Der Owner -dominant oder kooperativ?

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Der Owner -dominant oder kooperativ?

Beitragvon SirHermann » 28. Apr 2014 20:36

Der Einfachheit halber nutze ich mal die männliche Form des Begriffes, wohl wissend, dass es mindestens genauso viele Ownerinnen gibt. Für sie gilt natürlich Gleiches (wenn man nur alles in der weiblichen Form schriebe):

Zuerst einmal: Was ist Dominanz? Wie äußert sie sich? Das allein ist schonmal eine Frage, auf die es sicher unzählige Antworten gibt, je nachdem vor welchem Hintergrund argumentiert wird.

Hier verweise ich mal auf Evolutionsgeschichtliches: Derjenige, der eine Gruppe führt, braucht dazu eine gewisse Dominanz. Er muss seine Vorstellungen vermitteln können und die Gruppe zusammenhalten (hinter sich scharen).


Ein Owner nun führt sein Pet. Er/sie folgt ihm, weil er/sie Vertrauen zu ihm/ihr hat.


Greifen wir also mal in die Mottenkiste:
Wie lief das damals in deiner Schulklasse? War das eine harmonische Gruppe, waren das rücksichtsvolle, verständige Mitschüler? Natürlich nicht. Es herrschte eine strenge Hierarchie, eine Art Hackordnung.

Schulklassen sind ein hervorragendes Beispiel, wie Gruppenhierarchien zustande kommen. Viele der sozialen Konzepte, die wir mit zunehmendem Alter verinnerlichen (Diskussionskultur, Gleichheitsprinzipien, etc.) und die unseren Blick auf die darunter liegenden Machtstrukturen trüben, greifen bei Kindern noch nicht. Was aber greift, ist ein überraschend feinsinniges Bewusstsein für interne Machtstrukturen und der Wille, darin aufzusteigen. Das lässt nur den Schluss zu, dass es sich um angeborenes, instinktives Verhalten handelt, das später durch kulturelle und zivilisatorische Normen gehemmt oder kanalisiert wird.

Diese Mechanismen wirken unter der Oberfläche weiter, solange wir leben. Obwohl es uns selten bewusst wird, analysieren wir die Gruppen, deren Teil wir sind, unablässig nach den urinstinktiven Prinzipien von Macht, Kampf und Rang. Das nennt man Gruppendynamik. Trotz aller kulturellen Errungenschaften können wir uns niemals völlig von unseren Trieben und Instinkten frei machen. Warum sollten wir auch? Sie sind zutiefst menschlich. Es ist besser, wir versuchen mit ihnen zu leben und sie zu genießen.

In Gruppenhierarchien haben einige Wenige das Sagen, oftmals kann man diese Spitze der Hierarchie sogar an nur einer einzigen Person festmachen. Es folgt ein „innerer Kreis", der fließend in die Masse der Mitläufer übergeht. Am Rand der Gruppe findet man einzelne Verweigerer und andere Irrlichter, und am unteren Ende die obligatorischen Sündenböcke und Prügelknaben, nach denen treten darf, wer will. Zum Schutz Letzterer gibt sich die Gruppe in einer Kultur Regeln.

Denken wir an unsere Freundeskreise. Sind es nicht stets dieselben Personen, die man ernst nimmt, denen man zuhört, die Entscheidungen treffen, Aufgaben delegieren, sozialen Kontakt zu anderen suchen und ihn genießen können? Hinter dem Feigenblatt demokratischer und anderer zivilisatorischer Prinzipien besteht jener Instinkt zur Ordnung der Kräfte fort, der ein Teil uralter Gesetze des Überlebens ist; ein Relikt aus vergangenen Tagen, als Menschen in losen Jagdgemeinschaften (Gruppen!) mit primitiven Waffen in einer feindseligen und unberechenbaren Umwelt ums Überleben kämpften.

Studien zeigen, dass Gruppen ohne Hierarchie gar nicht handlungsfähig sind. „Viele Köche verderben den Brei", heißt das im Volksmund. Nicht ohne Grund ist das Militär, wo im Ernstfall schnelles Agieren über Sieg oder Niederlage entscheidet, durch und durch hierarchisch organisiert. Aber auch im Alltag ist es so, dass eine Gruppe ohne eindeutigen Führer orientierungslos und langsam agiert. Das kann man besonders häufig im eigenen Freundeskreis beobachten, wenn einmal durch Zufall der Eine fehlt, der sonst die wichtigen Entscheidungen getroffen hat.

Unglücklicherweise ist es nicht leicht, innerhalb der Gruppe aufzusteigen. Die Rangleiter ist schließlich dazu da, Stabilität auf Zeit zu gewährleisten. Beginnt ein Mitglied mit geringem Status, dominantes Verhalten zu zeigen, wird er den Druck der über ihm stehenden Personen zu spüren bekommen und riskiert sogar, noch tiefer zu sinken. Das ist übrigens der Grund, weshalb uns eine Verhaltensänderung eines Freundes meist suspekt und unsympathisch erscheint. Unser instinktives Unbewusstes interpretiert seine Verhaltensänderung als Gefährdung für die Gruppenstabilität, und eine Konfrontation ist normalerweise die Folge.

