Der mit der/m Doggie tanzt

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Der mit der/m Doggie tanzt

Beitragvon SirHermann » 7. Jun 2015 14:20

Das Schöne an diesem Schaustil ist: Er ist für jedermann und jederdog geeignet. Was zunächst eine Vorführung von aneinandergereihten Kunststücken war, ist inzwischen ein Sport für das Owner/Doggie-Team geworden.

Die einzige notwendige Trainingsvoraussetzung ist es, Gefallen an Bewegung und Musik zu haben. Man beginnt damit, die einzelnen Elemente einer späteren Choreografie für sich und ohne Musik zu trainieren. Das geht im Wohnzimmer genauso wie auf einer Wiese.

Liedsequenzen von etwa 30 Sekunden werden anfangs sicher genügen. Mit dem Doggie können in diesem Rahmen dann ein paar interessante Tricks erarbeitet werden, die er/sie passend zur Musik zeigen soll. Später kann man in längere Musikstücke anspruchsvollere Elemente einbauen, die getrost auf Events vorgeführt werden können.

Beim Training ist der Klicker ein gutes Hilfsmittel. Damit erreicht man, dass Doggie aufmerksam zum Owner schaut, der dann per Handzeichen oder einem anderen Bewegungsablauf den nächsten Trick einleitet.

Freuen Sie sich mit ihrem Doggie, wenn ein kleiner Erfolg erreicht ist! Verlangen Sie immer nur kurze Trainingseinheiten und wiederholen Sie eine Übung nicht mehr als insgesamt zehnmal!

Doggie sollte dann die Möglichkeit haben zu dösen oder machen Sie ein entspanntes Spiel. Danach starten Sie mit einer einfachen Erinnerungsübung und versuchen Sie, mit nur zwei oder drei Wiederholungen das Niveau zu erreichen, dass Sie in der letzten Übungseinheit erreicht hatten. Beenden Sie eine Übungseinheit, wenn sie zufrieden mit der Leistung des Doggies sind, oder spätestens nach der zehnten Wiederholung.

Erst wenn Doggie einen Trick beherrscht, zeigen Sie ihm das nonverbale Kommando, das dazu gehört. Nonverbale Kommandos sind gerade bei Musikuntermalung wichtig, weil er/sie möglicherweise Ihr gesprochenes Kommando nicht versteht und Rufen kontraproduktiv ist, es die nötige Ruhe nicht aufkommen lässt.

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Doggies, wie alle anderen Lebewesen auch, tun nichts einfach so. Jedes Handeln ist zielgerichtet. Sie brauchen einen Ansporn. Dieser Ansporn kann ein innerer Antrieb sein, Neugier, oder einem äußeren Reiz folgen. Für den Erfolg mit der Beschäftigung mit Doggie, spielt die Motivation eine entscheidende Rolle. Ziel ist, dass sich Doggie im Training besonders gut fühlt. Vermitteln Sie ihm/ihr auch im Alltag, dass er/sie für eigenständiges Bravsein belohnt wird! Auch bereit erlernte Gehorsamkeitsübungen können zum Motivationsaufbau genutzt werden.

Achten Sie besonders darauf, dass Doggie auf dem Weg zum Ziel ausreichend kleine Erfolgserlebnisse sammeln kann und los geht’s:

Sagen Sie jedesmal vor Trainingsbeginn ein Kommando, das Ihnen die Aufmerksamkeit Ihres Doggie sichert. Das kann der Name des Doggie sein oder ein anderes Wort, z.B. TRAINING. Direkt nach dem Kommando sollte die erste Trainingseinheit schon beginnen. Diese wählt man relativ einfach oder wiederholt eine Trainingseinheit aus dem vorhergehenden Training. Es folgt eine Belohnung. Dann geht man auf die nächste Trainingseinheit über. So können im Fortgeschrittenenstatus auch schon kurze Dance-Sequenzen trainiert werden.

Will man das Training beenden, gibt man dem Doggie ein Freizeichen, damit er/sie genau weiß, dass die Konzentration beendet werden kann. Dies kann z.B. das Kommando FREI aus dem Kommandotraining sein. Bedenken Sie: Nur wenn Sie Doggie in seiner Freizeitpause wirklich ‚links liegen lassen‘, kann er/sie lernen, dass er/sie abschalten darf.

Sollte Doggie sich trotzdem zum weiteren Training anbieten, bekräftigen Sie ihr Kommando mit MÜDE aus dem Kommandotraining, und ignorieren Sie ihn/sie! Doggie wird anfangs frustriert sein, sich aber an den Wechsel gewöhnen.

Nach einer beliebig langen Pause können Sie eine neue Trainingseinheit mit dem Trainingsstartsignal beginnen.

