neben Chico in die Hocke und massiert ihm ungeniert den Unterleib, während sie ihn lobt. Chico reibt glücklich lächelnd seine Wange an ihrem Unterschenkel. Dabei sagt sie:

„Das ist nur ein kleines Repertoire, noch ausbaufähig. Damit wollen wir bald beim Dog-Dancing glänzen!“

Wir schmunzeln und Markus, der TAPS in der Zwischenzeit mit einem Frotteetuch trocken gerubbelt hat, sagt:

„Kommt, ich denke, es ist Zeit für das Abendessen.“

Wir gehen ins Haus zurück, wo in der Zwischenzeit ein Tisch gedeckt worden ist. Wir setzen uns. Unsere Doggies machen neben uns SITZ. Dann verteilt Markus Suppe aus einer großen Terrine. Eine dunkelhäutige Schönheit in halbdurchsichtigem Outfit bringt gleichzeitig drei Näpfe, die sie den Doggies neben uns vor die Nase stellt.

Ich kann mir ein Kommentar nicht verkneifen.

„Du stehst wohl auf dunkelhäutige Schönheiten.“

Markus grinst.

„Warum nicht? Marilena stammt aus der Karibik. Sie ist wirklich exquisit!“

„Eine Ebony und eine Asia, dazu diese einsame Villa… Der Unterhalt ist sicher nicht von schlechten Eltern,“ grinse ich zurück.

„Nun, man tut, was man kann. Ich bin in der glücklichen Lage, einige Firmenanteile zu besitzen,“ sagt Markus.

„Da kann ein einfacher Künstler nicht mithalten,“ stelle ich fest.

„Wenn ich da an die allgemeine Landflucht denke,“ entwickele ich einen Gedanken, während Marilena die Teller und die Terrine abräumt. Sie bringt den Hauptgang. Ich sehe mit Genugtuung, dass es das Gleiche ist, was die Doggies in den Näpfen serviert bekommen haben.

„…kommt mir die Idee, dass wir entweder einen verlassenen Ort wiederbeleben könnten, indem wir Dogplayern anbieten zusammen dorthin zu ziehen, oder eine eigene Siedlung zu gründen, indem wir zum Beispiel rund um dieses Anwesen weitere Anwesen gründen.“

„Hm,“ macht Markus da. „Ein faszinierender Gedanke, wenn Gleichgesinnte beieinander wohnen. Aber praktisch kaum durchführbar…“

Nach einer Gedankenpause redet er weiter:

„Alte Anwesen den Erben abkaufen, die den Arbeitsplätzen in die Stadt gefolgt sind, ist einfacher als die Bebauungspläne der Gemeinden zu ändern, auf deren Gemarkung diese Ländereien liegen. Außer man baut einen großen Gutshof zu einer kleinen Siedlung um, was aber nicht billig ist.“

„Du könntest dein Geld in das Projekt stecken und renovierte Häuser an Dogplayer vermieten. Dabei kannst du dann auch die Leute aussuchen, mit denen du dich umgeben willst. Gleichzeitig bist du so etwas wie der Bürgermeister der Siedlung…
Natürlich müssen die Dogplayer am Ort ein Auskommen finden. Etwas, womit sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Man könnte ihnen eine Beratung anbieten mit anschließendem Coaching, sich selbständig zu machen mit Tätigkeiten, die allen angesiedelten Dogplayern zugute kommt, mit der Möglichkeit weitere Kunden im Umland zu versorgen und so den Umsatz zu steigern.“

„Du bringst mich da auch eine Idee… Ja, tatsächlich! Die Idee hat was…“

Schließlich serviert Marilena den Nachtisch und wir sitzen noch lange diskutierend beieinander. Auch Michelle scheint von der Idee angetan zu sein, warnt aber vor zu großem Optimismus.

„Petplay an sich, und Dogplay im Besonderen ist in Deutschland nicht sehr verbreitet. Anders als in den englischsprachigen Ländern der nördlichen Hemisphäre – und Japan…“ ergänzt sie mit Blick auf TAPS. „Und von den heimischen Dogplayern muss man erstmal welche finden, die sich rund um die Uhr mit anderen zusammen tun wollen!“

„Das ist nicht falsch gedacht,“ meine ich. „Aber deshalb die Hand in den Schoß sinken lassen und den Status quo beibehalten, dass wir jedesmal Tagesreisen machen müssen, um andere Dogplayer zu treffen?“

„Ich schlage einen Kompromiss vor,“ sagt Markus. „Es gibt Ortsteile von ländlichen Kleinstädten und Dörfern, die zwischen einem und zehn Kilometer vom Hauptort entfernt liegen und nie mehr als fünfzig Einwohner hatten – wo jetzt vielleicht nur noch eine Handvoll, meist alte Leute leben.“

„Ja, das wäre der ideale Zielort,“ pflichte ich ihm bei.

Später zeigt uns Markus seine Gästezimmer im Obergeschoß. Dann schlafen wir bald.