Wenn man innerhalb einer Gruppe an Status gewinnen will, sollte man das deshalb langsam und eher passiv tun. Versuch dich zu entspannen und genieße die Gegenwart deiner Freunde. Sprich mit den Leuten! Hilf ihnen, wenn sie Hilfe brauchen, aber erwarte keine Gegenleistung. Mach es nebenbei, ganz selbstverständlich. Verhalte dich niemals unfreundlich, auch wenn du von Gruppenmitgliedern angegriffen wirst. Vermeide bei solchen Angriffen aber Defensive oder Rechtfertigung. Damit legitimierst du indirekt den Angriff. Trete solchen Angriffe dagegen entschieden entgegen. Du wirst bemerken, dass dir das nur dann gelingt, wenn du selbst dein Verhalten als natürlich und angemessen empfindest. Sobald dir das gelingt, bist du dem Kern der Rolle des dominanten Mannes schon sehr nahe: In der Lage zu sein, autonom festzulegen, was für dich richtig ist. Die größten Hindernisse auf dem Weg zu einem höheren Status befinden sich in dir selbst.

Nicht nur die Instinkte der anderen Gruppenmitglieder hindern unseren Aufstieg, sondern auch unsere eigenen. Beginne am besten damit, systematisch alle Faktoren zu beseitigen, die dich beim Zusammensein mit anderen Menschen stören und die verhindern, dass du dich im Gespräch mit Fremden wohl fühlst. Dann versuche Schritt für Schritt herauszufinden, was deiner Entwicklung zum dominanten Mann im Weg steht. Wenn du ehrlich zu dir selbst bist, wirst du dabei zwangsläufig mit den Ängsten konfrontiert, die deine Entwicklung hemmen. Steck dann nicht zurück oder wirf das Handtuch! Stell dich deinen Dämonen.

Ob das bedeutet, dass du dich wegen sozialer Ängste in Psychotherapie begibst oder aber lediglich, dass du dir endlich eine Frisur schneidern lässt, die diesen Namen auch verdient, musst du dann selbst entscheiden. Wichtig ist, dass du den Hintern hoch kriegst, dich deinen Problemen stellst und die Konsequenzen daraus ziehst. Im Grunde genommen weiß jeder, wo er anfangen müsste. Es tun bloß die Wenigsten. Ein Mann zu sein hat etwas damit zu tun: Rausgehen und die Welt mit selbst gewonnener Überzeugung nach den eigenen Vorstellungen verändern, so unermesslich schwer das auch scheinen mag. Ich wette, du hast tief in deinem Inneren schon mal etwas Ähnliches gespürt.

Machtkämpfe unter Männern einer Gruppe werden lautstark und gemeinhin unübersehbar geführt. Wer am Ende Sieger bleibt, muss schließlich bekannt werden, zum Beispiel unter den Frauen der Gruppe. Frauen selbst jedoch tragen ihre Scharmützel selten kreischend, kratzend und beißend aus (obwohl auch das vorkommen soll). Ihre bevorzugten Waffen sind Sprache, Gefühle und Manipulation im weitesten Sinne.

Gruppen haben immer ihren Anführer. Wenn du es nicht bist, ist es jemand anderer. Die wichtigste Eigenschaft des Gruppenführers ist seine umfassende soziale Kompetenz. Dein Aufstieg zu einem höheren Status steht und fällt mit dieser Fähigkeit! Der erste Schritt für einen Anfänger kann daher immer bloß lauten: Sozialisiere dich! Lerne neue Leute kennen! Erlebe die Schönheit der Gesellschaft anderer Menschen und fang an, sie zu genießen. Es wird nicht von heute auf morgen funktionieren, denn die Gruppe hat ein langes Gedächtnis und wird deinen Aufstieg verzögern. Gib nicht auf! Akzeptiere Rückschläge als Teil des Lernprozesses.

Merkmale des dominanten Mannes sind kommunikative Kompetenz und Humor, ein großer Freundes- und Bekanntenkreis, Selbstvertrauen, Mut, Verantwortung, Führungskompetenz, Interessen, Ziele, Persönlichkeit, Lebenserfahrung und Wissen. Er muss nicht in allen Punkten Spitzenwerte erreichen, aber fehlende Punkte hemmen ihn in seiner Dominanz.

Fazit: Der dominante Mann ist Teil vieler Bekannten- und Freundeskreise. Er hat Selbstvertrauen und Mut, und er übernimmt Verantwortung. Seine sozialen Fähigkeiten verleihen ihm Führungskompetenz. Er verfolgt seine Interessen und Ziele wie auch die Gestaltung seines Lebens und seiner Persönlichkeit nach eigenen Vorstellungen und Regeln. Sein hoher Rang innerhalb vieler Gruppen ist das logische Resultat seines Verhaltens. Seine Offenheit und seine Abenteuerlust haben ihm viel Lebenserfahrung eingebracht. Der dominante Mann ist kein Macho, das würde ihm seine Führungskompetenz kosten. Achtung, Wertschätzung, Ehrlichkeit, Ritterlichkeit sind seine sozialen Fähigkeiten.
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