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Konzentrationsfähigkeit vereinfacht nicht nur das Dogdance-Training, sondern auch den Alltag und kann über mehrere unterschiedliche Ansätze geschult werden.

‚Den Blickkontakt halten‘ ist eine hier passende Konzentrationsübung. Hat Doggie seinen Owner im Blick, nimmt er/sie weniger ablenkende Dinge aus der Umgebung wahr Außerdem erkennt Doggie so sehr gut die Sichtzeichen des Owners, mit denen dieser die nonverbale Kommunikation zum Doggie aufnimmt. Dies ist auf diese Weise sehr gut trainierbar: Sagen Sie in irgendeiner Situation das Kommando BLEIB. Warten Sie kurz, bis Doggie sie anschaut. Belohnen Sie immer sofort, wenn er/sie Blickkontakt aufnimmt. Achten Sie beim Belohnen aber darauf, dass Doggie den Blickkontakt hält. Ihr Doggie soll deutlich zu Ihnen aufschauen!

Entfernen Sie sich nun rückwärtsgehend von ihm/ihr (so dass Sie ebenfalls den Blickkontakt halten) und schauen Sie, dass Doggie Ihnen mit den Blicken folgt. Drehen Sie sich aus der Rückwärtsbewegung in verschiedene Richtungen: Wenn Sie sich z.B. rechts herum drehen, haben Sie Doggie an Ihrer linken Seite. Belohnen Sie ihn/sie dort, wenn er/sie Sie anschaut.

Wiederholen Sie die Übung mit dem BEI FUSS Kommando, so dass Doggie Ihnen folgt, während Sie ihm/ihr mal ihre rechte, mal ihre linke Seite zeigen.

Schließen Sie die Trainingseinheit mit dem FREI Kommando, wenn Doggie noch seine/ihre volle Konzentration auf Sie richtet, nicht etwa, weil Ihnen die Leckerlies ausgegangen sind.

Streuen Sie die Übung ruhig öfter in den (Trainings-)Alltag ein! Die Übung zu beenden, bevor Doggie die Lust verliert, kitzelt aus ihm/ihr noch mehr Konzentrationswillen heraus. Er/sie hat dann das Gefühl, dass noch mehr Gewinn in Form von Belohnungen möglich ist.

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Für das Dogdance-Training ist es sinnvoll, Doggie die Übungen zunächst Schritt für Schritt beizubringen. Diese kann man dann auf Kommando (verbal, oder besser noch nonverbal) abrufbar machen, und im Ablauf einen einfachen Tanz zusammenstellen. Widmen Sie sich also zunächst kleinen Zielen! Lassen Sie sich bei der Auswahl der Musikstücke gerne helfen. Eine zuschauende Person mit Rhythmusgefühl ist sehr nützlich. Es darf weder Ihnen, noch dem/der Doggie schwer fallen die Taktgeschwindigkeit zu halten.

Ist Dogdance gesund? Für den Owner gilt in den meisten Fällen: Dogdance ist gesund! Die Geschwindigkeit des Tanzes kann anhand der Musikauswahl bestimmt werden, so dass das kleine Extra an Bewegung der Gesundheit zugute kommt. Für Doggie sollte das gleichfalls gelten.

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Wenn eine Übung überall abrufbar sein soll, gleich welche Ablenkung die Umgebung bereithält, muss Doggie sich ausschließlich auf seinen Owner konzentrieren können. Verlangen Sie nichts Unmögliches von Doggie. Führen Sie gegebenenfalls leichte Hilfen ein, vermeiden Sie aber, Doggie mittels Anfassen in Position zu bringen.

Verändern Sie Schritt für Schritt die Trainingsbedingungen, in dem Sie die Hintergrundgeräusche verändern, mal alleine mit Doggie, mal in Gesellschaft mit anderen Personen oder Tierensind, die ablenken könnten, unterschiedliche Lichtverhältnisse, Bodenbeläge, unterschiedliche Raumsituationen (Zimmer, Keller, Hof, Balkon…).

Nach dem FREI-Kommando muss Doggie unbedingt zur Ruhe kommen können. Nur in der Entspannung gelingt ein schnelles und sauberes Abspeichern der gerade aufgenommenen Information.

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Im Folgenden stelle ich eine Reihe gängiger Dogdance-Elemente vor. Suchen Sie sich daraus aus, was Ihnen und ihrer/m Doggie gefällt, oder nutzen Sie sie als Beispiele für eigene Ideen.