Wir verbringen noch ein interessantes Wochenende in Thüringen und sind Sonntagabend wieder zurück im Hunsrück. In den nächsten Wochen frage ich den Waldbesitzer, ob er sich vorstellen könnte, drei bis fünf solcher Blockhäuser beieinander stehen zu haben, wo jetzt nur meins steht. Er schaut mich skeptisch an, also lasse ich die Idee vorerst wieder fallen.

*


Ein Jahr ist inzwischen vergangen. In diesem Jahr waren wir dreimal zu Besuch bei Verwandten. Ich habe ihr dafür ein schönes normales Outfit gekauft, was sie sehr gefreut hat, und die Besuche sind sehr harmonisch verlaufen. Niemand hat ihr Benehmen als hündisch klassifiziert. Das wäre meinen Leuten auch ziemlich abwegig erschienen, denke ich mir.

Dennoch geht sie unter vier Augen automatisch auf alle Viere und schmiegt sich an meine Beine oder legt sich zu meinen Füssen. Schließlich spreche ich sie in so einem intimen Moment auf die Anfänge an.

„GIGI, weißt du noch, als du zu mir kamst und ich ein Experiment ins Gespräch brachte?“

Sie hebt den Kopf und lächelt mich in ihrer unnachahmlichen Art an.

„Du weißt es noch,“ bemerke ich, „ und es ist inzwischen zu deiner Lebenseinstellung geworden…“

Gigi bewegt den Mund. Ich nicke ihr aufmunternd zu.

„… Selten lernt man so einen Mann kennen. Nirgends könnte ich mich so angenommen und geborgen fühlen, Herr. Du weißt immer, was zu tun ist. Bei dir kann man sich vertrauensvoll fallenlassen…“

„Das beruht auf Gegenseitigkeit, Gigi. Du weißt mich an der richtigen Stelle zu packen.“

„Aber bei meinem Ex damals und den Liebschaften und kindlichen Schwärmereien davor, gelang mir das nie! Hatten die überhaupt so eine Stelle, wo man sie packen konnte?“

„Tja, Kleines. Viele Männer heute flüchten, wenn sie in die Pflicht genommen werden sollen. Sie verweisen dich auf deine Selbstverantwortung und wollen das ‚süße Leben‘ nicht gegen den harten Alltag tauschen… Diese Leute würden als Gruppenleiter spätestens dann untergehen, wenn sie keine Entscheidung mehr delegieren können. Wenn Aller Augen auf ihnen ruhen und eine einsame Entscheidung gefragt ist…
Hier bewahrheitet sich wieder der alte Spruch von dem Topf und dem Deckel!“

„Wusstest du denn, dass du der Deckel zu meinem Topf bist, Herr?“

„Von Beginn an? Nein, GIGI, so etwas kristallisiert sich mit der Zeit heraus. Vieles spürt das Gefühl aber schon früh, bevor es die Ratio erfasst. DAS aber geht nur im realen Umgang miteinander, nicht mittels der modernen Medien!“

„Was wäre, wenn das Experiment missglückt wäre damals?“

„Du wärst wahrscheinlich aufgestanden, hättest so etwas Ähnliches gesagt, wie ‚Mach doch deinen Scheiß alleine‘ und wärst gegangen. Wir hätten uns aus den Augen verloren und beide weiter gesucht.“

GIGI nickt bedächtig.

„Ja, so wäre es wohl gewesen, wenn du dich deiner Verantwortung nicht immer bewusst gewesen wärst und immer eine Antwort auf egal welches Problem gehabt hättest und immer noch hast. Du bist mein Glück, Herr.“

Sie reibt ihre Wange an mir. Ich beuge mich zu ihr und streichele, wie so oft, über ihr Haar. Sie erhebt sich auf alle Viere und – ich denke sie will auf meine andere Seite – hinter mir steigt sie auf ihre Knie und legt den Arm um mich. Lachend lasse ich mich von ihr stören.

Dann aber drehe ich mich zu ihr um. Erschreckt lässt sie ab von mir und fällt auf alle Viere. Ich frage sie:

„Kannst du dich noch an den Morgen nach der ersten Nacht bei mir erinnern, GIGI? Du warst diejenige, die aufgestanden ist, um das Frühstück zu machen.
Ich werde dich weiter entwickeln! Du bist meine Doggie bisher. Ich habe mich um alles gekümmert. Das soll auch weiterhin so bleiben. Du hast gelernt, auf kurze Kommandos prompt zu reagieren, im Vertrauen darauf, dass alles zu deinem Wohl geschieht. Auch das soll weiterhin so bleiben. Du hast gelernt, deine Gefühle sofort auszuleben, im Jetzt zu leben, nichts aufzuschieben. Alles soll so bleiben wie bisher, auch deine hündischen Verhaltensweisen, soweit sie als Zweibeiner lebbar sind. Jedoch sollst du ab jetzt wieder auf zwei Beinen durch die Welt gehen! Deine Aufgabe für die nächste Zeit wird mit denen von Marilena vergleichbar sein, jedoch bleibt die Hündin in dir weiterhin präsent!“

„Du hilfst mir dabei, Herr?“

„Das ist selbstverständlich, GIGI!“

„Dann schaffe ich auch das.“

„Aber ja, mein Mädchen! Du kannst gar nicht scheitern, denn ich bin bei dir!“
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SirHermann
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