Grundelement FUSSlaufen
Anders als in der Unterordnung muss Doggie beim Dogdance nicht an ihrem linken Fuß ‚kleben‘. Der Wechsel auf die rechte Seite des Halters und Tanzpartners ist eine vielgenutzte Möglichkeit. Zusätzlich kann damit gearbeitet werden, ob Doggie die ganze Zeit den Halter konzentriert im Auge behält oder nicht.
Man kann auch das FUSSlaufen mit Richtungswechseln einüben. Hierbei sollte Doggie das Bein des Halters und Tanzpartners mit seiner Schulter berühren und den Körperkontakt in der Bewegung halten.
Um Doggie erst einmal in die Grundposition rechts oder links neben Ihnen zu bringen, treten Sie einen Schritt zurück, damit er/sie Platz zum Wenden hat und beschreiben dann mit der Hand (in der sich anfangs ein Leckerlie befindet) einen waagerechten Kreis auf der Körperseite, neben der Doggie die Grundposition einnehmen soll. Man kann das Doppelkommando FUSS RECHTS oder FUSS LINKS wählen, jedoch sind bei Musik und anderen Nebengeräuschen nonverbale Kommandos vorzuziehen.
Achten Sie darauf, dass Doggie parallel neben Ihnen steht und nicht mit dem Po ausschert. Üben Sie dann durch geringe Positionsveränderungen zum Doggie das ‚Nachrutschen‘: Doggie soll dabei immer parallel zu Ihnen bleiben und Schulterschluss anstreben.
Trainieren Sie dies geduldig und gönnen Sie ihr/ihm nach wenigen Wiederholungen immer eine Verschnaufpause. Streuen Sie die Übung aber ruhig öfter in den Trainingsalltag ein, denn sie stellt die Basis für den Dogdance dar.
Beherrscht Doggie die Grundposition, üben Sie nun den SITZ-, PLATZ-, STEHwechsel in der Grundposition in beliebiger Reihenfolge. Im Tanz können dann alle Haltungen eingebaut werden.

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Sobald Doggie fest verinnerlicht hat, dass er/sie eng an Ihrer Seite parallel neben Ihnen stehen soll, können Sie einen kurzen Schritt nach vorn oder rückwärts machen. Folgt Doggie der Bewegung, können Sie nach und nach immer längere Strecken und Drehungen und Stopps einbauen. Achten Sie aber kritisch auf eventuelles Trödeln oder Abtriften. Beenden Sie die Übungseinheit lieber frühzeitig mit einem Erfolgserlebnis, statt solange zu üben, bis die Luft raus ist und die Konzentration nachlässt.

Ist Doggie z.B. rechts neben Ihnen und es soll im Tanz genau in diese Richtung gehen, müssten Sie Doggie bedrängen, damit er/sie Raum freigibt in diese Richtung. Unter echten Hunden ist dieses ‚Auf die Pelle rücken‘ allerdings eine Drohgebärde. Dadurch wirkt DOGdance unglaubwürdig.
Hier hilft Rückwärtsgehen und Doggie mit STEH ‚einfrieren‘. Dann locken Sie sie/ihn mit Leckerlie zu einer Drehung, dass Sie sich gegenseitig anschauen. Jetzt können Sie mit einem Seitwärtsschritt die Richtung einschlagen, die vorher von Doggie versperrt war.

Beschreiben Sie nun im Raum gemeinsam verschiedene Laufmuster. Bauen Sie auf diese Art immer mal verschiedene Wendungen ein.

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Im Dogdance-Training gibt es viele verschiedene Positionen. Die Basis bildet die schon beschriebene Grundposition rechts oder links neben ihnen. Sie sollten Doggie darin schulen, genau auf die Positionskommandos zu achten, ganz egal wo sie gerade stehen und welche Körperhaltung Sie gerade einnehmen.

FREEZE
In dieser Übung soll Doggie in der jeweils befohlenen Körperhaltung verharren. FREEZE unterscheidet sich insoweit von BLEIB, dass Doggie Ihnen nicht hinterher schaut, sondern gerade vor sich hin oder allenfalls zu Boden.
Üben Sie FREEZE in Kombination mit den Grundkommandos SITZ, PLATZ, STEH sowohl an Ihrer Seite, als auch frei im Raum. Dies kann man trainieren, indem man übt, dass Doggie auf einen Klebezettel schaut und diesen im Blick behält, was auch immer um ihn/sie herum geschieht. Umrunden Sie dann Doggie während er auf sein Blickziel schaut.
Im Folgenden versuchen Sie Doggie wegzuschieben, während er/sie im FREEZE-Modus ist. Sträubt er/sie sich dagegen, erfolgt eine Belohnung. Dies bedeutet zwar ein Bedrängen, dem ein echter Hund durch Zurückdrohen oder Verlassen seiner Position begegnen würde, hier erhält Doggie wie ein echter Hund im Dogdance-Training eine dicke Belohnung für Standhaftigkeit!

VOR
Bei dieser Übung soll Doggie ruhig und möglichst geradlinig vor Ihnen stehen. Entwickeln kann man das aus dem Grundkommando ZU MIR und darauffolgendem STEH, wenn er/sie Sie fast erreicht hat. Eine Belohnung hat Doggie verdient, wenn er/sie in gerader Linie frontal vor Ihnen steht. Kombinieren Sie diese Übung dann mit BLEIB, können Sie sich in alle beliebigen Richtungen und gegebenenfalls mit unterschiedlichen Körperbewegungen mit oder ohne Blickkontakt zu Doggie von ihm/ihr fortbewegen.

WEG (AWAY)
Dies ist die umgekehrte VOR-Position. Doggie steht hierbei wie in der VOR-Position vor Ihnen, jedoch mit dem Po zu Ihnen gewandt. In sauber trainierter Ausführung schaut er/sie Sie auch nicht über die Schulter an, sondern richtet seinen/ihren Blick nach vorne. Im Training kann Doggie mit dem Po Körperkontakt zu Ihnen halten.

SPIEGEL
Hierbei soll Doggie die VOR-Position etwas seitlich von Ihnen einnehmen, eventuell vor der etwas von Ihnen weg gehaltenen Hand mit einem Leckerlie.

MITTE
In dieser Übung soll Doggie zwischen Ihren gegrätschten Beinen zum Stehen kommen, wenn das wegen der Schulterhöhe überhaupt möglich ist.
Stellen Sie sich dazu in der Grätsche auf und locken Sie Doggie mit einem Leckerlie in einem Halbkreis um sich herum, so dass er/sie von hinten kommend zwischen Ihre Beine schlüpft. Überlegen Sie sich vor Trainingsbeginn, wie weit Doggie zwischen Ihre Beine schlüpfen soll. Soll er/sie mit dem Kopf oder mit dem Rücken unter Ihnen stehen?
Wiederholen Sie die Übung in den nächsten Trainingseinheiten immer wieder und lösen Sie sie mit dem FREI-Kommando alsbald wieder auf.

ZWISCHEN
Dies ist wieder die umgekehrte MITTE-Position. Sie schauen nun auf ihren/seinen Po herunter. Doggie soll hierfür von vorne zwischen Ihre gegrätschten Beine laufen.

Positionen kombinieren
Binden Sie nacheinander auch Grundkommandos in das Positionstraining mit ein, um später beliebige Tanzelemente kombinieren zu können. Nutzen Sie hierzu auch Elemente aus dem Training des authentischen Hundeverhaltens. Die nonverbale Gestik aus der Hundesprache muss dann mit entsprechenden Kommando und/oder Handzeichen verknüpft werden. Die Spielverbeugung kann dann zum Beispiel DIENER heißen.

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Durch verschiedene Übungen kann die Laufbewegung noch ansprechender gestaltet werden. Begonnen mit dem Grundelement FUSSlaufen können sie dann in den Tanz eingebunden werden:

SLALOM
Die Grundübung für alle Slalomvarianten ist es, eine Acht um die Beine zu laufen. Klappt das wegen der Schulterhöhe des/der Doggie nicht, nimmt man alternativ zwei Stangen oder ähnliches. Danach kann man mit ausladenden Schritten vorwärts gehen, so entwickelt Doggie aus der Acht einen Slalom. Hat man die Übung wegen der Schulterhöhe mit Stangen durchgeführt, geht man mit Doggie nun in einen Stangen-Parcour, den er/sie abwechselnd rechts und links der Stangen absolviert.

Eine Variante des Vorwärtsslaloms ist nun das Rückwärtsslalom. Hierbei muss Doggie lernen, relativ enge Bögen mit dem Po voran zu laufen. Wenn Doggie bereits das gerade Rückwärtsgehen gelernt hat, fällt ihm/ihr diese Übung leichter.

ZURÜCK
Das gerade Rückwärtslaufen wird häufig im Dogdance verwendet. Lassen Sie dazu Doggie aus der VOR-Position starten und gehen Sie einen ganz kleinen Schritt auf ihn/sie zu. Wenn Sie mit dem Clicker arbeiten, ist es ganz einfach: Gucken Sie Doggie auf den Po statt in die Augen, während Sie den Vorwärtsschritt machen. Clicken Sie, sobald er/sie mit einem Hinterbein einen Schritt zurück gemacht hat. Geben Sie wie üblich nachfolgend das Leckerlie. Versuchen Sie auf diese Weise die Leistung zu steigern, bis Doggie mehrere Schritte schnurgerade rückwärts läuft. Sollte er/sie zum Abtriften tendieren, nehmen Sie eine Wand als Hilfsmittel.

Diese Grundübung kann später im Tanz in einer schönen Vorwärts-Rückwärts-Bewegung aufgegriffen werden, indem Sie Doggie mit rhythmischem Schulterschütteln zum Takt der Musik folgen. Ebenso können Sie trainieren, dass er/sie sich rückwärts von Ihnen entfernt, während Sie selbst stehen bleiben. Eine weitere Steigerung ist nun, dass Sie und Ihr Doggie gleichzeitig rückwärtsgehen. Auf diese Weise haben Sie schnell eine größere Distanz zu ihrer/ihrem Doggie, vielleicht zum Schwungholen für eine nachfolgende Sprungübung oder ein anderes Tanzelement.

SPIEGEL BEWEGT
Aus der schon behandelten SPIEGEL-Position heraus kann man auch anspruchsvolle FUSS-Varianten starten: Man bewegt sich rückwärts und Doggie bleibt in der Spiegel-Position an der Seite, oder man bewegt sich vorwärts und Doggie geht in der Spiegel-Position rückwärts. Die zweite Übung ist etwas schwieriger. Einmal soll Doggie nicht abtriften, aber auch Sie müssen darauf achten, dass Sie hierbei ihm/ihr nicht auf die Pfote treten.

FOLGEN
Hierbei soll Doggie direkt hinter Ihnen laufen. Ob er/sie dies mehr oder weniger dicht tut, muss aber gleich zum Beginn des Trainings definiert werden.

SPANISCHER SCHRITT
In dieser Übung soll Doggie federnd laufen und dabei seine Vorderbeine schwungvoll nach vorne werfen. Am einfachsten geht das aus dem Ellbogengelenk heraus. Aus dem Grundkommando PFÖTCHEN heraus, das man von Doggie wechselweise mit der rechten und der linken Pfote verlangt, verbunden mit langsamem Rückwärtsgehen, lässt sich der SPANISCHE SCHRITT entwickeln. Führen Sie jetzt ein Kommando und ein Sichtzeichen ein und lassen Sie ihn/sie den spanischen Schritt ausführen, während er/sie neben Ihnen her läuft.

KRIECHEN
Wie beim spanischen Schritt können Sie das KRIECHEN aus einem Grundkommando entwickeln. Nehmen Sie hierfür das Kommando PLATZ und gehen Sie selbst tief in die Hocke. Zeigen Sie ihm/ihr ein Leckerlie, dass er/sie zu erreichen trachtet, halten Sie dabei aber seinen Rumpf in Bodennähe. Auch lässt sich die Übung damit aufbauen, dass Doggie unter etwas hindurch kriechen soll. Je nach Bewegungstalent kann Doggie auch das Rückwärtskriechen zeigen.
Thematisch sollte das Kriechen zur Musik passen. Wählen Sie dazu eine langsame Passage und bewegen Sie sich auch betont langsam!

KRABBENGANG
Aus der VOR-Position kann man problemlos das seitliche Versetzen nach rechts oder links ableiten. Versetzen Sie dazu ihre Position nach rechts oder links um eine Fußlänge und lassen Sie Doggie dann seine/ihre VOR-Position korrigieren. Sollte Doggie sich leicht drehen, um dann wieder in die Vor-Position zurückzudrehen, verändern Sie ihre Position nur um eine Handbreit und loben Sie ihn/sie, wenn er/sie richtig seitlich geht.

AUFRECHTGEHEN
Hier nutzt man das Grundkommando MÄNNCHEN zum Übungsaufbau. Doggie kommt in die Senkrechte, sitzt auf den Fersen, während nur die Zehen bis zu den Fussballen den Boden berühren. Die Hände hält Doggie in Schulterhöhe. Jetzt machen Sie einen kleinen Schritt rückwärts und lassen Sie Doggie durch locken mit einem Leckerlie Ihnen in der Stellung folgen.
Neben dem Folgen sind auch Drehungen in der Stellung MÄNNCHEN ein beliebtes Tanzelement.

FIGUREN
Leicht zu erlernende Figuren sind Drehungen und die Umrunden-Übung.
Drehungen sind im Dogdance ein beliebtes Tanzelement. Sie können eng oder weit, schnell oder langsam ausgeführt werden.
Das Umrunden seines Tanzpartners kann Doggie rechts oder links herum, vorwärts oder rückwärts zeigen. Üben Sie die Bewegungen nacheinander bis sie sitzen, bevor Sie eine andere Richtung einüben. Locken Sie dazu Doggie mit einem Leckerlie komplett um Ihre Beine herum und loben Sie ihn/sie, wenn Sie zufrieden sind! Variationen sind, dass Doggie ein- oder mehrmals um Sie herum läuft, während Sie stehen, oder während Sie sich selbst in gleicher Richtung oder gegenläufig drehen. Auch mit Assesoirs, die in den Tanz eingebunden werden, sieht diese Übung ansprechend aus: Doggie kann Sie ein- oder auswickeln.
Ebenso kann Doggie im Tanz Objekte umrunden und dann zu Ihnen zurückkehren. Sprünge über Hindernisse sind anspruchsvollere Übungen.

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PFOTENARBEIT

Auf das Grundkommando PFÖTCHEN wird hier aufgebaut. Daraus kann man verschiedene Übungen entwickeln, die im Dogdance toll aussehen.

SCHÄMEN
Hierzu soll Doggie die „Spiel mit mir“-Gestik zeigen und eine Pfote vor die Augen legen. Kleben sie dazu ein PostIt-Zettelchen oder einen anderen Klebepunkt auf die Nasenwurzel und clicken Sie, wenn Doggie die gewünschte Bewegung macht!

DIENER
Über die Grundübung DIENER, die die Spielaufforderung in der Hundekommunikation mit einem Kommando verknüpft, können mehrere schöne Tanzelemente aufgebaut werden.

KNICKS
Hierbei soll Doggie in der DIENER-Position noch eine Pfoten nach innen abwinkeln.

STIER
Hierbei soll Doggie mit einer Pfote wie ein Stier über den Boden scharren. Varianten der STIER-Übung können zum Beispiel Kombinationen von ZURÜCK und STIER sein. Bei der Doggie zunächst zurückweicht und dann scharrt. Anschließend könnte Doggie auf Sie zulaufen und unter einem roten Handtuch hindurch laufen, dass Sie über den Arm tragen.

TRETEN
Ein lustiges Tanzelement ist das Auf-der-Stelle-treten. Hierbei soll Doggie alle vier Pfoten abwechselnd benutzen, sie anheben und wieder absetzen.

PENG
Die seitliche Liegeposition des Grundkommandos MÜDE soll Doggie nicht aus der PLATZ-Position einnehmen, sondern er/sie soll aus dem Stand umfallen. Achten Sie darauf, dass Doggie mit den Hinterbeinen zuerst einknickt, mit der Hüfte aufkommt, dann die Flanke und die Schulter den Boden berührt und schließlich den Boden mit dem Kopf ganz sanft berührt! Diese Übung bildet einen guten Abschluss des Tanzes.
Eine Variante der PENG-Übung ist es, die Bodenberührung in einer Rolle enden zu lassen. Hier geht Doggie gleich nach der Bodenberührung mit der Schulter in die Rückenlage und mit Schwung auf die andere Seite.

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TANZEN MIT ACCESSOIRES

In der STIER-Übung hatten Sie als Variation schon das rote Handtuch kennen gelernt. Häufig benutze Accessoires sind Schirme, Stöcke, Halstücher, Stofftaschentücher, Kappen, Hüte oder Mützen und Stühle. Er/sie kann einen Gegenstand festhalten, an einem Tuch zerren, eine Kappe ‚klauen‘.
Eine Herausforderung für fortgeschrittene Spassvögel und Tanzmäuse: Doggie kann Ihnen die Kappe, die er/sie mit den Zähnen hält, wieder aufsetzen.

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DIE CHOREOGRAFIE

Erarbeiten Sie mit dem Doggie längere Handlungssequenzen mit einzelnen Kunststücken, die durch fließende Übergänge miteinander verbunden sind! Sie haben gesehen, dass es eine Vielzahl von Elementen gibt, die als Kunststücke in den Tanz eingebunden werden können. Starten Sie zum Beispiel mit einer Übung, die Ihnen am meisten zusagt und binden Sie nach und nach weitere Übungen ein. Auch ein Tanz, der nur aus Fußlaufübungen mit einem einzigen Kunststück besteht, kann toll aussehen.

FLIESSENDE ÜBERGÄNGE
Wenn Sie sich für die Reihenfolge der Tanzelemente entschieden haben, brauchen Sie verbindende Elemente. Grundsätzlich können Sie als auch Ihr/e Doggie die jeweilige Position verändern. Überlegen Sie, in welcher Position zu Ihnen Doggie das eine Tanzelement beendet und in welcher Position das nächste Tanzelement startet. Möglicherweise bedarf es als Übergang nur einer kleinen Drehung. Eine andere Möglichkeit ist es, Doggie mit FREEZE stoppen zu lassen und Sie begeben sich in die Startposition für das nächste Tanzelement mit wiegenden Bewegungen, die zur Musik passen.

BELOHNEN WÄHREND DES TANZES
Natürlich ist es möglich Doggie während des Tanzes für jedes gezeigte Tanzelement mit Leckerlie zu belohnen. Doch wirkt die Präsentation für den Zuschauer schöner, wenn keine aktive Belohnung erkennbar ist. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten. Drei Beispiele hiervon möchte ich gerne vorstellen:

- DER RÜCKWÄRTSAUFBAU
Schreiben Sie sich die Reihenfolge ihrer Tanzelemente mitsamt allen Übergängen auf und beginnen Sie das Training mit der letzten Übung. Belohnen Sie eine gute Leistung und fügen Sie beim nächsten Training den Übergang und die zweitletzte Übung hinzu. Loben Sie gute Leistungen und korrigieren/wiederholen Sie schlechte Leistungen. Führen Sie das Spiel durch, bis auch der Tanzbeginn zu Ihrer Zufriedenheit klappt. Inzwischen hat Doggie gelernt, das Leckerlie mit der letzten Übung zu verbinden – die dann aber auch nur am Ende gezeigt werden darf! Im Verlauf des Tanzes darf sie nicht vorkommen, weil Doggie sonst irritiert wäre. Belassen Sie es im Training anfangs bei drei oder vier Übungen und gönnen Sie Doggie dann eine Pause.
Längere Tänze kann man dann aus mehreren dieser kurzen Handlungssequenzen zusammensetzen, die einzeln in der beschriebenen Weise trainiert wurden.

- DAS PREMACK-PRINZIP
Das Premack-Prinzip stammt aus der Arbeit mit echten Hunden und wurde vom amerikanischen Psychologen und Verhaltensforscher David Premack entwickelt. Es besagt, dass eine Übung, die Doggie besonders gerne zeigt, Verstärkungscharakter haben kann für eine Übung, die Doggie nicht so gerne zeigt, bzw. in der er/sie noch unsicher ist. Einziges Kriterium: Die Reihenfolge muss stimmen und Doggie muss einen direkten Bezug zwischen beiden Übungen herstellen können.
Lassen Sie dazu Doggie die beliebte Übung vorführen und belohnen Sie diese. Schalten Sie nun eine weniger beliebte Übung davor, lassen ihn/sie einen Übergang und dann die beliebte Übung vorführen und belohnen Sie sobald beide Übungen als Ganzes Ihre Zufriedenheit finden.
Sie können auch STATT DES LECKERLIES die beliebte Übung als Belohnung einführen, indem Sie diese weglassen, solange Sie nicht zufrieden sind. Beliebte Übungen aus Sicht des/der Doggie sind
-wenn sie weder zu schwer noch zu einfach gestaltet sind,
-wenn er/sie genau weiß, was er/sie tun muss, um den ‚Job‘ zu erfüllen (Sicherheit),
-wenn er/sie eine emotional sehr schöne Verbindung zu dem Bewegungsablauf hergestellt hat.
Wenn Sie Doggie auf diese Weise mit einer Übung belohnen können, ersparen Sie sich die direkte Belohnung. So kommt es auf Seiten des Doggie nicht zu einem Leistungsabfall oder gar zur Frustration.

- VERSTECKTE BELOHNUNGEN
Bei längeren Tänzen kann man Kunststücke einbauen, die für Doggie Belohnungscharakter haben. Ein/e apportierfreudige/r Doggie kann etwas bringen oder Ihnen etwas „klauen“. Ein/e bewegungsfreudige/r Doggie kann etwas umrunden, oder einen Slalom zeigen. Ein/e gemütliche/r Doggie kann in FREEZE verharren…
Zerrelemente haben Belohnungscharakter, weil sie für Doggie Spielcharakter besitzen. Schauen Sie einfach, auf welche Form der Belohnung spricht er/sie am besten an?

Alles in allem gilt: Der Tanz sollte nur solange dauern, wie Doggie ohne Leckerlie als Zwischendurch-Belohnung auskommt! Sollte ein Leckerlie herunterfallen und Doggie eifrig mit dem Auffinden dessen beschäftigt ist, ist der Tanzfluß gestört, und alles sieht mehr nach Training aus. Einen flüssigen Tanz vorgeführt zu bekommen, ist für den Zuschauer ein Geschenk. Der zurückkommende Applaus wiederum ist für Owner und Doggie ein Geschenk!


EINEN TANZ ZUSAMMENSTELLEN

Wenn Sie den ersten Tanz kreieren, beginnen Sie mit einem kurzen Musikstück oder einer Liedsequenz, wie zum Beispiel einem eingängigen Refrain. Eine halbe Minute auszufüllen kann schon ziemlich anspruchsvoll sein. Wählen Sie dazu ein Stück, das leicht zu interpretieren ist, und das sie stundenlang hören könnten, denn Sie werden es im Laufe des Trainings unzählige Male hören.

LAUFEN ZUR MUSIK
Haben Sie schon das Laufen zur Musik geübt? Schauen Sie, ob Bögen, Kurven und Kreise besser geeignet sind, oder eher gerade Linien mit Wendungen. Welche Geschwindigkeit passt besser zum Takt? Probieren Sie ruhig verschiedene Varianten aus und bringen Sie sie zu Papier. Betrachten Sie dann kritisch ihre Skizze. Wenn Sie wissen, wo das Publikum sitzt, vermeiden Sie es, ihm zu oft den Rücken zuzukehren!
Üben Sie dann ihre Choreografie ohne den/die Doggie an ihrer Seite. Achten Sie dabei auf ihre Körperhaltung. Wenn Ihnen die Schrittfolge und Gangart inklusive aller Wendungen in Fleisch und Blut übergegangen ist, holen Sie ihr/en Doggie dazu. Lassen Sie ihn/sie zuerst nur mitlaufen und überlegen Sie, welches Tanzelement/Kunststück gut passen würde.
Bedenken Sie:
Weniger ist oft mehr! Gerade bei einem relativ kurzen Musikstück sollte es nicht das Ziel sein, möglichst viele Kunststücke unterzubringen, sondern das Gezeigte gut wirken zu lassen. Benutzen Sie das Tanzelement als ein Akzent, das Sie an dieser Stelle setzen möchten. Lassen Sie das Tanzelement für den Zuschauer nachwirken: Günstig ist es, Doggie zwischendurch immer FUSSlaufen zu lassen, mal rechts neben Ihnen, mal links, vor oder hinter Ihnen her. Wollen Sie Wiederholungen einbauen, sollten dies Übungen sein, die Doggie aus dem Effeff beherrscht, denn Wiederholungen bieten dem Publikum die Möglichkeit die Übungen untereinander zu vergleichen.

AUF EINEN BLICK
Fertigen Sie, wenn möglich, eine Videoaufnahme an. Sie werden dann schnell merken, ob Ihre Darbietung Ihren Vorstellungen entspricht. Aber keine Scheu! In der eigenen Betrachtung ist man oft zu kritisch. Arbeiten Sie nur Unstimmigkeiten heraus, die Sie besonders stark stören!

Ein einfacher Tanz, der gut ausgearbeitet ist, hat vor Publikum meist mehr Wirkung, als ein schwieriger Tanz, bei dem alle Nase lang etwas misslingt. Vermeiden Sie es immer, ihre/n Doggie mit den Händen zu berühren und so in Position zu bringen. Ihr Doggie sollte stets eigenständig mitdenken können! Üben Sie die Ausdauer ihres Doggie: Wenn er/sie zum Beispiel im Tanz einen Stab fünf Sekunden halten soll, dann üben Sie im Training das Halten zehn bis fünfzehn Sekunden lang. Dies gilt für alle zeitlich kalkulierten Tanzelemente!

Bringen Sie bei einer Aufführung Ihren Tanz stets zu Ende! Sollte Doggie zwischendrin abdriften, ist das nicht schlimm. Improvisieren Sie dann! Überspielen Sie ein etwaiges Missgeschick und lassen sich nicht aus dem Konzept bringen. Bleiben Sie flexibel und sagen Sie ein anderes Tanzelement an, um so schnell wie möglich in Ihr geübtes Tanzkonzept zurückzufinden.

Beim Dogdance sind Sie gleichzeitig, Trainer, Choreograf und Tanzpartner. Legen Sie einfach los - Ihr Publikum wartet schon! Falls nötig, holen Sie eine zweite Person hinzu, die die Belohnungen oder das Klicken übernimmt, sonst fühlt sich Doggie möglicherweise auch bei schlechteren Leistungen bestätigt, weil der Tanzpartner/Trainer/Halter nach ihm/ihr guckt.

Leckerlies für die Zwischendurch-Belohnung sollten Sie in einer offenen Gürteltasche bereithalten. Nach Beendigung des Trainings noch Leckerlies übrig zu haben und eine Übung in dem Moment zu beenden, bevor Doggie die Lust verliert, kitzelt aus ihm/ihr noch mehr Leistungswillen heraus. Er/sie hat dabei das Gefühl, dass noch mehr Belohnung möglich gewesen wäre. Bei einer/einem noch untrainierten Doggie sollten Sie das Leckerlie während der Übung in der Hand halten und je nachdem Sie zufrieden sind, in die Gürteltasche zurücklegen oder ihrer/ihrem Doggie in den Mund geben.
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